In einer anderen Liga

Das war wohl nichts: Nicht nur EVL-Stürmer Dominic Kerber (links) hatte gegen die erfahrenen Lausitzer Füchse oft das Nachsehen im Kampf um die Scheibe. Foto: Krivec

Zum Ende der Woche gab es noch eine deftige Klatsche für den EV Landsberg und trotzdem war man am Hungerbachweg nicht unzufrieden. Mit 1:9 (0:2, 0:3, 1:4) unterlag man vor offiziell 626 Zuschauern im DEB-Pokal dem Favoriten aus Weißwasser und hatte über die gesamte Spielzeit nie wirklich die Chance, die angestrebte Überraschung zu schaffen.

So gerne man allerdings den Sprung in die nächste Pokalrunde geschafft hätte - für Trainer Dave Rich dürften andere Dinge wichtiger gewesen sein. Zum einen ist es tatsächlich gelungen, Nachwuchstorhüter Steve Themm vertraglich (zumindest für die nächsten Monate) an den EVL zu binden. Nachdem dies die angestrebte kostengünstige Lösung war, schlug der Verein dann wie angekündigt noch einmal auf dem Transfermarkt zu, obwohl der eigentlich schon abgegrast schien. „Ricky Helmbrecht hat unbedingt einen Verein gesucht. Dass wir einen solchen Spieler verpflichten konnten, ist ein absoluter Glücksfall“, freute sich EVL-Coach Dave Rich. Dass der 25-Jährige auch nicht verhindern konnte, dass es an diesem Abend gegen die Lausitzer Füchse ein ums andere Mal einschlug, war dabei nicht so wichtig. Rich: „Er hat heute sicher nicht sein bestes Spiel gemacht, aber er wird unsere Defensive stabilisieren, er braucht einfach Spielpraxis.“ Tatsächlich hat der EVL mit Helmbrecht nicht irgendjemand verpflichtet. Wenn Dave Rich sagt, dass er den Amerikaner „schon von früher kennt“, ist das eine Untertreibung: Immerhin holte er ihn aus Übersee nach Deutschland. Noch in der vergangenen Saison war Helmbrecht mit zwölf Toren und 33 Assists für Füssen der gefährlichste Verteidiger der ganzen Liga. Warum er jetzt bei den Eispiraten in Crimmitschau nicht zum Zug kam, obwohl er einen Vertrag hatte, ist nicht ganz klar, dort spricht man lediglich von „persönlichen Problemen“ des 25-Jährigen. Nachdem es auch nach einem Vorspielen bei den Saale Bulls Halle nichts wurde, landete Helmbrecht unvermittelt beim EVL. Am Sonntag konnte er bereits zeigen, dass er ein wendiger Spieler mit gutem Auge ist, an der deutlichen Niederlage gegen Weißwasser allerdings konnte auch er nichts ändern. Gästecoach Dirk Rohrbach war nach der Partie mit den ersten 30 Minuten seines Teams nicht sehr zufrieden: „Da konnte Landsberg das Spiel ausgeglichen gestalten.“ Dass die Füchse ernsthaft in Bedrängnis kommen, konnte man sich aber bei allem kämpferischen Einsatz der jungen EVL-Truppe nicht so recht vorstellen. 4:20 hieß das Schussverhältnis nach dem ersten Drittel, 0:2 stand auf der Anzeigentafel. Albrecht mit einem Handgelenksschuss (6.) und der überragende Lehnigk im Nachschuss (20.) hatten für die Führung gesorgt, Barz und Brenninger vergaben die Landsberger Chancen. Bis zum Ende des zweiten Drittels stellten Lehnigk, Wieki und Hartmann auf 5:0, spätestens damit war das Thema DEB-Pokal dann für den EVL schon beendet. Trainer Dave Rich wechselte Reichelmeir im Tor für Themm ein: „Ich denke, nach fünf Treffern sollte man wechseln, damit der Torhüter nicht noch mehr Selbstvertrauen verliert.“ Doch schon nach 30 Sekunden musste auch Reichelmeir die Scheibe aus dem Netz holen und auch wenn man nie aufsteckte, wurde die Sache dann durch die Treffer von Albrecht, Krumminsch, Linke und Grosch deutlich - den größten Jubel gab es aber für den Ehrentreffer, als Thiel in der 48. Minute trocken von rechts zum zwischenzeitlichen 1:7 abschloss. Rich wollte die Niederlage nicht zu hoch bewerten, zumal man zwei Tage zuvor beim starken EC Peiting erst im Penaltyschießen 4:5 verloren hatte und die Lausitzer ohnehin schon deshalb besser in Schuss waren, weil sie bereits länger auf dem Eis stehen und in dieser Woche bereits mit der Punktrunde beginnen. „Man hat gesehen, dass fünf, sechs erfahrene Zweitligaspieler den Unterschied ausmachen. Weißwasser hat Spieler im Team, die die Väter von einigen bei uns sein könnten“, so Rich. „Heute war die Scheibe für meine jungen Spieler im eigenen Drittel wie ein Magnet. Daran müssen wir arbeiten, aber das braucht einfach Zeit.“ Bange vor der kommenden Saison ist Rich trotzdem nicht. „Wir werden in der Oberliga nicht so hoch hinten liegen, denn wir werden sehr fit in die Saison gehen. Und so wie die Mannschaft kämpft, werden wir einige Spiele im letzten Drittel auch noch drehen.“ Bevor es in die Punktrunde geht, tritt man aber noch in Sonthofen und am Sonntag (18 Uhr) zuhause gegen Buchloe an.

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