Eine Brücke, zwei Ideen – UBV: "Es geht auch günstiger!"

Dass eine Lechbrücke bei der Staustufe 15 gebaut werden soll, hat der Stadtrat im April mit 15:9 Stimmen bewilligt. Nur wie, bleibt die große Frage, die jetzt erneut von der UBV Landsberg diskutiert worden ist. Sachkunde hatten sich die UBVler dafür von Bauingenieur Daniel Karcher aus Bühl in Baden-Württemberg geholt. Karcher stellte etwa 30 interessierten Bürgern, darunter auch Anwohnern des Englischen Garten, zwei Varianten einer Brückenlösung vor, die deutlich weniger kosten würden als die von der Stadt geplante Stahlbetonbrücke.

Karchers Vorschläge, die von den meisten Anwesenden sehr positiv aufgenommen wurden, sehen eine Stahlseilbrücke mit einer Spannweite von 135 Metern oder eine Stahlfachwerkbrücke mit 80 Metern Weite vor. Für die erste Variante rechnet der Bauingenieur mit 840000 Euro Kosten, die zweite läge nur bei 260000 Euro. Dazu kommen jeweils die Aufwendungen für den Grunderwerb. „Bei den Bausummen wurde extra hoch kalkuliert, um nichts schön zu rechnen“, betonte Wolfgang Neumeier, 1. Vorsitzender UBV. Und trotzdem würde man mit diesen Brückenvarianten die Kosten für die vom Planungsbüro Trepte Häusele geplante Brücke stark unterschreiten. Diese könnte schließlich rund 1,5 Millionen Euro teuer werden. Negativ an dieser Betonbrücke sei zudem, dass sie viel schwerer sei und sich weniger gut in die Landschaft einfügen würde als beispielsweise die filigrane Brückenvariante 1. Die sehr günstige Brücke Nummer zwei könnte bei der Staumauer errichtet werden – dabei sprach Karcher von einer Konstruktion, die der Wehrkrone zehn bis 15 Meter flussabwärts vorgelagert sein müsste. Der Zugang sei hier über die Deckenplatten der Funktionsgebäude von Eon-Wasserkraft zu ermöglichen. Ob die Firma dem Brückenbau entgegenkomme, darüber herrschte aber Skepsis bei den Diskutierenden. Frühere Anfragen bei Eon, so die Erfahrung von UBV-Stadtrat Martin Zeiser, seien stets erfolglos geblieben. Natur und Brücke in Harmonie Christoph Jell, ebenfalls UBV-Stadtrat, sprach sich für eine Brücke aus, die sich harmonisch in die Natur, in das FFH-Gebiet im Wildpark, einfügt und erklärte zudem, dass es „Weltklasse wäre, wenn eine kostengünstigere Variante verwirklicht würde“. Die harmonische Einbindung in die Umwelt (FFH-Gebiet-Verträglichkeit) war nur ein Kriterium, das Karcher neben einer leichten Konstruktion, guter Erreichbarkeit, Hochwassersicherheit und möglichst geringen Kosten in seine Überlegungen miteinbezogen hatte, wie er mitteilte. Kritik in das allgemeine Lob neuer Brückenlösungen kam von Anwohnern des Englischen Gartens, die bemängelten, dass die dortige Verkehrslage – entscheidend für den Zugang zur Brücke – wieder nicht beachtet worden würde. „Was nütze eine Brücke, wo man nicht hinkommt?“, fragte einer der Anlieger und forderte ein Verkehrskonzept. Wolfgang Neumeier pflichtete hier bei und erweiterte die Forderung nach der um ein Gesamtkonzept für die Stadtentwicklung. Karchers zwei neue Vorschläge sind am vergangenen Mittwoch auch Oberbürgermeister Ingo Lehmann vorgestellt, der sich laut Neumeier offen gegenüber den beiden Varianten zeigte. Erneut diskutiert werden soll das Thema „Lechbrücke“ am Mittwoch, 8. Juli, ab 18 Uhr im Rathaus, wenn der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss tagt.

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