Eimer schleppen statt fließendes Wasser

Im Schulcontainer lässt sich’s auch ohne fließend Wasser gut lernen und lehren, sagen die Stadtoberen. Foto: Peters

Große Aufregung an der Fritz-Beck-Hauptschule (FBH): Nach dem Abriss des maroden Doblerbaus ließ die Stadt in den Ferien vier Container für den in dieser Woche beginnenden Unterricht aufstellen. Fließend Wasser gibt es darin allerdings nicht, was Elternbeirat wie Lehrkörper gehörig auf die Palme bringt. Darüber und über die aktuelle Raumnot an der Landsberger Mittelschule sprach der KREISBOTE mit Schulleiter Josef Kannheiser.

Herr Kannheiser, in Teilbereichen Ihrer Schule herrscht gewissermaßen Wassermangel – was sagen Sie denn dazu? Kannheiser: „Ja, das ist ein echtes Problem. In den kürzlich aufgestellten Unterrichtscontainern als Ersatz für den Doblerbau ist kein fließendes Wasser vorhanden. Dieser Zustand ist für den vorgesehenen Zeitraum von mindestens einem Jahr, voraussichtlich sogar mehrere Jahre, aus hygienischen und praktischen Gründen für Schüler und Lehrer aus meiner Sicht unzumutbar.“ Wieso gibt es denn kein fließendes Wasser? Kannheiser: „Weil das die Stadt aus Kostengründen nicht vorgesehen hat.“ Es gibt auch an andere Stelle Schulcontainer… Kannheiser: „Korrekt. Und da wäre schon mal zu hinterfragen, warum an anderen Schulen mit vorübergehender Containerlösung fließendes Wasser kein (Streit)-Thema ist.“ Und wie gehen Sie jetzt mit dem Problem um? Kannheiser: „Nun ja, das Wasser zum Tafelwischen, Händewaschen und so weiter sollen wir in Eimern herbeischaffen.“ Und so was an einer angehenden Mittelschule… Kannheiser: „Ja, leider. Wir hatten uns den Weg von der Haupt- zur Mittelschule, die ja auch eine Aufwertung bedeuten sollte, weniger schwierig vorgestellt.“ Wie stellt sich die aktuelle Situation an der Fritz-Beck-Hauptschule dar? Kannheiser: „Ursprünglich ging die Stadt davon aus, den maroden Doblerbau ohne Ersatz abbrechen zu können. Man rechnete für das nun beginnende Schuljahr nur noch mit 16 bis 17 Klassen. Die Schulleitung prognostizierte hingegen 19 bis 20 Klassen. Letzteres bestätigte sich bereits im Mai und seit Juli wissen wir, dass es 20 Klassen sind.“ Wie kommt es zu diesen Abweichungen? Kannheiser: „Hauptursache ist die unkalkulierbare Schülerzahl, bedingt durch Zuzüge, nicht bestandene Aufnahmeprüfungen sowie Rückläufern aus den Gymnasien und Realschulen.“ Gleichzeitig schwand aber das Raumangebot… Kannheiser: „So ist es. Dem Abriss des Doppelbaus fielen neun Klassenzimmer und diverse Nebenräume, wie etwa das Eltern­sprechzimmer, ein Gruppenraum und das vielgenutzte Schülerzentrum zum Opfer. Laut Stadtratbeschluss sollen fehlende Räume durch die vier Container ersetzt werden.“ Kommen Sie damit zurecht? Kannheiser: „Die Schule arrangierte sich mit dieser neuen Situation und wandelte Differenzierungsräume und den Aufenthaltsraum der Ganztagsklassen in Klassenzimmer um. Schü­- lerbücherei und die Lehrmittelsammlung wurden auf Kellerräume, zahlreiche Lehrmittelschränke auf Flure verteilt. Für das Schülerzentrum als Aufenthaltsraum und Raum zur Essens­einnahme während der Mittagspause oder der Freistunden gibt es für die Schüler der Regel­klassen keinen Ersatz.“ Führt das denn nicht zu erheblichen Einschränkungen im Schulbetrieb? Kannheiser: „In der Tat. Für die individuelle und modulare Förderung, Kernpunkte der Hauptschulinitiative, bleiben uns neben der Mehrfachnutzung der PCB-Räume und des Musikraumes nur noch zwei Differenzierungsräume.“ Wie sieht es mit dem Ganztagsschulbetrieb aus? Kannheiser: „Das Raum­kon­zept dafür wurde auf das reguläre Klassenzimmer reduziert. Das heißt, Differenzierungs-und Aufenthaltsräume für die Ganztagsschule sind nicht mehr vorhanden. Das bedeutet unter anderem auch, dass das pädagogische Konzept der Ganztagsschule nicht mehr in vollem Um­fang verwirklicht werden kann. Künftig wird sich eben das Ganztagsangebot der Fritz-Beck-Hauptschule nach dem Raumangebot orientieren müssen.“

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