Kein neuer Strandzugang

Materialrecycling: Steine vom neuen Steg für den Inselbadstrand

Bagger am Ostufer des Lechs
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Der Weg kommt wieder weg: Noch bis Mitte April wird am Ostufer des Lechs auf der Höhe des Inselbades das Ufer stabilisiert. Als Material dienen dazu die von der Stadt Landsberg zur Verfügung gestellten ‚Reste‘ von der Mittelinsel des Lady-Herkomer-Stegs.
  • Susanne Greiner
    vonSusanne Greiner
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Landsberg – Ein einsamer Bagger auf einem neuangeleg­ten Weg im Lech: Wird der Lechstrand im Inselbad verbreitert? Oder die Uferböschung saniert? Mehrere Landsberger fragten sich, was der Weg, der entlang des Lech-Ostufers vom neuen Lady-Herkomer-Steg bis hin zum Inselbad seit Anfang März im Fluss aufgeschüttet wurde, zu bedeuten hat. Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim hat geantwortet: Es geht um „Unterhaltungs- und Strukturmaßnahmen im Gewässer“.

Hauptgrund der Baumaßnahmen ist ein sogenannter Kolk im Fluss auf Höhe des Inselbads, informiert Abteilungsleiterin Susanne Haas vom Wasserwirtschaftsamt. Ein Kolk ist eine Art Vertiefung in der Flusssohle – was im Lech öfters zu finden ist, da aufgrund der Staustufen zu wenig Kiesmaterial durch die Strömung mittransportiert wird, um solche ‚Löcher‘ wieder zu füllen, erklärt Hass.

Das Auffüllmaterial stammt von dem inzwischen nahezu abgeschlossenen Bau des Lady-­Herkomer-Stegs: von der Kies­insel, die für das Setzen des Mittelpfeilers und das Auflegen der einzelnen Brückenteile notwendig war (der KREISBOTE berichtete), wird abgebaggert. Die Stadt hat dem Wasserwirtschaftsamt das Material zur Verfügung gestellt. „Das hat sich jetzt zeitlich gut ergeben“, so Haas. Das Material reiche nicht nur, um das Kolk zu füllen, sondern auch für die Baustraße aus Wasserbausteinen – die großen, unregelmäßigen Quader, die bisher die Insel am Steg gegen die Lechströmung geschützt haben – und Kies im Lech.

Beim Aufschütten der Baustraße habe man allerdings auch festgestellt, dass durch das Kolk die großen Steine zur Ufersicherung am Inselbad-Strand abgerutscht sind. Auch hier sichern die ehemaligen Lech­steg-Insel-Wasserbausteine das Ufer gegen ein Abspülen durch den Fluss. Am Freitag schließlich wurden noch im unteren Bereich der Fischaufstiegsanlage die Fugen zwischen den großen Steinen neu aufgefüllt – um die ganze Anlage wieder zu stabilisieren.

Neuer Strandzugang?

„Überschüssiges Kiesmaterial wird nach Beendigung der Maßnahme dem Lech als Geschiebe zugegeben“, sagt Haas. „Es wird kein neuer Zugang zum Inselbadstrand geschaffen“.

Den Kies verwende man aber auch für „Strukturmaßnahmen“, um den Fluss ökologisch aufzuwerten – natürlich in Abstimmung mit dem Pächter des Fischereirechts. Sogenannte Buhnen, längliche Kiesbänke unter und auch über dem Wasserspiegel, werden aufgeschüttet. Und aus den Wurzeln gefällter Bäume werden Buhnen gebaut, eine Art Ruheplatz und Unterstand für Fische und Co.

Der Weg entlang des Lechufers bleibt den Landsbergern noch eine Weile erhalten: Die Maßnahmen werden laut Haas voraussichtlich Mitte April abgeschlossen. Und auch das Material, das für die Baustraße verwendet wurde, soll dann wieder in den Lech – für noch mehr ‚Geschiebe‘.

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