Eine Umgehung darf’s noch sein

Die Kauferinger Südumgehung (grün) möchte Bürgermeister Dr. Klaus Bühler vor der Versetzung in den Ruhestand noch auf den Weg bringen. Foto: MG Kaufering

„Der Knackpunkt wird die Leonhardistraße“, weiß Bürgermeister Dr. Klaus Bühler. Er will noch vor seiner Versetzung in den Ruhestand die neue Umfahrung im Süden der Marktgemeinde auf den Weg bringen. „Das ist ein mittelfristiges Projekt, aber die Finanzierung müsste jetzt schon gesichert werden.“ Die Absichtserklärung für die Umgehung lag bereits seit einiger Zeit vor, als das Marktgemeindeoberhaupt im Planungsausschuss erste Skizzen und mögliche Streckenverläufe vorgelegt hat. Beginnen soll die neue Trasse an der alten B17 auf Höhe des Biowärme-Heizkraftwerks, von dort über den Lech führen und in den Epfenhausener Weg einmünden – dieser müsste entsprechend ertüchtigt werden.

Mit der Bahntrasse soll die Strecke demnach „in Lage und Höhe parallel laufen und erst nach dem Widerlager auseinandergehen.“ Wo sie auf besagte Leonhardistraße trifft, gibt es mehrere Optionen, wie man die Straße gestaltet. Bühler: „Ich denke, unten durch wäre am besten, auch wenn das etwas teurer wird. Man hätte dann keine Kreuzung, zwischen der Straße und der Wohnbebauung wäre noch der Bahndamm, damit würde man davon nichts sehen und der Damm dient gleichzeitig als Lärmschutz.“ Finanziert werden könnte die Baumaßnahme mit den Erlösen aus den neuen Photovoltaikflächen auf dem Boden der Gemeinde. Dass der Bedarf für diese Straße vorhanden ist, steht für den Bürgermeister außer Frage. „Wir haben täglich rund 10500 Autos auf unserer Lechbrücke. Das sind Zahlen, die anderswo auf Bundesstraßen kaum erreicht werden. Und es wird ja nicht weniger, der Verkehr ins Industriegebiet muss auch irgendwo aufgefangen werden.“ Der 67-Jährige würde außerdem gerne dafür sorgen, dass die Marktgemeinde gerüstet ist, wenn sich nach der Schließung des Bundeswehrstandortes Penzing die Infrastruktur deutlich ändern wird. „Man hat es ja in Landsberg gesehen, als dort die Kasernen geschlossen wurden. Vorher war da ein Maschendrahtzaun, jetzt ist das ein Industriegebiet vom Feinsten. Ich schätze, dass das in Penzing nicht viel anders laufen wird. Dann sollten wir auch auf den Verkehr vorbereitet sein.“ Die vieldiskutierte Nahwär­me­verbindung nach Alt-Kaufering dürfte mit der neuen Straße aber nicht realisiert werden. „Für diesen Zweck denken wir immer noch an einen Steg von der Hiltistraße aus zur Ostseite“, erläutert Bühler. Nicht alle sind von den Plänen für die Umgehung begeistert. In einem Offenen Brief machen sich insgesamt 26 An­wohner der Leonhardistraße Sorgen um Trinkwasserschutz, Lärmemissionen und die Wiesen um die Kapelle St. Leonhard als Naherholungsgebiet. Neben zahlreichen anderen Gründen, die gegen das Projekt sprächen, sei es außerdem zu teuer: „Es steht nach unserer Meinung in keinem Verhältnis, eine aus Steuergeldern finanzierte Brücke zu bauen, während sich zum einen Alternativen anbieten und zum anderen die bestehende Infrastruktur den Verkehr bisher durchaus aufnimmt“, heißt es in dem Schreiben, das auch den Fraktionsvertretern und dem Bürgermeister überreicht wurde.

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