Einkaufen neben dem Gottesacker?

Auf dieser Wiese an der Moorenweiser Straße in Geltendorf möchten sich Aldi und Edeka ansiedeln, doch dagegen regt sich Widerstand. Foto: Osman

Sollen sich Aldi und Edeka an der Moorenweiser Straße gegenüber dem Friedhof an der Grotte ansiedeln? Zu dieser Frage wird es am 27. März einen Bürgerentscheid in Geltendorf geben. Doch selbst wenn eine Mehrheit dies befürwortet, ist nicht mit einer schnellen Realisierung der beiden Märkte zu rechnen. Für diesen Fall hat die Bürgerinitiative „Erhaltung der Grünfläche an der Moorenweiser Straße gegenüber von Friedhof und Grotte“ Widerstände angekündigt, um die Bauleitplanung zu verzögern.

Seit Monaten schon schwelt die Debatte, ob sich der Einzelhandel an der Moorenweiser oder an der Hausener Straße ansiedeln soll. Nachdem Investor Peter Pletschacher, der das Bauvorhaben realisieren will, sowie die Firma Aldi der Moorenweiser Straße klar den Vorzug gaben und die Fläche an der Hausener Straße angeblich nicht mehr zur Verfügung stand, schien die Sache klar: Anfang November beschloss der Gemeinderat, 10000 Quadratmeter gegenüber dem Friedhof als Sondergebiet Einzelhandel auszuweisen. Dagegen wandte sich die Bürgerinitiative. Sie forderte, den Beschluss zurückzunehmen, da er unter falschen Voraussetzungen getroffen worden sei. Das Grundstück an der Hausener Straße stehe sehr wohl zur Verfügung. Edeka habe mit den Eigentümern sogar schon eine Vorvereinbarung geschlossen. Aldi und Pletschacher dagegen ließen Bürgermeister Wilhelm Lehmann (CSU) schriftlich wissen, sie würden nur den Standort Moorenweiser Straße „mit vollem Einsatz bearbeiten“ und distanzierten sich von allen anderen Überlegungen. Um dem Hin und Her ein Ende zu setzen und einem Bürgerbegehren zuvorzukommen, beantragte jetzt CSU-Gemeinderat Christian Scheifele, per Ratsbegehren einen Bürgerentscheid durchzuführen. „Mir ist egal, wo die beiden Märkte hinkommen“, so Scheifele. Hauptsache, das lukrative Gewerbe gehe der Gemeinde nicht durch die Lappen. Auch Bürgermeister Lehmann befürwortete den Bürgerentscheid, „und zwar schnellstmöglich“. Eile scheint geboten, denn Aldi und Edeka drängen auf einen raschen Baubeginn. „Jeder Monat Verzögerung ist hinderlich für sie“, erklärte der stellvertretende Bürgermeister Thomas Hellmann (SPD). Gerade der Wunsch nach einer schnellen Realisierung der Märkte könnte die Beteiligten aber noch zum Umschwenken in der Standortfrage bewegen. Gegen die Moorenweiser Straße würde sich die Bürgerinitiative mit Einwänden und Normenkontrollanträgen zur Wehr setzen, um den Standort doch noch zu verhindern, mindestens aber den Baubeginn hinauszuzögern. Deswegen hatte sogar Aldi selbst im Vorfeld der Sitzung darum gebeten, noch nicht über das Ratsbegehren abzustimmen. Man werde Gespräche mit Pletschacher und Edeka führen, um sich vielleicht doch auf die Hausener Straße zu einigen. Die Bürgerinitiative hat bereits angekündigt, diesen Standort zu unterstützen, und einen runden Tisch angeboten, an dem man gemeinsam mit dem Gemeinderat und den Firmenvertretern „eine einvernehmliche Einigung zum Vorteil von Geltendorf“ erarbeiten könne. Zwei Entscheide? Eine 13:6-Mehrheit sprach sich nun jedoch für das Ratsbegehren aus. Ein Eilantrag der Bürgerinitiative, die Fläche an der Hausener Straße wieder in den Flächennutzungsplan auf­zu­neh­men, wurde abgelehnt. Am 27. März soll der Bürgerentscheid stattfinden und ein Ja oder Nein zur Moorenweiser Straße abfragen. Sollten die Gegner einen eigenen Bürgerentscheid zur Hausener Straße beantragen, werden voraussichtlich beide Fragestellungen sowie eine Stichfrage auf einem Wahlzettel zur Abstimmung gestellt.

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