Eine Umgehung für Lengenfeld?

Tagtäglich der Verkehrslärm, die Abgase und die oftmals viel zu schnellen Fahrzeuge: Die Bürger von Lengenfeld sind mit ihrer Ortsdurchfahrt auf der Strecke zwischen Weilheim und Landsberg großen Belastungen ausgesetzt. Jetzt denkt die Gemeinde über eine Umgehung des 800-Einwohner-Ortes nach und hat dazu eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.

Wie Bürgermeister Klaus Flüß auf der Bürgerversammlung der Ortsteile Pürgen, Lengenfeld, Ummendorf und Stoffen mitteilte, ist der eigentliche Hintergrund der Planungen der notwendige Hochwasserschutz. „Vor Lengenfeld kann sich eine große Menge Wasser sammeln“, erklärte Flüß den rund 90 Zuhörern. Auch von Thaining und Vilgertshofen käme bei Starkregen Wasser. „Sollte das hundertjährige Hochwasser plus Klimafaktor eintreten, könnte es gewaltig werden.“ Die Idee sei nun, den Hochwasserschutz mit einer Ortsumfahrung zu kombinieren. „Das Ingenieurbüro hat uns gesagt, dass dies theoretisch möglich wäre“, so Flüß. Das Hochwasser würde dann im Ernstfall über die tiefer gelegte Umgehungsstraße abgeleitet werden. Die Straße wäre zu diesem Zweck für den Verkehr gesperrt. Inwieweit dies tatsächlich realisierbar ist, soll nun eine Machbarkeitsstudie zeigen, die die Gemeinde für rund 20000 Euro in Auftrag gegeben hat. Bei einem positiven Ergebnis wäre die weitere Vorgehensweise eine Anhörung der Bürger, Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern sowie die Klärung der Finanzierung. „Ob wir uns das überhaupt leisten können, ist fraglich“, dämpfte der Rathauschef eine verfrühte Euphorie. „Aber wenn wir jetzt nicht wenigstens mal anfangen, dann ist in 20 Jahren immer noch nichts passiert.“ Keine rosige Zeiten Dass es derzeit im Gemeindesäckel nicht rosig aussieht, stellte Geschäftsstellenleiter Reimund Hohenauer dar. Vor­aus­sichtlich muss die Gemeinde, um geplante Maßnahmen durchführen zu können, in diesem Jahr 1,99 Millionen Euro an Darlehen aufnehmen. „Wir hoffen, dass die längst zugesagten Zuschüsse für den Straßenbau kommen, dann be­nötigen wir weniger“, so Hohenauer. An größeren Investitionen plant die Gemeinde heuer die energetische Sanierung von Schule (2,0 Mio. Euro) und Kindergarten (300000 Euro) sowie die Erneuerung der Küche und der Toiletten im Bürgerheim Ummendorf (60000 Euro). Für den Ausbau der Breitbandversorgung sind im Haushaltsentwurf 100000 Euro vorgesehen. Flüß: „Unser Ziel ist es, die Glasfasertechnik von Lengenfeld nach Pürgen weiterzuführen.“ Der Bürgermeister hofft, dass bereits im Herbst einige angeschlossen sind. DSL 6000 sollte dann möglich sein. Im Rahmen der Dorferneuerung plant Pürgen ein Regenrückhaltebecken bei Ummendorf, das ausgelegt ist für das hundertjährige Hochwasser plus Klimafaktor. Das sei kein großartiger Eingriff in die Landschaft, biete aber vor allem für Pürgen einen enormen Schutz. Zusammen mit der Asphaltierung des Hofstettener Weges stehen für diese Maßnahmen 250000 Euro im Haushalt. Schlimme Sauferei Unter dem Tagesordnungspunkt „Wünsche und Anträge“ sprach Flüß noch ein Thema an, das ihm selbst sehr am Herzen liegt: Jugend und Alkohol. „Die Sauferei unter den Jugendlichen wird immer schlimmer“, sagte er. Vor allem im Pavillon am Pürgener Dorfweiher werde immer mehr getrunken. „Anfangs waren es noch Bierflaschen, aber mittlerweile stehen Schnaps- und Wodkaflaschen rum.“ Das sei so nicht länger hinzunehmen. Flüß appellierte hier vor allem an die Eltern. Er schätze die Jugend und unterstütze sie gerne. „Ich bin ihr Vertreter, aber wenn das ausgenutzt wird, gibt es eine Grenze.“ Pürgen in Zahlen • Einwohner am 30. Juni 2009: Pürgen 1412, Lengenfeld 792, Stoffen 592, Ummendorf 471; • Personenstandsfälle: 37 Geburten, 24 Sterbefälle, 25 Eheschließungen, 189 An- und 165 Abmeldungen; • Schuldenstand zum 31. Dezember 2009: 3,17 Mio. Euro; 976,89 Euro Pro-Kopf-Verschuldung; • Prognose für 2010: rund 4,57 Mio. Euro Schulden und 1407,71 Euro Pro-Kopf-Verschuldung.

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