Eine andere Möglichkeit gibt es nicht

Die Schulverbände Fuchstal und Rott wollen miteinander einen Schulverbund eingehen: Ab dem Schuljahr 2010/11 soll die Kooperation der beiden Hauptschulen beginnen. Sowohl Fuchstal als auch Rott stimmten diesem Vorhaben in ihren jeweiligen Schulverbandsversammlungen zu. Warum Fuchstal sich quasi gezwungen sieht, mit der Volksschule Rott in einen Verbund zu gehen

, erläuterte Vorsitzender Erwin Karg: „Kultusminister Spaenle möchte Geld einsparen“, eröffnete er die jüngste Sitzung der Fuchstaler Schulverbandssammlung. Wegen der rückgängigen Schülerzahlen an den Hauptschulen würde das Bayerische Kultusministerium versuchen, durch die Gründung von Schulverbünden Lehrer einzusparen. Für Fuchstal sah Karg keine andere Möglichkeit, als sich um einen Verbund zu bemühen: „Wir kommen nicht drum herum, den Schulverbund mit Rott einzugehen“, stellte er klar – andernfalls würde die Hauptschule Fuchstal wohl in zwei bis drei Jahren „weg von der Schullandschaft“ sein. Und wenn schon ein Verbund, dann wenigstens mit einem geeigneten Partner, meinte Karg: Denn während die Schulen in der Region Ammersee „eine ganz andere Welt“ als das Fuchstal seien, gebe es mit Rott viel mehr Gemeinsamkeiten. Beide seien ländlich strukturiert und würden gut zusammen passen, meinte der Fuchstaler Bürgermeister – schon deswegen, weil ja jetzt schon Rotter Schüler den M-Zug in Fuchstal besuchten. "Ich bin entsetzt" Begeistert waren die Räte des Fuchstaler Schulverbands über die Pläne des Bayerischen Kultusministeriums nicht gerade – ganz im Gegenteil: „Ich bin entsetzt“, hagelte es aus Unterdießen von Bürgermeister Dietmar Loose Kritik an Spaenle. „Wir sind erschüttert, dass diese nächste Reform schon wieder auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen wird“, machte er seinem Ärger Luft und fand es besonders schlimm, dass es gerade die Hauptschulen und damit die besonders förderungsbedürftigen Schüler treffe. Auch Denklingens Bürgermeisterin Viktoria Horber bedauerte, dass man hier vor vollendete Tatsachen gestellt werde und dabei sicher „nichts besseres für die Schüler“ heraus komme. Die Konrektorin der Fuchstaler Schule, Eva-Maria Klein, sah das „Sparmodell“ ebenso als „fehlgelaufen“ an, räumte aber ein: „Es ist eine Chance, den Schulstandort Süden zu halten.“ Letztlich waren sich bei der Fuchstaler Schulverbandsversammlung alle neun Vertreter aus Fuchstal, Denklingen und Unterdießen einig, dass nichts anderes übrig bleibe, als einen Verbund einzugehen – und dass Rott dafür der geeignetste Partner wäre. Nach Fuchstal kam nun auch aus Rott das eindeutige Signal, dass der Verbund gewünscht wird: Auch hier stimmte der Schulverband einstimmig der Kooperation zwischen den Hauptschulen in Fuchstal und Rott zu, wie der Verbandsvorsitzende und Rotter Bürgermeister Quirin Krötz dem KREISBOTEN bestätigte. Der Verbund sichere den Bestand beider Schulstandorte, erklärte Krötz – zum jetzigen Zeitpunkt sie dies die einzige Lösung.

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