Sie klaut Schmuck, er verkauft ihn

Reinigungskraft klaut Schmuck und Geld in Höhe von knapp 8.500 Euro

+
Eine Reinigungskraft klaut Schmuck und Geld bei ihren Auftragsgebern - ihr Ehemann verkauft den Schmuck.

Landsberg – Ihren Verdienst aufgebessert hat eine 43-Jährige Reinigungskraft aus Landsberg. Die Dame hat während ihre Tätigkeiten in privaten Haushalten Geld und Schmuck im Gesamtwert von knapp 8.500 Euro mitgehen lassen. Ihr 55-jähriger Ehemann hat Teile des Schmucks verkauft. Dafür sind beide nun zu Bewährungsstrafen verurteilt worden.

Ihre Stieftochter habe mehrere Schmuckstücke vermisst, erklärte eine der Geschädigten vor Gericht. Da sich die Gegenstände immer in einem Schmuckkästchen befunden hätten, seien sie misstrauisch geworden und hätten die Polizei gerufen. Als Verdächtige gab die Familie die Reinigungskraft an.

„Wir haben ihr dann sozusagen eine Falle gestellt“, erklärte einer der Polizeibeamten dem Richter. Die Familie habe das Haus verlassen, während die 43-Jährige allein zum putzen im Haus blieb. Als sie fertig war, wurde sie draußen von zwei Beamten erwartet. Die durchsuchten sie und fanden Geld sowie ein kleines Goldpferd bei ihr. Da die Beamten sämtliche Schmuckstücke und auch die Geldscheine zuvor fotografiert hatten, wussten sie, dass noch ein Ring fehlte. Der konnte allerdings nicht gefunden werden. Erst am nächsten Tag fand die Familie den Ring zwischen den dreckigen Putzlappen – in dem Raum, in dem die Angeklagte sich einer Ganzkörperuntersuchung unterziehen musste.

Bei der Wohnungsdurchsuchung der Verdächtigen wurden Altgoldankauf-Verträge gefunden. Alle ausgestellt, kurz nachdem die Frau in den Wohnungen geputzt hatte. Es stellte sich heraus, dass sie auch bei einer weiteren Dame Schmuck und Geld entwendet hatte. Insgesamt, so rechnet Richter Michael Eberle vor, soll es sich um eine Wert von knapp 8.500 Euro handeln. Das meiste sei nämlich Goldschmuck gewesen, teils mit Perlen oder auch Brillanten.

Die Schmuckstücke hatte der Ehemann der 43-Jährigen und ebenfalls Angeklagter in einem Altgoldankauf-Geschäft in Landsberg abgegeben. Einige Teile konnten noch sicher gestellt werden. Andere Schmuckstücke sind allerdings bereits verschmolzen worden, wie der Richter erklärt. Darunter auch Schmuck, der der verstorbenen Mutter einer 23-Jährigen Geschädigten gehörte.

Die beiden Angeklagten schwiegen während des gesamten Prozesses. Richter Eberle hatte aber auch ohne Geständnis keine Zweifel, dass die Angeklagten die Taten begangen haben. Die Frau wurde wegen Diebstahls zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt, wobei sie knapp am Gefängnis vorbeigekommen sei, so der Richter. Ihr Ehemann, der schonmal wegen Betrugs verurteilt wurde, bekam für den Vorwurf der Hehlerei neun Monate auf Bewährung.

Beide müssen zudem das Geld für den verkauften Schmuck zurückzahlen.

Der Fall könnte auch für die 16-Jährige Tochter der Eheleute noch Konsequenzen haben. Bei der Wohnungsdurchsuchung wurde nämlich noch ein Silberring entdeckt. Die Angeklagte behauptete sofort, der gehöre ihrer Tochter. „Die hat erst etwas rumgedruckst und dann gesagt er gehört ihr“, erinnert sich der Polizist an das Gespräch mit der 16-Jährigen. Er habe aber das starke Gefühl gehabt, dass das Mädchen den Ring noch nie gesehen hat. Das Problem: der Familie, die die Polizei gerufen hat, gehörte er nicht und von einer weiteren Geschädigten wusste man noch nichts. Und so habe man den Ring nicht als Diebesgut identifizieren können. Er verblieb damit bei den Angeklagten.

Richter Eberle wandte sich an das Ehepaar: „Denken Sie darüber nach und tun Sie das Richtige.“

Auch interessant

Meistgelesen

Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Reichlinger Dirigent Lars Scharding und die 25-Kilo-Wette
Reichlinger Dirigent Lars Scharding und die 25-Kilo-Wette
"D´Ammerseer Utting" feiern 100-jähriges Jubiläum
"D´Ammerseer Utting" feiern 100-jähriges Jubiläum
Dießens Marienmünster feiert den 280. Geburtstag mit viel Programm
Dießens Marienmünster feiert den 280. Geburtstag mit viel Programm

Kommentare