Grünes Licht vom Denklinger Gemeinderat

Lustberghof mit Tanke im Angebot

+
Der Lustberghof an der B17 zwischen Landsberg und Schongau: Die Gaststätte wird zurzeit zum Verkauf angeboten.

Denklingen – Verkaufsabsichten hegt der Eigentümer des Lustberghofes bei Denklingen: Er hat die Gaststätte an der B17 inseriert und möchte den Markt sondieren. Ungeachtet dessen soll die Tankstelle verwirklicht werden. In der vergangenen Woche billigte der Gemeinderat den Bebauungsplan „Tankstelle Lustberghof“. Er wird nun erneut ausgelegt. Bürger, Behörden und Träger öffentlicher Belange haben noch einmal Gelegenheit, Einwände vorzubringen.

Einer, der die endgültige Genehmigung und die Fertigstellung der neuen Tankstelle an der B17 herbeisehnt, ist Wolfgang Frey, der zusammen mit Michaela Baumer den Lustberg­hof führt. Denn in der Gastronomie seien die Umsätze in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Ein Grund dafür sei, dass mit dem dreistreifigen Ausbau der B17 zwischen Landsberg und Schongau der Verkehr schneller fließe und kaum noch ein Autofahrer rechts auf den Hof abbiege. Ein anderer Grund für die Einbußen sei das Verhalten vieler Ausflügler, die auf der B17 unterwegs sind. Da nehme sich kaum noch einer Zeit für eine längere Pause – sei es für ein Mittagessen, für eine Kaffeepause oder für eine Brotzeit.

Wie eine Farce liest sich bei solchen Bewertungen förmlich der Absatz, der in der Begründung zu dem neuen Denklinger Bebauungsplan vermerkt ist: „Das Landgasthaus Lustberg steht seit über 50 Jahren in Familienbesitz und liegt in der Nähe der alten Römerstraße Via Claudia Augusta sowie der Romantischen Straße. Das Gasthaus ist beliebter Einkehrort für Durchreisende in der ,Tradition römischer Straßenstationen‘, Treffpunkt für Einheimische und bevorzugter Ort für mancherlei Feste.“

Mehr als fünf Jahre seien von den ersten Überlegungen für eine Tankstelle bis jetzt schon vergangen, sagt Wolfgang Frey. Er hoffe nicht, dass es noch einmal so lange dauere, bis sie endgültig genehmigt und gebaut werde. Er stellt für die Tanke nördlich des Gasthofs das Gelände zur Verfügung. Auf 12.000 Quadratmetern gilt der „vorhabenbezogene Bebauungsplan“ „Tankstelle Lustberg“. Gut die Hälfte des Areals ist als Verkehrsfläche vorgesehen.

Dort soll nach dem Willen der Gemeinde Denklingen – nur 2,8 Kilometer nördlich der stark frequentierten Tankstelle bei Kinsau – eine JET-Station errichtet werden. Die Kommune verhandelt freilich nicht mit dem Konzern, sondern mit einem Investor aus Franken.

Bevor der Gemeinderat neulich den Billigungs- und Auslegungsbeschluss fasste, erläuterte Bürgermeister Michael Kießling, dass die Ausfahrt vom Weiler Guttenstall zur B17 Richtung Schongau erhalten bleibt und nicht verändert werde. Es käme auf der dreispurigen Straße zu keiner Fahrbahntrennung.

Nur nach Süden

Verlängert werden die Abbiegespur aus Richtung Landsberg und die Einfädelspur Richtung Schongau. Es bleibt bei der Festlegung: Nutzer der Tankstelle können, wenn sie aus dem Fuchstal oder aus Landsberg kommend die Zapfsäulen anfahren, nur in Richtung Süden auf die B17 einbiegen. Wer wieder in Richtung Landsberg möchte, muss zunächst einen Kilometer weiter südlich fahren, dann bei Epfach-Neuhof die B17 unterqueren und auf der anderen Seite die entgegengesetzte Richtung nach Norden einschlagen.

Freilich ist unverändert festzuhalten: Das Staatliche Bauamt misst der „Leichtigkeit des Verkehrs“ eine hohe Bedeutung zu. Daraus ergibt sich, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometer als Maßstab für alle Maßnahmen gilt, die mit der Tankstelle im Zusammenhang stehen.

Oberste Priorität hat jedoch sowohl bei der Planung als auch beim Betrieb der Tankstelle die Verkehrssicherheit. Auch künftige von den Fachbehörden für notwendig erachtete Maßnahmen (bauliche Korrekturen, Beschilderung und Markierung sowie sonstige Absicherungen) gehen zu Lasten des Tankstellenbetreibers.

Fahrbahn geteilt?

Die Behörde in Weilheim weist nach wie vor darauf hin, dass kein Anspruch darauf besteht, „alle momentan vorgesehenen Fahrbeziehungen aufrechtzuerhalten“. Sollte es – nach Feststellung der örtlich zuständigen Unfallkommission – zu Beeinträchtigungen der Verkehrssicherheit kommen, „müssen wir uns die Option der kompletten Richtungstrennung des Nord-Süd- und Süd-Nord-Verkehrs vorbehalten.“ Diese Einschätzung des Staatlichen Bauamtes wird die Bewohner von Guttenstall hellhörig werden lassen: Die Fahrbahnteilung auf der B17 ist zwar unwahrscheinlich, aber sie ist nach wie vor noch nicht ganz vom Tisch.

Johannes Jais

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Polizei-Großeinsatz wegen Softairs
Polizei-Großeinsatz wegen Softairs
Taktik und Technik statt Hau-Drauf
Taktik und Technik statt Hau-Drauf
Neuer Radweg nach Ummendorf
Neuer Radweg nach Ummendorf

Kommentare