Die Einsätze sind komplexer – Geltendorfer Feuerwehr 55 Mal gefordert – Keine "universelle Hilfseinrichtung"

55 Einsätze bewältigte die Geltendorfer Feuerwehr im vergangenen Jahr, wobei jeder der 50 Aktiven im Durchschnitt 20 Einsatzstunden leistete. Im einzelnen wurde die Wehr zu neun Bränden und 27 technischen Hilfeleistungen gerufen, übernahm 14 Sicherheitswachen und sechs Verkehrsabsicherungen bei Veranstaltungen. Im Verhältnis zum Wachstum der Gemeinde würden die Einsatzzah- len seit Jahren stetig ansteigen, berichtete Kommandant Ewald Kapfhammer jüngst auf der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Alter Wirt.

Vor der Zukunft ist dem Kommandanten vorläufig nicht bang. Dank der vor acht Jahren gegründeten Jugendfeuerwehr ist der Nachwuchs und damit die Zahl der Aktiven zunächst gesichert. Allerdings wünscht sich Kapfhammer von der Gemeinde weiterhin ausreichend Mittel für Ausrüstung und Unterkunft – hier besonders für das geplante neue Feuerwehrhaus –, und von der Landes- und Bundespolitik mehr Unterstützung für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte. In der Bevölkerung herrsche mittlerweile der Anspruch vor, die Feuerwehr als „universelle Hilfseinrichtung“ jederzeit in Anspruch nehmen zu können – ohne das Bewusstsein, dass hier Freiwillige ihre Freizeit opfern. Müsste die Gemeinde den Feuerwehrdienst mit hauptamtlichen Kräften besetzen, würden jährlich allein 1,5 Millionen Euro an Lohnkosten anfallen, rechnete Kapfhammer vor. Die Einsätze seien komplexer geworden, zudem mache die wachsende Bürokratie den Führungskräften das Leben schwer. „Viele Kommandanten sind nach einer oder zwei Amtsperioden ausgebrannt“, so Kapfhammer, der hauptberuflich ebenfalls bei der Feuerwehr arbeitet und außerdem Kreisbrandmeister ist. Auch er selbst merke, dass berufliches und ehrenamtliches Engagement mittlerweile an die Substanz gingen. "Große Bereicherung" In den nächsten Jahren werde eine zunehmende Vernetzung stattfinden. In ganz Bayern würden beispielsweise Hochwasser- und Sturmkontingente aus den einzelnen Wehren herausgezogen und zu zentralen Verbänden vereinigt. Auf kommunaler Ebene wollen die Geltendorfer künftig verstärkt mit der Feuerwehr Eresing zusammenarbeiten, die sich in diesem Jahr mit Personal und Geräten an der Truppmannausbildung der Nachbargemeinde beteiligen wird. „Ich sehe das als große Bereicherung, denn in Zukunft kann eine Feuerwehr alleine nicht mehr alles an Themen ausbilden“, so Kapfhammer. Herzblut für die Wehr Bürgermeister Wilhelm Lehmann lobte die Nachwuchsarbeit der Verantwortlichen, die es geschafft hätten, trotz der vielfältigen Möglichkeiten der Spaßgesellschaft Ju- gendliche für die schwierige Feuerwehrarbeit zu begeistern. „Mein Herzblut tropft für die Feuerwehr“, betonte Lehmann. Die Gemeinde werde für die berechtigten Belange der Wehr weiter in die Tasche greifen müssen. Einen Überblick über die Vereinsaktivitäten gab 1. Vorsitzender Andreas Kurz. So steht im Juni das 120-jährige Gründungsjubiläum der Geltendorfer Feuerwehr an, das unter anderem mit einem Aktionstag gefeiert werden soll. Außerdem richten die Geltendorfer heuer erstmals das Jugendleistungsabzeichen aus.

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