Eine fast perfekte Saison

War gegen Landsberg der Dreh- und Angelpunkt seiner Mannschaft und hatte damit maßgeblichen Anteil am Erfolg der Bears: Bambergs Running Back Rodney Curren. Foto: Krivec

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CHRISTOPH KRUSE Landsberg – Wie ihr Alptraum hieß, wussten die Footballer des Landsberg X-Press gar nicht, sie sahen nur ein ums andere Mal die Nummer 27 auf sich zu und zu oft an sich vorbei laufen. Hier ist der Name: Rodney Curren heißt der Running Back, der den Landsbergern vor der prächtigen Kulisse von 662 Zuschauern den Aufstieg in die Bayernliga beim 28:31 (21:7) im Finale fast im Alleingang verdarb. Dabei hatte es lange so ausgesehen, als sollten die „X-Men“ die Partie als sichere Sieger beenden. Schon nach zwei Minuten stellte Florian Borchert nach einem 30-Yard-Pass und dem folgenden Extrapunkt auf 7:0. Dann allerdings gab Curren die erste Kostprobe seines Könnens, riss sich los und war nicht mehr aufzuhalten: 7:7. In dieser Phase funktionierte das aber auch auf Landsberger Seite noch gut. Bernhard Bloch lief fast 50 Yards zum 14:7, Dominik Schäfer schaffte ebenfalls einen Lauf über 25 Yards und mit drei Versuchen und jeweils dem Gewinn von einigen Zentimetern schaffte es Jan Radewald vor der Pause noch einmal in die Endzone und wechselte beim Stand von 21:7 die Seiten. Damit war die Luft bei den Gastgebern allerdings erst einmal raus. Gleich mit dem ersten Drive nach der Halbzeit kamen die Bamberger viel zu zügig in die Rote Zone und waren prompt zum 21:14 erfolgreich. Mitte der zweiten Halbzeit fiel sogar der Ausgleich, wobei der Offense-Spieler allerdings mit dem Helm voraus in seinen Gegenspieler rannte – eigentlich ein klarer Regelverstoß, der aber von den nicht immer souveränen Schiedsrichtern nicht geahndet wurde. Bei den Landsbergern lief zu dieser Zeit offensiv nicht mehr allzuviel zusammen. Die Wide Receiver waren meistens gut gedeckt und konnten die wenigen Pässe, die sie dennoch erreichten, nicht fangen. Die Reverse-Läufe im Backfield, mit denen man in der ersten Halbzeit noch einige Male erfolgreich gewesen war, stellten für die Bears da schon längst keine Überraschung mehr da. Die Bamberger stellten sich zusehends besser auf das zu diesem Zeitpunkt leicht auszurechnende Angriffsspiel des X-Press ein, so dass dieser immer mühsamer über das Feld kam. Und dann legte Rodney Curren richtig los. Einige Male konnte er noch gestoppt werden, doch dann wurden seine Läufe immer länger und auch erfolgreicher. Drei Minuten vor Schluss passierte dann, was auf Landsberger Seite niemand mehr überraschen durfte: Curren riss sich wieder einmal los und lief 50 Yards bis zum Touchdown und zur 28:21-Führung für die Gäste. X-Press-Coach Shahram Fardin reagierte jetzt. Quarterback Shane Sabine wurde zum Running Back umfunktioniert, seine Position nahm Paul Johnson ein und der hatte tatsächlich noch Erfolg: In der letzten Minute warf er einen 10-Yard-Pass in die Endzone zum erneuten Ausgleich. Dann nahm das Unheil aber in Form von Curren wörtlich seinen Lauf. Den folgenden Kick-Off der Landsberger fing er nicht nur, sondern trug ihn bis fast an die Endzone des X-Press. „Da war mir schon klar, dass das wohl verloren geht“, sagte Präsident Knut Dins. „Damit war Bamberg schon in Field-Goal-Reichweite. Die haben dann nur noch ein bisschen die Uhr heruntergespielt.“ Tatsächlich schickten die Franken drei Sekunden vor Schluss ihren Kicker aufs Feld, der souverän zum 31:28-Endstand verwandelte und den Aufstiegsjubel der Bamberg Bears einleitete – ein bitterer Schlusspunkt unter eine ansonsten sportlich makellose X-Press-Saison.

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