Bürger- und Vereinzentrum

Spatenstich für Denklingens Vorzeigeprojekt

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Griffen in Denklingen zum Spaten für das Bürger- und Vereinezentrum (von links): Wolfgang Zwosta (Haseitl Bau), Gemeinderat und VfL-Vorsitzender Wolfgang Martin, Gemeinderat Alexander Seelos, Geschäftsleiter Johann Hartmann, Vize-Bürgermeister Norbert Walter, Bürgermeister Andreas Braunegger, Landrat Thomas Eichinger, Architekt Michael Riedle, Bauleiterin Annika Salminger und Bernhard Panholzer (Strommer).

Denklingen – In der Form und in der Größe gebe es kein weiteres solches Bauwerk im Landkreis Landsberg: Diesen Vergleich stellte Landrat Thomas Eichinger beim Spatenstich für das Bürger- und Vereinezentrum in Denklingen an. Bürgermeister Andreas Braunegger sprach derweil vom „größten Projekt“, das die Gemeinde bisher in Angriff genommen habe.

Zum Bürger- und Vereinezentrum (BuV) gehören ein bei Konzertbestuhlung auf 400 Besucher ausgerichteter Saal, eine Gaststätte, Bar, Kegelbahn, der Landjugendtreff, ein Proberaum für die Musiker, das Schützenheim sowie Umkleiden und Garagen, die vorwiegend von den Sportlern benutzt werden. Bestandteil im Freigelände auf der Südseite sind ein Fußballfeld, ein Platz mit Kunstrasen sowie ein Trainingsgelände.

Die Ausschreibung war im Spätherbst und Winter vorgenommen worden. Der planende Architekt Michael Riedle sprach von „fairen und guten Preisen“, die dabei erzielt worden seien. Wie im KREISBOTEN berichtet, vergaben Denklingens Ratsmit­glieder im Januar zwei Drittel der Aufträge. Das Volumen beträgt 7,35 Millionen Euro – 993.000 Euro weniger als es die Kostenschätzung vorsah. Insgesamt soll das Bauvorhaben nach aktuellem Stand 12,5 Millionen Euro verschlingen. Vor der Ausschreibung war man von 13,4 Millionen Euro ausgegangen. Architekt Riedle freute sich, dass „etablierte Firmen“ bei der europaweiten Ausschreibung zum Zug gekommen seien.

Viel diskutiert

Bürgermeister Braunegger erinnerte an die Vorgeschichte des Großprojektes. Fünfeinhalb Jahre sei es her, dass in der Gemeinde der Schwenk vollzogen wurde: Weg von Ausbauplänen beim bisherigen Sportareal im Süden Denklingens hin zu einem „zukunftsweisenden Gebäude“, das über viele Jahrzehnte zum „Ort der Begegnung“ für die Vereine und damit auch für Jugendliche. Braunegger zeigte sich davon überzeugt, dass auch beim Schützenverein, dem es zurzeit an Nachwuchs mangele, mit der neuen Heimstatt im BuV bessere Bedingungen für die künftige Jugendarbeit gegeben seien.

Das Bürger- und Vereinezentrum entsteht am Buchweg im Osten von Denklingen. Landrat Eichinger bekundete, er habe in den vergangenen Jahren, als es wegen der Kosten und bei der Planung wiederholt Bedenken gab, sogar „mitgelitten“. Nach dem Spatenstich wolle er zur Weihe „gern wiederkommen“. Die Fertigstellung ist Ende 2021 vorgesehen.

Für das BuV Denklingen fand vor fünf Jahren unter dem damaligen Bürgermeister Michael Kießling sogar ein europaweiter Realisierungswettbewerb statt, bei dem Planer ihre Vorschläge und Ideen einreichten. Nach Prüfung weiterer Kriterien zur Leistungsfähigkeit der drei Preisträger hatte das Büro Köhler Architekten aus Gauting zusammen mit den Landschaftsarchitekten „Die Grille“ aus Penzberg den Zuschlag für das Millionenprojekt erhalten.

Die Kritik einiger Bürger und der meisten Gemeinderäte entzündete sich vor allem an den veranschlagten Kosten. Bei den ersten Entwürfen wurden Summen von mehr als 15 Millionen Euro genannt. Es gab Aufforderungen zum Abspecken, Beschlüsse zur Kostendeckelung: Das Projekt war ins Stocken geraten.

Bürgermeister Braunegger, seit Januar 2018 im Amt, verhandelte mit dem Architekturbüro. Sein Bestreben war, einen anderen, heimischen Planer einzuschalten: den aus Epfach stammenden Michael Riedle. In der neuen Planung kam es zu wesentlichen Änderungen. Auf eine Unterkellerung mit Aufzug wird nun verzichtet. Das Gebäude wird mehr in die Breite gezogen. Alle Räume sind ebenerdig zu erreichen.

Der ursprünglich vorgesehene Saal, der das Herzstück des gesamten Gebäudes darstellte und das Zeug dazu hatte, mit den hohen Fenstern und der steilen, offenen Decke weit und breit der ansprechendste zu werden, wird so nicht gebaut. Dafür entsteht eine Veranstaltungshalle, in der der Schwerpunkt klar auf der praktischen Nutzung und weniger auf architektonischen Ansprüchen liegt.
Johannes Jais

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