Die "treibende Kraft"

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Zwei Kauferinger Bürger wurden für ihr ehrenamtliches Engagement von der Marktgemeinde ausgezeichnet (v. links): Wolfgang und Lotti Schwarzmann, Bürgermeister Erich Püttner und Karl Baur mit Ehefrau Gisela.

Kaufering – Es gehört zu den schönen Aufgaben eines Bürgermeisters, verdiente Mitmenschen zu ehren. Kau- ferings 3. Bürgermeisterin Gabriele Hunger hatte das Glück, in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung die Silberne Ehrennadel an Karl Baur zu überreichen. Erich Püttner, inzwischen aus dem Urlaub zurück, durfte am „Ehrenabend“ beim Brückenwirt einem langjährigen Weggefährten würdigen.

Gabriele Hunger lobte in der Marktgemeinderatssitzung Karl Baur. Ihm sei es gelungen, als Leiter des Ortsverbandes der „Gehörlosen Weilheim – Landsberg am Lech“ zwischen 1975 und 2005 innerhalb kürzester Zeit das Vereinsleben neu zu beleben und viele neue Mitglieder zu werben. Ein Problem des bereits 1933 gegründeten Vereins war aber immer ein fehlendes Domizil. „Viele Jahre trafen wir uns in wechselnden Gaststätten“, schrieb Karl Baur auf der Homepage des Vereins. Die Chronik des Vereins berichtet, dass die 1987 eingeführten regelmäßigen Treffen anfangs im Rotkreuz-Heim Landsberg und später im Thomas-Morus-Haus in Kaufering durchgeführt wurden. 

Nach langem Planen und Suchen konnte mit Hilfe von Ehrenmitglied Herrmann Weigl, der Gemeinde Kaufering sowie dem damaligen Landrat Filser 1994 mit dem Bau des „Haus der Gehörlosen“ begonnen werden, das ein Jahr später feierlich eingeweiht wurde. Bürgermeisterin Gabriele Hunger lobte in ihrer Laudatio, die von der Gebärdendolmetscherin Stephanie Hauke für Karl Baur übersetzt wurde, das ehrenamtliche Engagement von Karl Baur. „Natürlich haben viele Menschen mitgeholfen, die treibende Kraft aber waren Sie, Herr Baur“, betonte die stellvertretende Rathauschefin an diesem Abend. 

Beifall gab es auch für den zweiten Ehrenbürger der Marktgemeinde. „Wolfgang Schwarzmann ist ein Mann der leisen Worte, er ist ein Mann der Tat“, so beschrieb Bürgermeister Erich Püttner seinen Freund Wolfgang Schwarzmann bei der Ehrung beim Brückenwirt. „Ihn zeichnet eine hohe Nächstenliebe aus“. In seiner „Hoch-Zeit“ hatte er 15 Ehrenämter auf einmal, sagte der Rathauschef. Das lag sicherlich auch daran, dass er nie „nein“ sagen konnte. Erich Püttner stellte aber auch klar, dass für ihn auch die Ehefrau Lotti den Preis verdient habe. Sie habe nicht nur 40 Jahre ihren Mann beim Ehrenamt unterstützt sondern sich selbst engagiert. Auf drei Seiten hatte sich Bürgermeister Erich Püttner die unzähligen ehrenamtlichen Tätig- keiten von Wolfgang Schwarzmann notiert. 

Er sei Oberturnwart und Jugendwart beim VFL Kaufering gewesen, habe Turnerfeste ausgerichtet oder auch Kampfrichter geschult, bilanzierte Püttner. Schwarzmann habe zusammen mit Reinhold Büttner auch die Kauferinger Sektion des Alpenvereins gegründet. Viel Engagement habe Schwarzmann auch in der kirchlichen Arbeit an den Tag gelegt. Viele Kauferinger kennen Lotti und Wolfgang Schwarzmann auch als Flohmarktgründer. Sieben Jahre lang hat das Ehepaar die ökonomische Rumänienhilfe organisiert. Über 10 Jahre lang haben die Schwarzmanns auch Aussiedler betreut, Jobs vermittelt und Ehefrau Lotti habe anfangs sogar die Wäsche für die Aussiedler gewaschen, wie Bürgermeister Püttner auch berichtete. 

Für ihr ehrenamtliches Engagement erhielten weiter Michael Waibel, Josef Mayrock, Manfred Keller, Claudia Ambrosch und Gabriele Mayrock, alle vom Musikverein, Ehrenurkunden überreicht. Von der Volkstanzgruppe erhielten Elisabeth Dellinger und vom Turnverein Anita Waidhauser und Roswitha Happach Ehrenurkunden, ebenso wie Karl Beiwinkler für sein Engagement in verschiedenen Vereinen. Organisiert hatte den Abend der Kauferinger Simon Niebeler im Auftrag des Rathauses – natürlich ehrenamtlich.

Siegfried Spörer

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