Nur eine kleine Flasche im Karton

Eine Spezialeinheit des LKA rückt in Landsberg an – um eine Flasche zu sprengen

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Eine Spezialtruppe des LKA wurde am Donnerstag zur Sprengung einer Chemikalie an die ehemalige Schlossbergschule gerufen.

Landsberg – Die Schlossbergschule wird momentan ausgeräumt. Da taucht schon das ein oder andere Fundstück auf. Am Donnerstag war es ein weißes Pulver in einer braunen Glasflasche, wie man sie aus dem Chemieunterricht kennt. Harmlos? Nein. Kaliumhydroxid, auch Ätzkali genannt, ist hochexplosiv, weshalb die Flasche von einer LKA-Spezialtruppe kontrolliert gesprengt werden musste.

Die beschriftete Halbliter-Glasflasche sei mit anderen in einem Karton im ehemaligen Chemieraum gelegen, berichtet Stadtverwaltungsmitarbeiter Christoph Zerle vom Referat Schulen. Zum Glück erkannte jemand die Gefahr und die Stadt informierte sofort Polizei, Feuerwehr und LKA. Die Entsorgung sei weitaus aufwendiger gewesen als die Sprengung.

Kaliumhydroxid ist ein Feststoff, der explosiv mit Feuchtigkeit in der Luft reagieren kann. „Das Aufdrehen der Flasche hätte schon ausreichen können, damit es explodiert“, so Zerle. Wahrscheinlich habe die Flasche schon sehr lange in dem Karton gelegen.

Um 14 Uhr war die LKA-Truppe vor Ort. Ab circa 15.15 Uhr wurden sämtliche Wege und Straßen rund um den Schlossberg gesperrt – auch der Weg von der Tiefgarage auf den Berg, Treppen, Fußwege. Nach Absicherung hoben die Mitarbeiter des Bauhofs ein circa zwei Meter tiefes Loch hinter der Schule aus, in dem die Flasche mit einer Abdeckung per Fernzünder gesprengt wurde. Der Knall war in der gesamten Stadt zu hören.

Einige Touristen sorgten sich um ihre abgestellten Autos auf dem Schlossbergparkplatz. Aber nicht einmal das Sprengloch war nach dem Knall sichtbar verändert. „Jetzt könnt ihr‘s wieder zubuddeln“, lautete die letzte ‚Anordnung‘ der Polizei.
Susanne Greiner

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