Eher ein Sozialbürgermeister

Bürgermeister Dr. Klaus Bühler (links) war erster Gratulant, nachdem Erich Püttner (links) zum Bürgermeisterkandidaten der UBV nomininert worden war. Foto: Kruse

Erich Püttner geht am 11. März für die UBV ins Rennen um den Posten als Bürgermeister der Marktgemeinde. Die einstimmige Wahl des 54-Jährigen überraschte niemanden – am allerwenigsten wohl ihn selbst. Keine zwei Stunden nach dem Ende der Aufstellungsversammlung hatte der Leiter des Kauferinger Seniorenstifts (seit 1995) seine Inter­- net-Homepage komplett aktualisiert. „Ihr Kandidat für Kaufering“ heißt es dort seitdem. Die Wahlkampftermine waren wie auch das Abstimmungsergebnis ebenfalls sofort online verfügbar.

Dass Püttner wenig dem Zufall überlassen will, wurde auch aus seiner Vorstellung deutlich. „Projektbezogenheit“ ist ein Credo des Vaters von zwei erwachsenen Töchtern; der bisherige Lebensweg, den er erzählte, verdeutlichte das. Über die Katholische Jugendarbeit, die Pfadfinder, den Kreisju­gend­ring und den Pfarrgemeinderat hat er sich nach oben gearbeitet, das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg gemacht, dann Sozialpädagogie und Sozialgerontologie studiert. Püttner hat nach seiner Auskunft sowohl den ersten Recycling-Hof im Landkreis als auch den Behindertenbeirat gegründet. Erich Püttner saß sechs Jahre im Kreistag, die Schwer­punkte seines Werdeganges liegen im christlichen und sozialen Bereich, seine parteipolitische Vergangenheit allerdings bei der SPD. „Ich habe aber immer schon zu ihm gesagt, komm doch mal zu uns, wenn es so weit ist“, erklärte Gemeinderatsmitglied Prof. Michael Kortstock, „natürlich, ohne dass wir ihn abgeworben hätten“. Diese Aussage nahm SPD-Ortsvorsitzender Thomas Konter auf der Versammlung mit einem Lächeln zur Kenntnis. Zum ebenfalls anwesenden Bürgermeister Dr. Klaus Bühler ging Püttner überraschend auf Halbdistanz. „Ich werde eher der Sozialbürgermeister sein“, meinte er, um anzufügen: „Natürlich nur, wenn ich es dann werde.“ Seine Wunschvorstellung für Kaufering: Die Bürger „früher und umfassender zu informieren“ und „in die Entscheidungsprozesse aktiver mit einbinden.“ UBV-Fraktionssprecher Graf Börries zu Castell hatte die Sitzung bereits zweideutig eröffnet: „Es wird jetzt mit dir anders werden, aber gut. Die Ausrichtung wird mehr in den sozialen Bereich gehen, wir werden dich dabei unterstützen“, richtete er das Wort an den Kandidaten. Bühler selbst betonte, dass er „als amtierender Bürgermeister keine Wahlempfehlung aussprechen“ dürfe, meinte aber: „Ich wünsche mir einen Wahlkampf, bei dem Unterschiede herausgearbeitet werden. Und damit sollte Ernst Püttner keine Probleme haben.“

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