Freie Kunstanstalt

Keine „Syltisierung“: Spaziergang für die Kultur in Dießen

Polina beim Kulturspaziergang
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Polina (rechts) von der Gruppe „Pollyester“ performte vor den Huber-Häusern eine Liebeserklärung an die Industriebrache, die nach dem Willen der „Freien Kunstanstalt e.V.“ ein Kulturzentrum für die Jugend werden soll.
  • Dieter Roettig
    VonDieter Roettig
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Dießen – Große Klappe und doch einiges dahinter! Selbst Skeptiker und Widersacher waren beeindruckt, was die Initiatoren des Vereins „Freie Kunstanstalt“ mit ihrem „Kulturspaziergang“ durch Dießen auf die Beine gestellt hatten. Friedlich, fröhlich und bisweilen auch frech kämpften sie für mehr Freiräume für die Jugend und junge Erwachsene. Im Speziellen ging die Demo um den Zuschlag für die „Huber-Häuser“, wo man aus der ehemaligen „Graphischen Kunst- und Verlagsanstalt Jos. Huber K.G.“ ein offenes integratives Kulturzentrum gestalten möchte. Dieses Ansinnen bei der Marktgemeinde stockt gerade wegen der vorgeschriebenen Altlasten-Untersuchungen von Bausubstanz und Boden. Um öffentlichkeitswirksam in Erinnerung zu bleiben, hatte man zu diesem Event aufgerufen.

Gegen die Starnbergisierung oder Syltisierung Dießens

Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“
Großes Kino: Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“  © Roettig
Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“
Großes Kino: Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“  © Roettig
Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“
Großes Kino: Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“  © Roettig
Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“
Großes Kino: Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“  © Roettig
Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“
Großes Kino: Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“  © Roettig
Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“
Großes Kino: Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“  © Roettig
Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“
Großes Kino: Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“  © Roettig
Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“
Großes Kino: Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“  © Roettig
Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“
Großes Kino: Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“  © Roettig
Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“
Großes Kino: Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“  © Roettig
Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“
Großes Kino: Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“  © Roettig
Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“
Großes Kino: Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“  © Roettig
Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“
Großes Kino: Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“  © Roettig
Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“
Großes Kino: Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“  © Roettig
Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“
Großes Kino: Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“  © Roettig
Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“
Großes Kino: Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“  © Roettig
Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“
Großes Kino: Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“  © Roettig
Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“
Großes Kino: Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“  © Roettig
Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“
Großes Kino: Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“  © Roettig
Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“
Großes Kino: Der Kulturspaziergang des Vereins „Freie Kunstanstalt“  © Roettig

Lautstark ging es los am Skateplatz beim MTV-Sportgelände, wo die Rock- und Punk-Gruppen „the ultimate silverbeet“ und „Punk 9“ die Besucher zu wilden Tanzeinlagen animierten. Trotz Sommerhitze Corona-konform mit Masken, behutsam kontrolliert von eigenen Ordnern und der Polizei, die schließlich den Weg durch die Fischerei zum Untermüllerplatz freimachte. Hier fand vor rund 300 Zuschauern, darunter Bürgermeisterin Sandra Perzul und viele Gemeinderäte, die eigentliche Kundgebung statt. Umrahmt von „folkloristisch-elegischen Rumpeljazz“ der Hochzeitskapelle auf einem Pferdegespann mit Musikern der Bayerischen Supergruppe „The Notwist“.

Kunstanstalt-Vorsitzende Stephanie Sanktjohanser rühmte mit Stolz, dass die Dießener Jugend sehr wohl etwas bewegen könne und nannte als Beispiel den gerade entstehenden Skate- und Basketballplatz. Erzürnt zeigte sie sich ob des derzeit immer noch geschlossenen Jugendtreffs, weil die Gemeinde den Leiter Simon Brieger ohne Vorwarnung für andere Aufgaben abgezogen habe. Ein großes Fragezeichen schickte sie an das Rathaus bezüglich des gemeindeeigenen Gasthofs Drei Rosen, der samt Saal seit drei Jahren leerstehe und den man längst für die Jugend- und Kulturarbeit nutzen könnte.

Mariam Anton, grüne Gemeinderätin, Kulturreferentin und Befürworterin des geplanten Kulturzentrums, zeigte sich optimistisch, dass sich bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten bald etwas tun werde.

Kein Altersheim

Als klare Fürsprecherin der Kunstanstalt erwies sich Gabriele Triebel aus Kaufering, Abgeordnete der Grünen im Bayerischen Landtag. Der heutige Kulturspaziergang sei die beste Visiten- und Eintrittskarte der engagierten Jugend für die Huber-Häuser. Dem schloss sich Simone Ketterl an, Bundestagskandidatin der Linken aus dem Stimmkreis Landsberg/Starnberg/Stadt Germering. Dießen müsse bunt, kreativ, laut und charmant bleiben und „kein Altersheim für wohlhabende Münchener werden“.

Peter Bierl vom politischen Diskussionsforum „Mittwochsdisko“ in Dießen hoffte auf eine baldige positive Umnutzung der „ehemaligen Nazi-Druckerei Huber“. Er sprach damit auf die meist totgeschwiegene Tatsache an, dass hier während des Dritten Reichs Bücher, Broschüren und Flugblätter für die NSDAP gedruckt wurden. Wolfgang Hauck, der kurz vor dem Kulturspaziergang sein Kultainer-Gastspiel in Dießen mit Bürgermeisterin Perzul und Kulturreferent Michael Lutzeier eröffnet hatte, wünschte den Initiatoren ein konkretes Konzept, gebündelte Energie und Durchhaltevermögen, um ihre Forderungen durchzusetzen. Untermüller-Platzhirsch Martin Brink vom Unterbräu hoffte auf mehr Raum für Tradition, Vereinsleben und Freiheiten für die Jugend und warnte vor einer „Starnbergisierung oder Syltisierung Dießens“.

Eine Liebeserklärung

Vor dem Ausklangziel Schacky-Park machte der Kulturspaziergang Halt bei den Huber-Häusern, wo das für alle überraschende Highlight des Nachmittags stattfand. Die stimmstarke Sängerin Polina Lapkovskaja der Gruppe Pollyester intonierte theatralisch eine Liebeserklärung an die Industriebrache und begehrte Einlass mit dem „Betreten verboten“-Schild auf dem Rücken. Die Musik dazu kam vom originellen Soundfahrrad von Manuel da Coll, Schlagzeuger der Gruppe LaBrassBanda. Er wie auch alle anderen Künstler haben für ihre Mitwirkung am Kulturspaziergang in Dießen auf ihr Honorar verzichtet.

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