Eine halbe Million für die Fachplaner

Kommandant Ewald Kapfhammer hofft, dass am Donnerstag der Projektbeschluss fürs Feuerwehrhaus fällt. Foto: Osman

Im Rahmen einer außerordentlichen Bürgerversammlung im Bürgerhaus haben sich Gemeinde, Feuerwehr, Planer und Bürger ein weiteres Mal mit dem Neubau des Geltendorfer Feuerwehrhauses befasst. Dabei hatten die Verantwortlichen vor allem zu erklären, warum die Kosten plötzlich bei 3,1 Millionen Euro liegen, wenn zuvor von „maximal 2,6 Millionen Euro“ die Rede gewesen war.

Im Laufe des Abends wurden zwei Dinge klar: Zum einen hat in der Vergangenheit offenbar nie jemand die Gesamtkosten beziffert, auch wenn die Öffentlichkeit die genannten Zahlen immer so verstand. Tatsächlich bezogen sie sich aber nur auf Rohbau, Ausbau und technische Ausstattung. Zum anderen herrschte auch bei den Verantwortlichen lange Zeit Un­- klarheit über die Höhe der Baunebenkosten, die vor allem für die verschiedenen Fachplaner anfallen. Hier kommen noch einmal 500000 Euro zusammen und damit doppelt so viel, wie die Feuerwehr ursprünglich geschätzt hatte. „Wir haben nicht gewusst, wie hoch die Baunebenkosten werden, und hatten uns darüber nicht genügend informiert“, räumte Feuerwehrkommandant Ewald Kapfhammer ein. Den Vorwurf eines Bürgers, die Zahlen seien bewusst verschwiegen worden, wiesen aber sowohl er als auch Bürgermeister Willi Lehmann (CSU) entschieden zurück. „Manche Dinge waren einfach vorher nicht bekannt, zum Beispiel, dass wir auch noch ein Schallgutachten brauchen“, beteuerte Lehmann. Gewisse Unschärfe Projektsteuerer Andreas Magotsch sprach auch bei den nun im Raum stehenden 3,1 Millionen Euro noch von einer gewissen Unschärfe. „Die Kosten können sich noch um 20 Prozent nach oben oder unten entwickeln.“ Sowohl er als auch Planer Franz Dimpflmaier vom Architekturbüro Schleburg be­- tonten, dass das Gebäude mit 8000 Kubikmeter umbautem Raum vergleichsweise günstig realisiert werde und dass die Planung bei allen Fachleuten auf begeisterte Zustimmung stoße. „Das Haus ist vorbildlich in Bayern, vielleicht sogar in ganz Deutschland, und wird in den nächsten 25 Jahren sehr geringe Betriebs- und Unterhaltskosten verursachen“, versprach Magotsch. Auch werde die Gemeinde nicht die kompletten 3,1 Millionen Euro aufbringen müssen. Man rechnet mit 320000 Euro an staatlicher Förderung sowie 180000 Euro Einnahmen aus dem Verkauf des alten Feuerwehrhauses. Weitere 100000 Euro sollen durch Eigenleistung der Feuerwehr eingespart werden, und 40000 Euro will sie aus eigenen Mitteln zuschießen. Trotzdem blieb die Frage, die Sonja Kriegbaum stellvertretend für viele Bürger formulierte: „Können wir uns das wirklich leisten?“ Bereits jetzt betrage der Schuldenstand der Gemeinde sechs Millionen Euro, und viele Maßnahmen, etwa notwendige Straßensanierungen, würden aus Geldmangel immer wieder verschoben. Werde das Feuerwehrhaus wie geplant gebaut, drohe der Gemeinde eine Verschuldung von 150 Prozent. Kriegbaum: „Bekommen wir das überhaupt noch in den Griff?“ Sie kritisierte, dass der Gemeinderat sich zu früh auf eine Planung festgelegt und es versäumt habe, Alternativen zu prüfen. Ernst Haslauer forderte ebenfalls, Kompromisse einzugehen. „Jeder Bauherr weiß, dass man Einfluss auf die Baukosten nehmen kann. Man kann nicht von allem das Optimum haben, wenn man es sich nicht leisten kann.“ CSU-Gemeinderat Christian Engelstädter erteilte der Suche nach Alternativen eine Absage. „Wir sind fast bei der Eingabeplanung. Wenn wir das Projekt jetzt kippen, stehen wir vor dem Nichts und emotional vor einer kaputten Feuerwehr.“ In der Gemeinderatssitzung am kommenden Donnerstag soll der Projektbeschluss fallen.

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Tiefe Einblicke ins Landsberger Klosterleben
Tiefe Einblicke ins Landsberger Klosterleben
Passanten retten zwei Frauen aus brennendem Unfallauto
Passanten retten zwei Frauen aus brennendem Unfallauto
Geister steigen aus dem See
Geister steigen aus dem See

Kommentare