Eines der schwersten Jahre

Es gibt angenehmere Einsätze als diesen: Anfang September mussten die Einsatzkräfte der Geltendorfer Feuerwehr nach der Bergung einer Leiche die Gleise reinigen. Foto: FFW

Das arbeitsreichste Jahr seit ihrem Bestehen hat die Freiwillige Feuerwehr hinter sich. 67 Einsätze von insgesamt knapp 1300 Stunden hielten die 50 Aktiven 2010 auf Trab. Kommandant Ewald Kapfhammer sprach bei der Jahreshauptversammlung der Wehr im Gasthof Alter Wirt aber auch ganz persönlich von „einem der schwersten Jahre, solange ich auf meine Tätigkeit als Kommandant und Stellvertreter zurückblicken kann“.

Es ist die noch immer andauernde Debatte um das neue Feuerwehrhaus, die den Brandschützern zusetzt. Kapfhammer sprach von „Unwahrheiten“, die von einigen Gemeinderäten und Bürgern in die Welt gesetzt worden seien, „um dieses wichtige Projekt zu verzögern oder gar zu verhindern“. Es könne nicht sein, „dass Nichtfachleute aufzeigen, wie groß ein Feuerwehrhaus zu sein hat, das die Anforderungen über mehr als 40 Jahre sichern soll“. Die Anforderungen an die Wehr steigen ständig. Besonders die Unglücksfälle im Schienenbereich haben laut Kapfhammer in den vergangenen fünf Jahren stark zugenommen. „Hierbei werden unsere Kameraden mit schrecklichen Ereignissen konfrontiert“, sagte der Kommandant. Allein im vergangenen Jahr musste die Wehr zweimal zu Einsätzen ausrücken, bei denen Menschen von einem Zug überrollt wurden. Bei einem Starkregen Ende Juli waren die Freiwilligen eine ganze Nacht und einen halben Tag pausenlos im Einsatz, um vollgelaufene Keller auszupumpen. Insgesamt wurden 43 technische Hilfeleistungen erbracht, achtmal waren Brände zu löschen. Hinzu kamen 13 Sicherheitswachen und zwei Verkehrsabsicherungen bei Veranstaltungen sowie ein Fehlalarm. Kapfhammer stellte die Frage, wie lange dies alles noch von Freiwilligen geleistet werden könne. „Der Trend zum Leben ohne ehrenamtliche Verpflichtung spricht gegen eine Freiwillige Feuerwehr.“ In Dörfern unter 1000 Einwohnern werde es mangels Nachwuchses schon jetzt immer schwieriger, ein Fahrzeug zu besetzen. Diese Sorgen hat man in Geltendorf vorläufig noch nicht. Die im Jahr 2000 gegründete Jugendfeuerwehr erweist sich als zuverlässige Personalschmiede: Im Laufe der Jahre sind 16 fertig ausgebildete Kräfte in den aktiven Dienst übergetreten. Heuer hat die Jugendfeuerwehr zwölf Mitglieder und ist damit eine der erfolgreichsten im gesamten Landkreis.

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