Das Ehrenamt gewürdigt

Das Leitungsteam der Familienoase durfte den 1. Preis und den damit verbunden Scheck über 3000 Euro in Empfang nehmen (von links): Claudia Schneider, Tanja Kirchberger, Heike Brummer, Bankvorstand Klaus Schmalholz, Petra Rieker und Landrat Walter Eichner. Foto: Eckstein

Projekte zu unterstützen, die Menschen in schwierigen Situationen zu mehr Lebensqualität verhelfen und gleichzeitig die ehrenamtlichen Initiatoren und Helfer zu stärken und zu würdigen: das sind die Ziele des Sozialpreises, den die Volks- und Raiffeisenbanken im Landkreis Landsberg in Zusammenarbeit mit Landrat Walter Eichner zum zweiten Mal vergeben. Den mit 3000 Euro dotierten 1. Preis erhielt in diesem Jahr die Familien­oase Landsberg.

„Lächelnde Eltern haben lächelnde Kinder“ ist das Motto des Familienzentrums am Hauptplatz. Das Angebot umfasst nicht nur Kurse und Treffpunkte, sondern ist dank vieler kompetenter Mitarbeiterinnen auch Anlaufstelle für die verschiedensten Probleme, die im Familienleben so auftauchen. „Solche Tür- und Angel-Gespräche dauern zwischen fünf Minuten und zwei Stunden“, erzählt Heike Brummer aus dem Leitungsteam. Dieses Gesamtkonzept überzeugte die Jury. Den 2. Platz im Wert von jeweils 2000 Euro teilten sich die Familienhilfe Windach und der Verein „Pferde für Menschen“ am Erlenweiherhof, der einen Fonds einrichten möchte, um auch finanziell schlecht gestellten Patienten das therapeutische Reiten ermöglichen zu können. Die Mitarbeiterinnen der Familienhilfe Windach kümmern sich ehrenamtlich um Familien und Einzelpersonen in Notlagen. Der 4. Platz, dotiert mit 1000 Euro, ging an den Verein „Gedenken in Kaufering“ für seine Gedenkarbeit, die auch Besuche von KZ-Überlebenden und deren Familien in Kauferinger Schulen umfasst. Daraus seien viele Schüler-Freundschafen entstanden, regelmäßige Kontakte würden per e-Mail gepflegt, so die Verantwortlichen. Jeder ist aufgerufen „Die Gesellschaft muss weg von diesem Ich-bezogenen Denken“, appellierte Landrat Walter Eichner. Daher könne man die, die „ohne viel Aufhebens das tun, was das soziale Miteinander ausmacht“, gar nicht genug würdigen. Auch die Präsidentin des Bayerischen Landtages, Barbara Stamm, die als Ehrengast geladen war, dankte den Mitwirkenden der insgesamt 26 Projekte, die sich für den Preis beworben hatten, für ihre Arbeit. Besonderes Lob hatte sie für die Volks- und Raiffeisenbanken im Landkreis parat. „Ein solches Engagement ist keine Selbstverständlichkeit, hier ist die viel diskutierte ethische Verantwortung der Wirtschaft vorhanden.“ In Zeiten, in der Banken eher für negative Schlagzeilen sorgen, sei diese Idee zur Nachahmung empfohlen: „Die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung durch die Wirtschaft ist ein Muss, denn erst die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ermöglichen es den Unternehmen, gut zu wirtschaften.“ Auch forderte sie auf, dass sich mehr Menschen sozial engagieren: „Jeder ist aufgerufen, etwas zu tun, um die Gemeinschaft zu stärken“ – hier könnten sich junge Menschen jene Schlüsselqualifikationen erwerben, die im Berufsleben mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Der Kreisverbandsvorsitzende der Volks- und Raiffeisenbanken, Klaus Schmalholz, dankte der Landtagspräsidentin für ihre lobenden Worte, die in der allgemeinen Bankenschelte „gut tun“. Mit ihrem Kommen streiche sie die Bedeutung ehrenamtlicher Tätigkeit heraus und ehre die vielen Engagierten. Als Dankeschön für die Präsidentin spielte die Konzertpianistin Innko Podwojewski, die den Abend mit wunderbaren klassischen Stücken untermalt hatte, eigens eine Fassung von Frank Sinatras „New York“, eines der Lieblingslieder Barbara Stamms.

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