Egling droht Rechtsstreit wegen Solarpark

Es scheppert derzeit gewaltig in Egling. Auslöser sind die Pläne von Landwirt Josef Probst auf dem so genannten „Schmiechener Feld“ eine Freiflächenphotovoltaikanlage zu bauen. Weil die Gemeinde aber ihre Forderungen dazu nicht erfüllt sieht und sich deshalb quer stellt, hat Probsts Anwalt Ewald Zachmann nun rechtliche Schritte angedroht.

Aber alles der Reihe nach. Die Gemeinde Egling möchte, dass sich die Bürger zu 40 Prozent an dem Projekt beteiligen. Zum Ende der Ausschreibungsfrist Ende Oktober hat sich allerdings niemand gemeldet, bis auf die beiden Kinder von Josef Probst. Erst danach meldeten sich Maresa Mayer und Thomas Högenauer aus dem Ortsteil Heinrichshofen. Probst selbst argumentiert allerdings mit dem Bürgerbeteiligungs-Modell: „Nur wenn Kapazitäten frei wären, dann könnten sie mitmachen. Allerdings ist nichts mehr frei.“ Aus diesem Grund stand auf der Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatssitzung, dass das dazugehörige Sondergebiet II aufgehoben werden soll. Bevor es aber soweit kam, übergab der Eglinger Landwirt den Fall seinem Anwalt Ewald Zachmann aus Olching. Der wandte sich in einem Schreiben an die Gemeindräte und droht mit rechtlichen Schritten und Schadensersatzforderungen, sollte Probst nicht zum Zug kommen. Im Gespräch mit dem KREISBOTEN bezeichnet Zachmann die Vorgänge als „nicht rechtens“. Im Gemeinderat selbst ging es ordentlich zur Sache. Gleich vorneweg, der Aufhebungs-Beschluss wurde nicht gefasst. Stattdessen gab der 2. Bürgermeister Ferdinand Holzer (CSU) bekannt, dass Verfahrensfehler gemacht wurden. „Nach Rücksprache mit unserem Anwalt werden wir noch einmal in das Abwägungsverfahren gehen müssen.“ Ratsmitglied Franz Löffler passte das aber überhaupt nicht in den Kram. „Ich habe den Eindruck, die Gemeinde sucht gezielt nach eigenen Fehlern, um das Vorhaben von Josef Probst niederzubügeln“. Erzürnt warf er Holzer außerdem fehlendes Niveau vor. Da Löffler im Gemeinderat allerdings nicht die Mehrheit vertritt, scheiterten die Attacken. Allerdings war der Ärger damit noch nicht verraucht. Danach kam nämlich das Sondergebiet I „Wolfsgrube“ noch einmal zur Sprache. Das soll nun vergrößert werden, zugunsten von Maresa Mayer und Thomas Högenauer, die eigentlich am „Schmiechener Feld" bauen wollten. Eine Tatsache, die wiederum Franz Löffler auf den Plan rief. „Ich habe den Eindruck, Josef Probst soll hier bewusst ausgebootet werden. Die Vorgehensweise ist völlig inak- zeptabel.“ Er forderte zu prüfen, ob sich das Projekt von Probst überhaupt noch lohnt, wenn das Sondergebiet I jetzt erweitert wird. Zwischenzeitlich war die Stimmung im Gremium so aufgeladen, dass Löffler Bürgermeister Leonhard Wörl sogar mit einer Anzeige drohte, weil ihn dieser aufgefordert hatte, die Wahrheit zu sagen. Was Wörl, der sich während der Debatte zurückhielt, mit der ganzen Geschichte zu tun hat, ist schnell erzählt. Er selbst ist am Solarparks an der Wolfsgrube beteiligt. Probsts Anwalt Ewald Zachmann wirft ihm vor, sich selbt nicht an die Regeln gehalten zu haben. „Mittlerweile haben wir mitbekommen, dass er und seine Verwandtschaft weit mehr als die von der Gemeinde maximal geforderten 60 Prozent an dem Projekt halten“. Der Olchinger Anwalt bezifferte den Anteil der restlichen Bauwerber auf 12,5 Prozent, was Wörl schlichtweg für falsch hält. "Verzögerungstaktik" Was das Vorhaben seines Mandanten betrifft, bezichtigt Zachmann die Gemeinde der Verzögerungstaktik. „Das mit der erneuten Abwägung ist pure Zeitschinderei, weil man gemerkt hat, das man auf die schiefe Bahn geraten ist und jetzt nach einem Weg sucht, wie man da wieder rauskommt“. Auch wenn die Aufhebung vom Sondergebiet II vorerst vom Tisch ist, will Zachmann die Geschichte weiter im Auge behalten. „Erst einmal lasse ich mir die genauen Beschlüsse zukommen und dann wird man sehen.“ Nach eigenen Angaben will er noch einmal tätig werden. Für Bürgermeister Wörl muss es dazu aber nicht unbedingt kommen. „Wegen so einer Sache einen Streit vom Zaun zu brechen ist nicht mein Ziel“. Er zeigte sich auf Anfrage vom KREISBOTEN kompromissbereit. „Wegen mir können wir auch ein Verhältnis 70 zu 30 machen.“ Dem Probst’schen-Vorhaben wolle man jedenfalls nicht im Wege stehen.

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