Halle 16: Hirschvogel schafft Platz

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Die erste Maschine zur Kaltumformung, die mitten im neuen Betriebsgebäude aufgestellt wurde. Vorne Alexander Rambach (links), Christian Klein und Gerhard Zientner.

Denklingen – Die Herren von der Chefetage bei Hirschvogel sind an diesem Vormittag nur Zuhörer; die zwei Reden zur offiziellen Inbetriebnahme der Halle 16 halten vielmehr Oliver Maurer, der Werkleiter am Standort Denklingen, und Erwin Waibl, angestellter Bauleiter im Unter- nehmen. Sie bringen Zahlen und Daten zu einer Baumaßnahme, mit der Platz für Menschen und Maschinen angeschafft wurde. Genug Platz für sieben weitere Umformaggregate, die nach und nach aufgestellt werden. Eine Maschine zur Kaltumformung steht schon, das zweite Aggregat folgt im Juli.

Freilich ist zusammen mit der 150 Meter langen und 60 Meter breiten Industriehalle, die in drei Sektionen abgeteilt ist, ein Bürotrakt hochgezogen worden, wo auf drei Etagen 140 Mitarbeiter an einem neuen Arbeitsplatz sitzen. In der Halle 16 werden bis 2017 ungefähr 250 Beschäftigte in der Produktion tätig sein. Knapp die Hälfte davon soll neu eingestellt werden.

Oliver Maurer, seit 2011 bei der Firma Hirschvogel in Denklingen der Werkleiter, spricht bei der Feier zur offiziellen Inbetriebnahme von einem „Prunkstück“. Und wie’s beim Bau eines Prunkstücks häufig vorkommt, habe man es „doch geschafft, von zwölf auf 15 Millionen Euro aufzustocken“, sagt der aus dem Schwarzwald stammende Techniker mit einem schelmischen Grinsen. Die Kostenerhöhung sei „vorsätzlich gewesen“, fügt er vor den Gästen der Feier hinzu und blickt hinüber zu Finanz-Geschäftsführer Alfred Hätscher, der ebenfalls schmunzelt.

Denn im Zuge der Planung und des Baues sei noch deutlich nachgebessert worden, begründet Betriebsleiter Maurer die Kostenerhöhung. Ende 2012 wurde der Beschluss gefasst, die Halle 16 zu errichten. Im Juni 2013 rückten die Bagger an. Nun sind Halle und Büros bezogen.

Fünf Halbwarm-Umformaggregate (bei 900 Grad) sowie zwei Kaltumformpressen (von Raumtemperatur bis 150 Grad) werden in diesem Gebäude auf der Südseite des Firmenareals aufgestellt. Ein Drittel der Teile, die hergestellt werden, kommt anschließend zur Zerspanung zu Hirschvogel-Komponenten nach Schongau.

Drittes Stockwerk

Auch Erwin Waibl, seit 15 Jahren Bauleiter im Unternehmen, geht bei der Feier auf die Kostensteigerungen ein. Wesentlich sei das dritte Stockwerk beim Bürogebäude ins Gewicht gefallen mit rund 850 000 Euro. Der dritte Kühlkreis bringe Mehrkosten von 350 000 Euro mit sich. Außerdem erwähnt er den unterirdischen Gang, mit dem Halle 15 und Halle 16 verbunden worden seien. Das sehe von außen keiner, sei aber eine praktische Maßnahme.

Erwin Waibl vom Facility Management wartet mit weiteren Zahlen auf. 32000 Kubikmeter Erde sind bewegt worden. Das entspricht 3800 Lkw-Ladungen, die aneinander gereiht eine Länge von 33 Kilometern ergeben, was der Strecke zwischen dem Hirschvogel-Werk in Schongau bis zum A96-Kreisverkehr bei Landsberg entspricht. Die Länge der verlegten Stromkabel beträgt 75 Kilometer, die Kupferkabel fürs Datennetz machen zwölf Kilometer aus.

Bauleiter Waibl erwähnt bei der Feier vor der Firmenleitung, vor den Musikern der Hirschvogel-Werkskapelle, vor anwesenden Handwerkern und Gästen auch einige Details. Dazu gehören der Büroanbau, der von Schwingungen aus der Produktion entkoppelt ist, und die Labyrinth-Lüfter, die am Lichtschacht eine natürliche Lüftung selbst bei schlechtem Wetter zulassen. Die Heizenergie des gesamten Bauwerkes kommt aus der Produktion. Die Halle 16 hat gar keine eigene Heizung. Wenn mal alle sieben Maschinen laufen, ist mit einem enormen Überschuss an Heizenergie zu rechnen.

Auf dem Areal des Hirschvogel-Stammwerkes Denklingen gibt es noch einige nicht bebaute Flächen. So besteht die Option, die Hallen 15 und 16 zu erweitern. Oder eine zweite Alternative, die Waibl am Ende seiner Rede mit ausgestreckter Hand Richtung Westen andeutet: „Da vorn könnte noch eine Halle 17 stehen“.

Johannes Jais

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