Eine runde Sache verabschiedet

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STEPHANIE WEH, Kaufering – Es kommt nicht alle Tage vor, dass im Kauferinger Marktgemeinderat große Einigkeit herrscht. Aber nachdem die Verwaltung den Haushaltsentwurf noch einmal überarbeitet hat und eine Nettoneuverschuldung vorerst vermieden werden kann, haben alle Gremiumsmitglieder der Haushaltssatzung zugestimmt. Das Gesamtvolumen des Haushaltes 2010 beläuft sich auf rund 19,1 Mio. Euro. Nachdem die GAL-Fraktion bei den Vorberatungen im Finanzausschuss gegen den Haushaltsentwurf gestimmt hatte, „habe ich die Anregungen aufgenommen, um die Nettoneuverschuldung zu unterschreiten“, erklärte Kämmerer Winfried Plaß. Vor allem im Vermögenshaushalt seien Maßnahmen verschoben worden. Hinten an stehen müssen unter anderem die Feuerwehrtore am ehemaligen Bauhof (17000 Euro), die Sanierung der Böden in der Grundschule (30000 Euro), die Ausstattung der Spielplätze (18500 Euro) sowie die Sanierung des Anwesens „Schmittenbauer“ (80000 Euro). Bei der Sporthallenrenovierung wurden die geplanten Kosten um 56000 Euro reduziert. Insgesamt können so 272600 Euro eingespart werden. Damit wird wohl nur noch eine Kreditaufnahme von 350000 Euro notwendig sein. Bei einer vorgesehenen Tilgung der Kredite und Darlehen in Höhe von 600700 Euro ergibt sich damit eine Entschuldung von 250700 Euro. Im Gegensatz zu anderen Gemeinden, die vom Vermögenshaushalt dem Verwaltungshaushalt zuführen müssen, um die laufenden Kosten zu decken, kann der Markt Kaufering noch 900000 Euro vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt zuführen. Positive Auswirkungen auf den Haushalt hat vor allem auch die beschlossene Erhöhung des Gewerbesteuer-Hebesatzes von 300 auf 380 Prozent und der Anhebung der Grundsteuern A und B von 280 auf 300 Prozent. „Mit der Erhöhung haben wir uns die Grundlagen für diesen hervorragenden Haushalt selbst geschaffen“, betonte Hans Koch (SPD). Der Gemeinde beschert dies geschätzte Mehreinnahmen von rund 300000 Euro. Die Gewerbetreibenden hätten keinen Nachteil, da sie den höheren Gewerbesteuerhebesatz mit der Einkommensteuer beim Finanzamt verrechnen könnten. Zu den größten geplanten Investitionen zählt 2010 die Fertigstellung des Geh- und Radweges zwischen Bayern- und Hiltistraße (594000 Euro), die weitere Sanierung der Sporthalle mit Außenanlagen (517500 Euro), die Verbesserung des Lärm- und Sichtschutzes entlang der B17 neu (300000 Euro), die Errichtung eines öffentlichen WCs nördlich des Bahnhofes (92300 Euro) sowie die Erneuerung des Glockenturms und der Bau einer neuen Urnenmauer auf dem Friedhof (81200 Euro). „Der Haushalt 2010 ist der Schritt in die richtige Richtung“, sagte Hans-Jörg Pilz (GAL). „Unsere Mahnung, die Schuldenbremse einzulegen, hat gewirkt.“ „Die Bürger werden verstehen, dass selbst gute Ideen zurückzustellen waren, vielleicht sogar für mehr als ein Jahr, wenn der Haushalt nicht mehr zulässt“, so Pilz.. „Wir können beherzt zustimmen“, erklärte Prof. Dr. Michael Kortstock (UBV). Auch Thomas Wiesmann (SPD) freute sich, „dass der Haushalt rund ist, wenngleich die 4,2 Mio. Euro an Kreisumlage nicht zu vergessen sind.“ Für Meinrad Mayrock (CSU) ist der Haushaltsentwurf ebenfalls „gut gelungen“.

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