Viel zu tun im Jahrhundertsommer

146 Einsätze für die Westufer-Wasserwachten am Ammersee

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Die Wasserwacht Dießen trainiert hier vor St. Alban mit dem Berner Sennenhund Buddy die Rettung von Ertrinkenden. Diese aus Italien kommende Rettungsmethode wird beim 50-jährigen Jubiläum im kommenden Jahr vorgeführt.

Schondorf/Utting/Dießen – 2018 war nicht „der“, sondern nur „ein“ Jahrhundertsommer, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) amtlich bestätigte. Im Durchschnitt hatten wir in Deutschland 770 Sonnenstunden, nur 23 weniger als im bislang heißesten Sommer 2003. Ideales Badewetter also auch am Ammersee, wo am Westufer drei Wasserwachten des Bayerischen Roten Kreuzes ihren ehrenamtlichen Dienst versehen. Zum Saisonende baten wir die WW-Verantwortlichen von Schondorf, Utting und Dießen um ein vorläufiges Resümee.

Schondorf

Laut Maurizio Kaiser, stellvertretender technischer Leiter der Wasserwacht Schondorf, wurden die rund 50 aktiven Mitglieder in diesem Jahr zu bislang 54 Wasserrettungseinsätzen gerufen. Dabei mussten sich die speziell ausgebildeten Rettungstaucher bei Vermisstensuchen bewähren. Allein von der Integrierten Leitstelle Fürstenfeldbruck wurden die Schondorfer zu 24 Lebensrettungen angefordert. Zum Aufgabengebiet der Wasserwacht gehören nicht nur Einsätze auf dem Wasser, sondern auch medizinische Erstversorgungen an Land, zum Beispiel bei gestürzten Radfahrern oder verletzten Personen im Strandbad. Es gab 2018 aber auch angenehme Einsätze wie die Sanitätsabsicherung beim Sammersee-Benefiz-Festival, bei der 24-Stunden-Regatta des Segelclubs Landsberg oder bei der jährlichen Seeüberquerung für engagierte Schwimmer.

Neben dem stationären Wachdienst am See betreibt die Wasserwacht Schondorf eine mobile Wasserrettungseinheit mit Rettungstauchern und einem Einsatzboot. Die Einsatzgebiete dieser schnelle Einsatzgruppe (SEG) sind neben dem Ammersee Lech, Amper und Ammer und bei Bedarf auch Wörthsee oder Pilsensee. Die Schondorfer Wasserwachtler absolvierten viele Stunden in Aus- und Weiterbildung, zum Beispiel für die Herz-Lungen-Wiederbelebung mit Defibrillator und Larynxtubus.

Utting

Bei bislang 60 Notfalleinsätzen mussten die 30 aktiven Helfer der Wasserwacht Utting ausrücken, wie der stellvertretende technische Leiter Frederik Riedel mitteilte. Dazu gehörten Such- und Rettungseinsätze auf dem See, Sachbergungen wie umgekippte Boote und leider auch eine Leichenbergung zusammen mit der Polizei. Dazu kamen während der Wachdienste über 80 kleinere Erste-Hilfe-Leistungen. Die Uttinger Wasserwacht betreibt nämlich zwei Stationen: Eine im Freizeitgelände in der Nähe des Campingplatzes und eine im Uttinger Strandbad direkt beim zehn Meter hohen Sprungturm. Durch den besonders heißen Sommer verzeichneten die Wasserwachtler eine leichte Zunahme an medizinischen Hilfeleistungen für Badegäste und Wassersportler.

Dazu organisierten die Uttinger einen Kurs für Rettungsschwimmer mit Teilnehmern aus dem gesamten Landkreis. Bei der spektakulären Aktion „Ein Leben retten“ am Uttinger Bahnhof wurden Schüler, Pendler und Reisende in die Reanimation eingewiesen.

Als nächstes will sich die Uttinger Wasserwacht SUP-Boards für Streifenfahrten, Suchaktionen und Rettungen in Ufernähe anschaffen.

Dießen

32 mal musste bislang die Wasserwacht Dießen von ihrer Wachstationen in St. Alban und Riederau aus mit ihren beiden Rettungsbooten und dem Einsatzfahrzeug zu den unterschiedlichsten Notfallsituationen und Sachbergungen ausrücken. Laut Thomas Forstner, dem technischen Leiter, konnten die über 2.700 Wachstunden nur durch Unterstützung von Gast-Wasserwachten aus Dillingen, Wertingen und Haunstetten ermöglicht werden. Dabei gab es zu den Wassereinsätzen rund 80 Erste-Hilfe-Leistungen an

Land wie Pflaster auf Schnittwunden, Kühlpacks nach Insektenstichen oder Hilfe bei einem Grillunfall mit starken Verbrennungen.

Auf das kommende Jahr freut sich die Wasserwacht Dießen besonders. Zum einen bekommt die Wachstation St. Alban ein neues Motorrettungsboot und im Juli 2019 will man mit der ganzen Marktgemeinde das 50-jährige Jubiläum feiern.

Dabei wird eine ganz neue Rettungsmethode nach italienischem Vorbild für verunfallte Schwimmer mit speziell ausgebildeten Wasserrettungshunden gezeigt.Dieter Roettig

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