"Eine Überraschung wäre schön"

Der Kader des EV Landsberg für die Saison 2010/2011: (Hinten von links:) Karl-Heinz Zotzmann, Daniel Rossi,  Nick Anderson, Marc Stotz, Florian Brenninger, Dominik Kerber, Thomas Zeck; (Mitte von links:) Jörg Fuchs, Daniel Nörenberg, Dennis Drommeter, Florian Ullmann, Johannes Sigl, Christian Köllner, Dominik Nörenberg, Josef Keller (Vorstand), Hans-Jürgen Böttcher (1. Vorstandsvorsitzender); (vorne von links:) Walter Strobl, Alexander Reichelmeir, Michel Maaßen, Philipp Michl, Dave Rich, Benjamin Barz, Alexander Thiel. Daniel Klein Foto: EVL

Die Ergebnisse waren unter dem Strich nicht berauschend, aber EVL-Trainer Dave Rich war nach dem Wochenende mit den beiden Testspielen in eigener Halle nicht unzufrieden. Am Freitag musste sich der Eishockey-Oberligist dem EC Peiting mit 2:5 (1:2, 1:3, 0:0) geschlagen geben, am Sonntag erreichte man ein 5:5 (3:2, 2:0, 0:3) gegen den Bayernligisten aus Sonthofen. „Am Freitag haben wir eine Mannschaft mit zwei erfahrenen Ausländern, sechs, sieben Routiniers erwischt, das ist dann eben der Unterschied. Am Sonntag konnten wir nur mit vier Verteidigern spielen, da ist es dann einfach sehr schwer, wirklich etwas zu bewegen“, sagte der 41-jährige Deutsch-Kanadier nach dem Spiel gegen die Allgäuer.

Dabei sahen die Zuschauer zwei völlig unterschiedliche Spiele. Gegen Peiting war am Freitagabend kein Kraut gewachsen. Die Gäste waren mit einer Truppe angereist, die zum großen Teil so bereits in der vergangenen Saison zusammengespielt und sich weiter verstärkt hat, während beim EVL bekanntlich ein großer Umbruch stattgefunden hat und sich die junge Mannschaft erst finden muss – was dann auch über weite Strecken des Spiels zu sehen war. Das schönste Tor des Abends schoss zwar Daniel Nörenberg zum zwischenzeitlichen 1:1, als er im Angriffsdrittel zwei Spieler umkurvte und souverän abschloss, doch meistens hatten die Gäste - bei denen der Ex-Landsberger und Augsburger Michael Kreitl an seine erste Wirkungsstätte zurückgekehrt ist - das Heft in der Hand. Kreitl war es dann auch, der die ersten beiden Peitinger Treffer erzielte, dann lieferte Benedikt Stenzel mit einem Doppelpack zwischen der 23. und der 28. Minute praktisch schon die Vorentscheidung. Florian Thomas stellte in der 38. Minute auf 1:5; Philipp Michel, der einen Abpraller aus spitzem Winkel ins Tor drosch, stellte kurz vor der zweiten Drittelpause bereits den Endstand her – Außer 3:1 Pfostenschüssen für Peiting war im Schlussabschnitt nicht mehr allzuviel geboten. „Damit kann ich gegen diesen Gegner schon leben“, zeigte sich Dave Rich trotz der Niederlage zufrieden. Gegner unterschätzt Am Sonntag hatte man mit dem ambitionierten Bayernligisten ERC Sonthofen dann einen Gegner zu Gast, den man eigentlich für schlagbar hielt. Dave Rich: „Ich habe aber alle meine Spieler gewarnt, dass das nicht von selbst geht.“ Das schien aber nicht bei allen angekommen zu sein, denn nach drei Minuten stand es durch Cech und Dixon schon 2:0 für die Gäste. Danach bekam der EVL die Partie aber schnell in den Griff. Brenninger lupfte im Powerplay die Scheibe unter die Latte (7.), Barz stocherte zum 2:2 in Unterzahl ein (9.), und Thiel besorgte mit einem Rückhandschlenzer ins kurze Eck (15.) sogar noch die Pausenführung. Im zweiten Abschnitt schienen die Zeichen dann endgültig auf Sieg zu stehen, als zunächst Kapitän Benjamin Barz mit seinem zweiten Treffer aus spitzem Winkel Zellhuber überwinden konnte und kurz vor Drittelende Thiel bei Landsberger Überzahl seinen Nachschuss zum 5:2 unterbrachte. In den letzten 20 Minuten waren dann aber die vier verbliebenen EVL-Verteidiger an ihrer Belastungsgrenze angelangt. Nur noch selten konnte man sich befreien, die tapfer kämpfenden Sonthofener nutzten die fehlende Tiefe der EVL-Bank aus. Adebar (42.), Stefan Tarrach (53.) und Friedl (54.) stellten noch auf 5:5, Friedl hatte wenig später sogar den Siegtreffer für die Gäste auf dem Schläger. Noch zu unerfahren „Irgendwie bin ich ganz froh, dass das passiert ist“, so Rich. „Wir haben dreimal die Scheibe nicht aus dem Drittel gebracht, drei Fehler, drei Tore. Wir haben unerfahrene Spieler, die noch viel lernen, in der Oberliga passiert so etwas auch ruck-zuck.“ Übertriebene Sorgen macht das dem Coach allerdings nicht. „Wenn jetzt Stotz und Maaßen zurückkommen, sieht das ganz anders aus. Und so habe ich jetzt auch gesehen, dass zum Beispiel Rossi eine Alternative ist, wenn wir in Personalnot kommen.“ Im Pokal gegen Füchse Maaßen wird nach seiner Schulterverletzung in dieser Woche wieder voll ins Training einsteigen. Zudem sollte Rich am kommenden Wochenende auch wieder auf die am Sonntag verletzten Verteidiger Dominik Nörenberg und Florian Ullmann zurückgreifen können. Am Freitag geht es zunächst nach Peiting, was dem Trainer eigentlich gar nicht so recht ist. „Ich hätte lieber die Kräfte für das Pokalspiel am Sonntag gespart.“ Dann kommt um 18 Uhr Zweitligist Lausitzer Füchse als großer Favorit zum ersten Pflichtspiel an den Hungerbachweg. Rich: „Es wäre schön, wenn wir da eine Überraschung schaffen. Mit etwas Glück hat man in der nächsten Runde die U20-Nationalmannschaft und ein volles Haus.“

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