Hilfe, wo es nötig ist

Eindrucksvolle Hilfe-Bilanz des Vereins GemEinsam aus Schondorf

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Sie haben vor 25 Jahren mit anderen Wohltätern den gemeinnützigen Verein „GemEinsam“ gegründet: Fritz und Waltraud Schneider, Bernd Steyer, Ute Günther-Hofmann, Peter Raithel und Walter Ziegler (von links).

Schondorf – Auch in der vermeintlich wohlhabenden Ammersee-Region gibt es zunehmend Menschen, die trotz Hartz IV und Hilfe durch die Tafeln kaum über die Runden kommen. Vor allem, wenn plötzlich unverhoffte Zahlungen anstehen. Hier springt seit 1995 der gemeinnützige Verein „GemEinsam Ammersee West“ in Schondorf ein, der schnell und unbürokratisch hilft.

Davon konnten sich die Mitglieder bei der wegen Corona verspäteten Jahreshauptversammlung im Strandbad Forster überzeugen. Der alte und neue Vorsitzende Peter Raithel brachte in seinem Rechenschaftsbericht Beispiele, wie man ohne Behörden-Marathon älteren und/oder hilfsbedürftigen Mitbürgern unter die Arme greifen kann, wenn Not am Mann ist – ob bei der Mietnebenkostennachzahlung, Stromrechnung, überfälligen GEZ-Gebühren oder einer Tierarztrechnung. Selbst die Zuzahlung für einen Krankenhausaufenthalt oder der Musikunterricht für Kinder wird ermöglicht. 37.725 Euro aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden wurden so 2019 ausgegeben. „Auch bei uns steigt die Altersarmut merklich, dazu kommen immer mehr alleinerziehende Mütter mit finanziellen Problemen“, so Raithel.

Wenn die Waschmaschine defekt ist oder die Tiefkühltruhe ihren Geist aufgibt, GemEinsam springt auch mit Darlehen ein. 2019 wurden 21 Darlehen mit insgesamt 23.572 Euro vergeben, wobei „die Rückzahlungen planmäßig verlaufen“, so Raithel. Alle Hilfsanfragen laufen über den „kurzen Dienstweg“. Die Vorstandsmitglieder schließen sich telefonisch oder per E-Mail kurz und dann wird unbürokratisch gehandelt. Der Verein arbeitet ehrenamtlich, sodass die Verwaltungskosten bei nur 2,6 Prozent liegen.

Seit 2011 bringt das vereinseigene „Sozialmobil“ jeden Mittwoch Bedürftige aus Eching, Utting und Schondorf kostenlos zur Dießener Tafel. Wer das aus gesundheitlichen Gründen nicht schafft, dem werden die Lebensmittel von der Tafel sogar kostenlos ins Haus geliefert. Für diese und andere Fahrten wie Arztbesuche hatte das Sozialmobil im letzten Jahr 1.094 Einsätze, insgesamt 29.240 Kilometer. Nicht alle Fahrten sind kostenlos, aber Inhaber/innen der Sozialcard fahren zum halben Preis. Dieser Beförderungsdienst für Senioren, weniger betuchte und unmotorisierte Mitbürger ist von Montag bis Freitag unter 0170/8961302 zu erreichen. Finanziert wird er durch die Gemeinden sowie einem Buchloer Unternehmer und der Bert-Fanselau-Stiftung.

Das allgemeine Spendenaufkommen betrug im letzten Jahr 35.440 Euro. Hier dankte Peter Raithel neben den vielen „normalen“ Wohltätern besonders dem Sammersee-Festival für 1.000 Euro, der Sparkassenstiftung für 900 Euro und der Realschule Schondorf für 500 Euro aus dem Erlös ihrer Weihnachtsfeier. Der Besitzer eines Fitnessstudios aus Greifenberg verzichtete auf Geschenke zu seinem runden Geburtstag und konnte so 2.600 Euro GemEinsam zukommen lassen. Und zum Jahresausklang kamen nochmals 4.000 Euro auf das Konto, gespendet von einem Schondorfer Unternehmen.

Dass die umfangreiche Buchhaltung fehlerlos funktioniert, ist vor allem der langjährigen Schatzmeisterin Barbara Schubert zu verdanken. Sie und ihr Kassenbericht wurden einstimmig entlastet. Die Wahl der Vorstandschaft für die nächsten zwei Jahre war ebenfalls nur Formsache. Erster Vorsitzender Peter Raithel wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt ebenso wie die Vorstandsmitglieder Dagmar Näther, Barbara Schubert, Elisabeth Tietjens, Irmtraud Gruber, Andreas Böttcher und Matthias von Linde.

GemEinsam feiert in diesem Jahr das 25-jährige Gründungsjubiläum, leider coronabedingt ohne öffentlich wirksame Veranstaltungen. So konnte auch die Ehrung der Gründungsmitglieder „nur“ intern stattfinden. Über die Anerkennung freuten sich Waltraud und Fritz Schneider, Ute Günther-Hofmann, Bernd Steyer, Walter Ziegler und natürlich Initiator Peter Raithel selbst.

Es ist Tradition, dass sich jedes Jahr eine ehrenamtliche Organisation vorstellen darf und mit einer Spende von fünfhundert Euro bedacht wird. Diesmal konnte Ludwig Gernhardt die „Afrikahilfe Schondorf“ präsentieren, die seit 1986 Ausbildungs- und Sozialeinrichtungen in abgelegenen Regionen Afrikas unterstützt.

Peter Raithel wies zum Schluss noch auf die Internetseite des Vereins www.gemeinsam-ammersee.de hin, die monatlich über viertausend Aufrufe verzeichnet. Hier kann man mit dem Verein Kontakt aufnehmen und erfährt alles über die vielfältigen Aktivitäten.
Dieter Roettig

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