Der Siegerentwurf zur Umgestaltung der Schlossbergschule

Eine Krone für Landsberg

Schlossbergschule nach Sanierung und Anbau
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So könnte die Schlossbergschule nach Sanierung und Anbau aussehen: Ein neues Gebäude schließt im Norden an (links), im Süden bleiben die Freiflächen offen zugänglich.
  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Landsberg – Der Siegerentwurf im Realisierungswettbewerb um die Neugestaltung der Schlossbergschule steht fest. Unter 18 Einreichungen entschied sich das Preisgericht einstimmig für den Entwurf des Münchner Planungsbüros Victoria von Gaudecker Architektur. Er sieht einen Anbau im nördlichen Bereich des denkmalgeschützten Bestandsgebäudes und öffentliche Frei­flächen im Süden vor.

Diese Anordnung war es unter anderem, was die Fach- und Sachpreisrichter überzeugte. Alle übrigen 17 Entwürfe hätten den Neubau im Süden platziert, berichtete Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) bei der Präsentation der Wettbewerbsergebnisse. Abgesehen von diesem Aspekt habe man es aber mit einer großen Bandbreite an Ideen zu tun gehabt. Sie reichten von „zurückhaltendem Weiterbauen“ bis hin zu „radikalem Kontrast und einer kompromisslosen modernen Architektursprache“, so der Vorsitzendes des Preisgerichts Matthias Loebermann.

Der Siegerentwurf sieht an der nördlichen, der Altstadt zugewandten Spitze des Schlossbergs einen Neubau mit polygonaler Satteldachlandschaft vor. Die der Stadt zugewandte Fassade erfüllt nach Ansicht der Preisrichter am besten den Anspruch, wie eine „Stadtkrone“ zu wirken. Gleichzeitig entstehen so einerseits ein geschützter Schulhof und andererseits besagte öffentliche Freiflächen, die nach entsprechender Aufwertung „ein Erholungsort mit wunderschönen Ausblicken“ für die Landsberger werden sollen, wie Victoria von Gaudecker verspricht.

Das könnte der Eingang der neuen Grundschule Ost sein – mit einem „geschützten Schulhof“.

Der Bereich des ehemaligen Bierkellers bleibe der Öffentlichkeit erhalten und biete Raum für Freizeitaktivitäten. Der Entwurf für die Freiflächengestaltung – auch sie war Teil des Realisierungswettbewerbs – stammt vom Münchener Büro Zaharias Landschaftsarchitekten.

Die »Grundschule Ost«

In die Schlossbergschule werden nach dem Umbau die jetzt an den Standorten Spitalplatz und Pössinger Straße untergebrachten Grundschulen zur Grundschule Ost zusammengelegt. Schulleiterin Heike Heck zeigte sich vom Siegerentwurf ebenfalls angetan.

Der Neubau wird vom Hof aus betreten und verfügt im Erdgeschoss über eine große Aula plus Mensa und Musikraum. Lediglich über eine kleine Schnittstelle erfolgt der Anschluss an den Bestandsbau. Im Obergeschoss soll ein polygonaler „Marktplatz“, umgeben von cluster-artig angeordneten Klassen- und Gruppenräumen, entstehen. Insgesamt trifft der Entwurf damit für das Preisgericht den Kerngedanken der Aufgabe, die lautete: „Die Kinder schauen auf ihre Stadt und die Stadt schaut auf ihre Kinder.“

Ob der Siegerentwurf nun auch tatsächlich derjenige ist, der realisiert wird, steht allerdings noch nicht fest. Im Rennen sind nach wie vor auch die Plätze zwei (Springer Architekten, Berlin) und drei (MGF Architekten, Stuttgart). Im nächsten Schritt prüft die Verwaltung im Rahmen eines öffentlichen Vergabeverfahrens die Büros im Hinblick auf Mitarbeiterverfügbarkeit und -eignung, Qualitätssicherung und Kosten. „Der Siegerentwurf geht aber mit einem Vorsprung ins Rennen“, so Hochbauleiterin Ulla Höss. Nach Abschluss des etwa zweimonatigen Verfahrens wird die Planung schließlich dem Stadtrat präsentiert.

Schon vorher haben die Bürger die Möglichkeit, die Pläne und Modelle der Preisträger sowie alle weiteren Wettbewerbsteilnehmer im Rahmen einer virtuellen Ausstellung zu sehen. Sie werden ab Mittwoch, 24. Februar, auf der Internetseite des Büros, das den Wettbewerb betreut hat, online eingestellt. (www.landherr-wehrhahn.de/entscheidungen/).

Fertig werden könnten die Baumaßnahmen, wenn alles glatt läuft, im Zeitraum 2025/26. In punkto Kosten geht die Stadt von zehn bis zwölf Millionen Euro für das Projekt Schlossbergschule aus.
Ulrike Osman

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