Wohnen im kleinen Format

Eine Tiny-Haus-Siedlung im Landkreis Landsberg?

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Die erste Tiny-Haus-Siedlung Deutschlands entstand 2017 im Fichtelgebirge. Inzwischen gibt es dort sogar schon ein Hotel.

Landkreis – Wohnraum ist knapp, vor allem im Münchener Umland. Wer ein Zuhause sucht, ist schnell ernüchtert. Kein Wunder also, dass immer mehr Menschen die Vorteile der Tiny-Häuser – mobil, ökologisch und vor allem bezahlbar – zu schätzen wissen. Im Raum Landsberg formiert sich jetzt sogar ein Tiny-Haus-Verein um den Initiator Herbert Maier aus Schwifting. Dessen Wohntraum: eine Tiny-Haus-Siedlung.

Die erste dieser Siedlungen in Deutschland entstand im bayerischen Fichtelgebirge: Zwei Münchener Architekturstudenten gaben mit ihrem eigenen Tiny-Haus 2017 auf einem ehemaligen Campingplatz den Startschuss für das „Tiny-Haus-Village“. Momentan stehen dort 21 Häuser, in denen 31 Menschen, sieben Hunde und neun Katzen leben. Und es kommen noch mehr, immerhin gibt es 35 Grundstücke. Dort gibt es inzwischen sogar ein Hotel.

„Ein Tiny-Haus kann komfortabel sein, mit Terrasse und Garten“, beschreibt Herbert Maier. Die Häuser im Miniformat hätten Toilette, Bad und Dusche sowie eine Küche mit Herd, Kühlschrank und Geschirrspüler. „Vergessen Sie alle Klischees von Bauwagenburgen, Campingplätzen oder Schrebergärten.“

Alle Häuser des ‚Dorfes‘ sollen an das kommunale Versorgungssystem mit Wasser, Abwasser und Strom angeschlossen werden. Öffentlicher Strom werde allerdings nur im Ausnahmefall benötigt: „Tiny-Häuser versorgen sich autark mit Solarstrom“, betont Maier. Ein weiterer Punkt, der im Mehrgenerationen-Wohnkonzept Tiny-Haus-Siedlung ganz vorne stehe, sei das soziale Mit- und Füreinander. Weshalb es auch ein Gemeinschaftshaus geben soll, das als Begegnungsstätte und Treffpunkt für kulturelle und künstlerische Aktivitäten fungiert. Zudem könne es „die Integration in die bestehende dörfliche Gemeinschaft der umliegenden Gemeinden“ fördern, ist Maier überzeugt. Zum Beispiel durch ein Repair-Café, das im Gemeinschaftshaus stattfindet.

Grundsätzlich seien Tiny-Häuser auch im deutschen Baurecht verankert. Es gebe bereits einige abgeschlossene Tiny-Haus-Siedlungen, viele seien in Planung oder auch schon im Bau. „Eine große Hürde ist die Genehmigung geeigneter Flächen. Bauaufsichtsbehörden tun sich aber oft noch schwer mit modernen Wohnprojekten“, weiß Maier. Das Bild ‚Wagenburg‘ hafte fest in den Köpfen. Dabei könne so eine Siedlung für bezahlbaren Wohnraum in einer Gemeinde sorgen. „Und die Idee vom Mehrgenerationen-Wohnen tatsächlich einlösen.“
Susanne Greiner

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