Harmonische Bürgerversammlung

In Eching ist der Wohnraum knapp - ansonsten läuft´s jedoch

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Stolz präsentierte sich Echings Bürgermeister Siegfried Luge (3. von rechts) mit seinen „ausgezeichneten“ ehrenamtlichen Mitbürgern: Bernhard Spicker, Christian Erhard, Norbert Schuil, Martin Rank und Richard Schuster (von links).

Eching – Keine Spur von Amtsmüdigkeit bei Siegfried Luge, seit 1996 Bürgermeister von Eching und damit einer der dienstältesten Gemeindechefs im Landkreis. Die Bürgerversammlung in der Sport- und Mehrzweckhalle spulte er souverän wie gewohnt ab. Ob er sich 2020 zur Wiederwahl stellt, will er spätestens bis Ende des Jahres entscheiden. Aber da noch einige wichtige „Baustellen“ in Eching offen sind, kann man davon ausgehen, dass er weiter machen wird.

Wie bei jeder Bürgerversammlung ging es mit nüchternen Zahlen los. Laut Haushaltsbericht liegt die vorläufige Umlagekraft 2019 für Eching bei 2,5 Millionen Euro, also einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von fast 11 Prozent. Sie setzt sich zusammen aus Einkommensteuer, dem größten Posten, der Gewerbesteuer und den Grundsteuern A und B. Die Kreisumlage wird sich nach der aktuellen Hochrechnung auf etwa 1,4 Millionen Euro belaufen. Die Pro-Kopf-Verschuldung bei 1.720 Einwohnern in Eching beträgt 357 Euro. Luge betonte, dass es sich bei den aufgenommenen Krediten um rentierliche Schulden handelt, deren Zinsen und Tilgung durch Mieten und Einspeisevergütungen abgedeckt werden. Am Ende des vergangenen Jahres beliefen sich die Rücklagen auf immerhin gut zwei Millionen Euro.

Siegfried Luge freute sich, dass die Gemeinde im letzten Jahr um 20 Neugeborene größer geworden ist: Elf Mädchen und neun Buben. Ob sie später als Erwachsene auch noch in Eching leben werden, ist allerdings ungewiss. Denn wie in allen Ammersee-Gemeinden ist hier der Wohnraum knapp und Bauland wird nur behutsam ausgewiesen. So standen in der Diskussionsrunde die neuen Baugebiete „Am Hang West“ und „Greifenberger Straße“ im Mittelpunkt. Dort soll Wohnraum für die heimische Bevölkerung, insbesondere für junge Familien, geschaffen werden. „Am Hang West“ ist ein gut 21.000 Quadratmeter großes Areal am westlichen Ortsrand. Laut Vorplanung sind hier 22 Einfamilienhäuser und zwei Doppelhäuser vorgesehen. Dafür liegen schon über 90 Bewerbungen von Echinger Bürgern vor. Wann es hier endlich losgeht und wie die Preise sind, konnte der Bürgermeister nicht sagen, da der Gemeinderat erst die eingegangenen Einwände von Bürgern und Trägern öffentlicher Belange prüfen muss. Im 6.000 Quadratmeter großen Baugebiet entlang der Greifenberger Straße könnten vier Einfamilien- und drei Zweifamilienhäuser entstehen.

Als weitere Maßnahmen für das Jahr 2019 nannte der Bürgermeister die Erweiterung der Sporthalle und den Umbau der alten Schule zu einem Begegnungszentrum. Hierfür hat die Bayerische Staatsregierung bereits einen Zuschuss von 720.000 Euro in Aussicht gestellt. Noch wohnen zwei Flüchtlinge in der vorübergehend zur Asylunterkunft umfunktionierten alten Schule, für die dringend Alternativen gesucht werden.

In Sachen Friedhof hofft Luge, dass es mit der geplanten neuen Aussegnungshalle trotz behördlicher Einwände und einer neuen Urnenwand endlich weitergeht. Eine größere Baumaßnahme ist die Erneuerung und Verbreiterung der Fußgängerbrücke über die Windach. Für die Freiwillige Feuerwehr wurde im Haushalt die Summe von 460.000 Euro eingestellt für Schutzkleidung, Geräte und ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20.

Laut Siegfried Luge besuchen derzeit 60 Echinger Kinder die Grundschule des Schulverbandes Windach. Die Kosten belaufen sich im Verwaltungshaushalt auf fast 2.000 Euro pro Schüler. Die Gemeinde gehört zum Mittelschulverband der Carl-Orff-Mittelschule in Dießen. Elf Kinder aus Eching besuchen diese Schule, wofür die Gemeinde rund 1.400 Euro pro Schüler leistet. Luges Hinweis, dass für Echinger Kinder in Realschulen und Gymnasien keine Gastschulbeiträge gezahlt werden müssen, wurde von einigen Besuchern missverstanden. Luge wollte damit keinesfalls die Grund- oder Mittelschüler diskriminieren, sondern nur auf die Kostensituation hinweisen.

Als eine der wichtigsten Einrichtungen in Eching bezeichnete Luge das Kinderhaus. Derzeit besuchen es 19 Krippen- und 54 Kindergartenkinder. Die ungedeckelten Aufwendungen der Gemeinde beliefen sich 2018 auf mehr als 220.000 Euro. Darin enthalten sind Zuschüsse in Höhe von fast einhunderttausend Euro für Kinder, die ein auswärtiges Kinderhaus besuchen. In den Sommerferien soll für 50.000 Euro ein Speiseraum angebaut werden.

Die harmonische Bürgerversammlung wurde mit Auszeichnungen für verdiente Echinger beendet. Christian Erhard, 30 Jahre ehrenamtlicher „Motor“ in diversen Funktionen beim Sportverein FSV, bekam die Silberne Ehrennadel der Gemeinde. Richard Schuster wurde für seine zwölfjährige Tätigkeit als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr mit der Ehrennadel in Bronze geehrt. Ebenso wie Norbert Schuil und Martin Rank für jeweils 25 Jahre aktiven Dienst in der Feuerwehr. Von Verein der Garten- und Blumenfreunde erhielt Bernhard Spicker für seine 30-jährige Vorstandstätigkeit ein wertvolles Landkreis-Buch, weil er bereits Träger der Silbernen Ehrennadel ist.

Dieter Roettig

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