Eine Frage des Wassers

So könnte das Geothermie-Kraftwerk in Utting ausschauen: Vorne das Maschinenhaus mit Tonnendach, hinten die Kühlanlage. Grafik: fischer+partner

Noch muss die Firma „Geoenergie Bayern“ aus Regensburg einige Hürden nehmen, bevor sie ihr geplantes Geothermie-Kraftwerk am Rand des Uttinger Gewerbegebietes bauen kann. Ein Knackpunkt ist die gigantische Kühlwassermenge, die das Kraftwerk für seine Nasszellen benötigt. Darauf verwiesen am Donnerstag Sachverständige im Gemeinderat.

Denn beim Kühlen des heißen Wassers aus etwa 3000 Meter Tiefe werden bis zu 28 Liter pro Sekunde beziehungsweise 860000 Kubikmeter Grundwasser jährlich benötigt: Das wäre die zweieinhalbfache Menge dessen, was die Uttinger insgesamt verbrauchen, sagte Gutachter Reinhard Schneider. Erörtert wurden auch die unterirdischen Fließrichtungen des Grundwassers und die Frage, ob aus dem Uferfiltrat des Ammersees in einen Brunnen Wasser abgesaugt werden könnte. Doch die Berechnungen liefern ohne Bohrungen noch keine gesicherten Erkenntnisse – auch nicht darüber, ob das Grundwasser überhaupt für die Kühlung ausreicht. Den Betreiber forderten die Kommunalpolitiker auf, diese noch offenen Fragen zu beantworten. Andere Nutzer des Grundwassers dürften „nicht beeinträchtigt werden“. Eine Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes steht noch aus. Laut „Geoenergie“ hat die Behörde aber Probebohrungen bereits erlaubt. Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL) betonte, dass für die Aufstellung eines Bebauungsplans vorab „alle Fakten klar sein müssen“. Diese sollten dann in einer Bürgerversammlung präsentiert werden. Danach sei für ein „Riesenprojekt“ wie dieses seiner Ansicht nach ein Ratsbegehren sinnvoll. Grundsätzlich hielten die Politiker aber an ihrer Entscheidung fest, durch das Kraftwerk umweltfreundlich Strom und Wärme zu produzieren. Für den Fall, dass die Kühlwassermenge nicht ausreiche, nannte Projektleiter Bernd Kapp den Bohrbereich am Reichhof als alternativen Standort. Die Firma hofft, im nächsten Jahr mit der ersten Tiefenborgung beginnen und bis zum Jahr 2015 ins Stromnetz gehen zu können.

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