Eine Perle der Gastfreundschaft – Zu Besuch bei den Kindern von "Lakeland" im Norden Thailands

30 Minuten von Chiang Mai entfernt liegt im Norden Thailands mitten in den Wäldern die Farm „Lakeland“ als Teil der „Children’s Shelter Foundation“ (CSF). Hier leben Kinder mit Behinderungen, Kinder physischen und psychischen Erkrankunen und so genannte Straßenkinder. Über Sonja Neusser und Ulrike Elisabeth Meister vom Landsberger Verein „Freundeskreis Children’s Shelter“ hat Ruth Scheller aus Pürgen von dem Projekt erfahren und sich kurzentschlossen auf den Weg gemacht. Für den KREISBOTEN schilderte sie ihre Eindrücke vom Leben in dem kleinen sozialen Unternehmen.

Sawadee Kha… Willkommen in einer anderen Welt, in der Welt der Kinder. Wo sich für den Besuch einer norwegischen Studentengruppe, kleine Menschen in große Künstl­er verwandeln und die Reisenden viel über die thailändische Tradition und Kultur erfahren. Fernab ausgetretener Touristenpfade wurde ich liebevoll aufgenommen in den Kreis der „Children’s Shelter“-Familie. Es blieb nicht viel Zeit sich fremd zu fühlen, denn ein paar Stunden nach meiner Ankunft in „Joy’s House“ fuhren wir mit den anwesenden Kindern und Jugendlichen zum nahegelegenen Natursee. In kleinen offenen Seehütten lässt sich der Tag in aller Ruhe mit Snacks, Baden und Dösen verbringen. Viele Thailänder machen hier ihre Mittagspause oder gönnen sich ein entspanntes Wochenende am See. Kaum dort angekommen wird mir bewusst, dass ich der einzige „Farang“ (Fremder) weit und breit bin. Mein Urlaub in Thailand wird dieses Mal anders sein. Für gewöhnlich ziehe ich es vor in meiner Hängematte am Strand unter Palmen zu liegen und in einem guten Buch zu schmökern. Doch als ich von diesem Projekt hörte, noch in Landsberg war das, zog es mich zum ersten Mal in den Norden des Landes. Und ich habe es nicht bereut, „meine Beach“ gegen die Berge Chiang Mai’s eingetauscht zu haben. „Joy’s House“ hält ein umfangreiches Programm für seine Gäste bereit. Angefangen bei Tagesausflügen und einwöchigen Rundreisen durch Nordthailand, bis hin zu Koch- und Massagekursen. Es besteht auch die Möglichkeit das Kinderhilfsprojekt vor Ort mit einem Ausflug zur „Lakeland Farm“ kennenzulernen. Etwa 40 Kilometer entfernt, in den Wäldern von Doi Saket, liegt diese Biofarm. 3,5 Hektar groß ist sei und es grünt und blüht wohin das Auge blickt. Die Ernte der Farm dient der Selbstversorgung und dem Verkauf auf dem Markt. In der Küche werden, von den Großen und Kleinen in Zusammenarbeit, hervorragende Mahlzeiten zubereitet. „Aroi Mak“ kann ich da nur sagen, was soviel heißt wie sehr gut, super lecker. Die 37 Kinder und Jugendlichen leben mit ihren Betreuern, Lehrern und Farmerfamilien wie eine Groß­-familie in „Lakeland“ zusammen. Sie haben ein Zuhause gefunden, können die Schule besuchen, studieren und eine Berufsausbildung absolvieren. Die meisten der Kinder erfahren hier zum ersten Mal in ihrem Leben Liebe, Beständigkeit und Geborgenheit. Sie haben ganz offensichtlich Freude am Lernen und zeigen sich voller Stolz als liebenswerte kleine Touristenführer, Naturschutzexperten, Tänzerinnen und Gärtner. Gerne war ich bereit, mir von ihnen so einiges zeigen zu lassen und zu lernen. Meine geringen Thai-Kenntnisse wurden ein wenig erweitert und von den taubstummen Kindern unter ihnen erhielt ich einen kleinen Einblick in die Gebärdensprache. Nun stellt sich mir die Frage, was wohl leichter zu erlernen wäre? Sie haben mir viel beigebracht, meine kleinen, großen Lehrer. So weiß ich nun, dass man an Buddhistischen Feiertagen und Geburtstagen, einer Kuh das Leben retten kann. Die zum Schlachten vorgesehenen Tiere wurden auf die Weide gebracht und die Kinder hatten ihre Herzen schnell verloren. Es wurde beratschlagt und gerechnet, am Ende gab es an diesem Tag vier glückliche Kühe, die ihr neues Heim in „Lakeland“ gefunden hatten. Im Buddhismus sagt man, eine gute Tat wie diese, wirke sich auf das eigene Leben positiv aus. Ebenso habe ich erfahren, dass „Khao Pan Sa Day“ ein hoher Buddhistischer Feiertag ist. Mit ihm beginnt die Regenzeit (Vollmond im Juli) und die Mönche leben ab diesem Zeitpunkt für die kommenden drei Monate in ihren Tempeln, um zu studieren und meditieren. Deshalb werden an diesen Tagen Körbe voll Lebensmittel, Getränke, Blu­men, Kerzen und sogar Verbandskästen in die Tempel gebracht. Joy’s Familie und die Studenten haben mich eingeladen sie zu begleiten, während sie ihre Opfergaben den Mönchen darreichen. Beeindruckende Momente, Ehrfurcht macht sich wie selbstständig in mir breit. Und dieses Gefühl verlässt einen nicht wenige Augenblicke später, nur weil man aus dem Tempel heraustritt. Gefühle der Demut, Dankbarkeit und Liebe begleiten mich mit den tollen Erfahrungen und un­vergesslichen Augenblicken zurück nach Deutschland. Ich komme wieder Mit der Unterstützung und durch die Zusammenarbeit zwischen „Joy’s House“ und „Children´s Shelter Foundation“ gab’s ein vielfältiges und umfangreiches Programm für kultur- und naturinteressierte Reisende. Die Erlöse aus diesen Urlaub&Helfen- Programmen kommen direkt den Kindern zugute. Mein Leben wurde durch den Aufenthalt in Chiang Mai bereichert und ich weiß dass ich „meine thailändische Familie“ bald wieder besuchen werde. Näheres über „Joy’s House“ und „Children’s Shelter Foundation“ im Internet unter www.joyhouse.net und www.childrens-shelter.com.

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