Auf einem Rad zum Meistertitel

Kostüme, Musik, Choreographie: Das alles klingt sehr nach Tanz oder rhythmischer Gymnastik. Dass es dabei auch ums Einradfahren gehen kann, wissen nur wenige. Wer will, kann seine Wissenslücken alsbald in der Lechstadt auffüllen: Zum ersten Mal ist Landsberg Anfang November Schauplatz der Deutschen Meisterschaften im Einradfahren.

Die Einradgruppe des TSV Landsberg rechnet mit ungefähr 25 bis 30 Vereinen und einer Starterzahl von rund 300 Fahrern. Unter anderem sind auch Sportler aus Südtirol angemeldet. Da es eine offene Meisterschaft ist, steht die Teilnahme jedem offen – unabhängig von der Nationalität. Der Titel „Deutscher Meister“ kann allerdings nur an deutsche Teilnehmer verliehen werden. Meister ist in dem Fall allerdings nicht derjenige, der am schnellsten Einrad fahren kann, sondern der, der mit bester Technik bei den Tricks und mit einer vielseitigen Choreografie überzeugt. Was die Turner auf dem Boden machen, machen die Kinder und Jugendlichen da auf dem Einrad. „Man kann sich die Kür beim Einrad-Freestyle ähnlich vorstellen wie beim Eiskunstlauf“, erklärt Andreas Rodler, Sprecher der Einradgruppe. Für die Sportler geht es bei ihrem Auftritt darum, möglichst viele Übungen auf dem Einrad zu präsentieren. Dabei bewertet die Jury nicht nur die Technik sondern auch die Qualität der Präsentation. Musik, Kostüme und Ausdruck müssen passen – ansonsten gibt es keine Punkte. Beim Einrad-Freestyle können sowohl einzelne Personen als auch Paare oder ganze Gruppen antreten. Das ist beim Standard Skill nicht möglich. Als Standard Skill bezeichnet man das Pflichtprogramm. Aus einem Katalog von Tricks müssen sich die Teilnehmer eine Auswahl an Übungen heraussuchen und genau in der angegebenen Ordnung präsentieren. Bei dieser Disziplin wird ausschließlich auf eine saubere Technik geachtet. Um diesen hohen Anforderungen gerecht zu werden, trainieren die zehn teilnehmenden Jugendlichen der „Lechflitzer“ drei bis vier Mal in der Woche. Kurz vor der Deutschen Meisterschaft wird jeden Tag geprobt. Auf diesem Niveau sei das Einradfahren richtiger Leistungssport, erklärt Renate Rodler, Gründerin der Einradgruppe: „Es ist ja nicht nur einfaches Fahren, die Aufgabe ist sehr anspruchsvoll sowohl was Kraft als auch was Kondition betrifft“. Die erwartete Konkurrenz ist stark. Dennoch gibt sich Sohn Simon, der Top-Fahrer der „Lechflitzer“, zuversichtlich. „In manchen Altersklassen gewinnen wir auf jeden Fall“, erklärt er. Im Kampf um den Gesamttitel werde es da schon schwerer. „Eine Medaille wäre super“, hofft sein Vater: „Aber es wird nicht leicht“. Weitere Infos im Internet unter www.einrad-landsberg.de.

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