Dießener Töpfermarkt

Tradition wahren, Moderne zeigen

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Kurze Verschnaufpause beim Marktrundgang: Grünen-Chefin im Landtag Margarete Bause und Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch.

Dießen – Pünktlich um 8.55 Uhr legte die Grande Dame des Ammersees, die „MS Diessen“ am "Vatertag" mit einem freudigen Signalton am Dampfersteg mitten im Töpfermarktgelände an. Erneut nutzte ein ausgesuchter Kreis von Politikern, die für den Ammersee und seine Kunst- und Kulturszene zuständig sind, die Gelegenheit bei der Markteröffnung dabei zu sein.

Gleich nach ihrer Landung durften die Ehrengäste sich von den Tanzkünsten der Dießener Trachtenzwerge bezaubern lassen und Bürgermeister Herbert Kirsch stellte erleichtert fest „das Wetter passt“. Er sei stolz auf diesen Markt, dem es immer wieder auf wundervolle Weise gelänge, Tradition zu bewahren und Moderne zu zeigen.

Erfolgreicher Start des Dießener Töpfermarktes

Eine der ersten Stationen beim anschließenden Rundgang mit Marktleiter Wolfgang Lösche war der Ausstellungspavillon, der in direkter Blickachse zum Heiligen Berg aufgebaut ist. Hier sei die Logistik des Marktes kreativ gebündelt so Lösche. Becher aus den teilnehmenden 150 internationalen Keramikwerkstätten zeigen deren vielfältige Handschrift auf und weisen den Weg zu den einzelnen Ständen.

Lösche versteht den von ihm konzipierten umsatzstarken Markt längst als internationale Börse für das Keramikhandwerk, als Drehkreuz für Sammler und Galeristen, als Ort, an dem neben dem Kernthema Gebrauchskeramik auch die künstlerische Keramik und einzigartige Unikate gefragt sind.

Obligatorisch war der Besuch an der Produktionsstraße von Nikos Kavgalakis. Der Tradition der kretischen Wandertöpfer entstammend sitzt der 75jährige bis heute jeden Tag an seiner Drehaschreibe. Denn 75 ist kein Alter für einen kretischen Mann, wie Nikos findet. Heute sind seine traditionellen Vorratsgefäße heißbegehrte Sammlerobjekte.

Auch die Studentin Lena Kaapke genießt die internationale Marktatmosphäre. Sie ist mit zwei Kommilitoninen und ihrer Professorin Dr. Kerstin Abraham (Muthesius Kunsthochschule Kiel) zum ersten Mal nach Dießen gekommen und hat eine gute Idee in Ton mitgebracht: Für jedes Land hat sie eine Schüssel gedreht, die so groß ist wie das Bruttoinlandsprodukt pro Person – umgerechnet in die Kaufkraft des jeweiligen Landes. Am Rand der größten Schüssel steht „Luxemburg“, am Rande der kleinsten „Kongo“.

Schließlich endete die Führung der Ehrengäste bei einem der zahlreichen Höhepunkte des Marktes, am Stand des koreanischen Shooting-Stars Kiho Kang. Die letzte Auszeichnung hat er im März 2014 mit nach Hause genommen: Bei der internationalen Handwerksmesse 2014 in München freute sich Kiho Kang über den Bayerischen Staatspreis für Gestaltung. Er baut seine Keramik in der langwierigen, Geduld erfordernden Wulsttechnik auf. So behalten die Oberflächen seiner eleganten weißen Objekte eine ganz besondere haptische Qualität.

Ursula Nagl

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