Einer macht den Unterschied

Brillierte gegen TSV München Ost im Angriff als auch in der Verteidigung: Xaver Egger (rechts). Foto: Krivec

Auch gegen den TSV München Ost haben sich die Heimerer Schulen Basket Landsberg nicht aus der Erfolgsspur bringen lassen. Beim Tabellenzehnten feierte das Team von Trainer Roman Gese am vergangenen Samstag einen 73:56-Sieg und liegt damit weiter auf Platz vier der 2. Regionalliga Süd.

Es waren nicht viele Leute, die sich am Samstagabend in der Sporthalle nahe des Rosenheimer Platzes eingefunden hatten, um das Regionalligaspiel zwischen dem TSV München Ost und den Heimerer Schulen Basket Landsberg zu verfolgen. So übersichtlich die Zuschauerkulisse war, so unerfreulich war sie aus Landsberger Sicht. Denn mit Eugene Hostettler (Wade), Christoph Peters (Grippe), Josef Egger (Sprunggelenk), Ferdinand Flechtner (Nasenbeinbruch) und Bastian Müllner (Grippe) saßen gleich fünf Akteure im Publikum, die sonst zum Stamm der HSB gehören. Center Miga Migalla, bislang einer der Erfolgsgaranten in der noch jungen Saison, hatte aus privaten Gründen gleich ganz von der Fahrt nach München absehen müssen, weshalb manchem Landsberger Fan wohl böses schwante vor dem Tip-off angesichts der jungen Landsberger Mannschaft, die sich da zum Aufwärmen auf dem Feld versammelt hatte. Dass es am Ende dennoch zu einem derart deutlichen Erfolg gegen eine motivierte Münchner Mannschaft reichte, hatte vor allem zwei Gründe: ein bis in die Haarspitzen motiviertes HSB-Team, bei dem jeder Spieler seine Rolle akkurat erfüllte und – Xaver Egger. Der Aufbauspieler war an diesem Abend das, was die Amerikaner „in the zone“ nennen. Von Anfang an brillierte der 26-Jährige, der vor der Saison nach zwei Jahren bei SB DJK München zu seinem Heimatverein zurückgekehrt war, mit starkem Zug zum Korb, einem guten Auge für seine Mitspieler und überragender Verteidigung. Ihm hatten es die Landsberger zu verdanken, dass das Spiel Mitte des dritten Viertels nicht kippte, als München den meist zweistelligen Rückstand auf nur mehr fünf Punkte verkürzte. In der kritischsten Phase der Partie – mit Marco Geidosch war zuvor ein weiterer HSB-Spieler wegen einer Knieverletzung ausgefallen – verwandelte Egger einen Dreier, ehe er auf dem Weg zum Korb mehrere Gegenspieler auf sich zog und den freien Lukas Klocker an der Dreier-Linie für den erfolgreichen Wurf bediente. Klocker sollte am Ende mit 18 Punkten zweiterfolgreichster Werfer auf Landsberger Seite sein. In der Verteidigung klaute der Aufbauspieler seinem Gegner gleich mehrmals den Ball und ermöglichte so leichte Schnellangriffpunkte – mit dem Ergebnis, dass bis zum Ende des Viertels der Vorsprung der Landsberger wieder auf zwölf Punkte angewachsen war. „Ich hebe nur ungern einen Spieler hervor, aber Xaver hat heute sein bestes Spiel für uns gemacht“, sparte auch Trainer Roman Gese nicht mit Lob für den 26-Jährigen. Fast symbolisch für die hervorragende Leistung Eggers war eine Szene kurz vor Ende der Partie, als der Aufbauspieler trotz Foul einen Drei-Punkte-Wurf verwandelte und auch beim Bonus-Wurf an der Freiwurflinie keine Nerven zeigte. Als Gese ihn anschließend auswechselte, hatte Egger 28 Punkte erzielt, womit er deutlich über seinem Saisonschnitt von 20 Zählern lag. Fast noch mehr als die Leistung Eggers freute Gese der Auftritt des übrigen Teams. „Man muss einfach mal sehen, in welcher Besetzung wir gespielt haben“, sagte der Trainer, der mangels Alternativen mit Philip Gatza und Sascha Kljajcin auch zwei Spielern aus der zweiten Mannschaft viel Spielzeit hatte geben müssen. „Sie haben sich voll reingehängt“, lobte Gese. Am kommenden Samstag steht bereits das nächste Auswärtsspiel für die HSB Landsberg an. Dann wartet mit Slamajama Gröbenzell ein weiterer Gegner aus dem Tabellenmittelfeld. Ob sich die Kadersituation bei Landsberg bis dahin bessert, bleibt abzuwarten. Xaver Egger hofft es: „So ein Spiel gelingt mir nicht immer.“

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