Holzwerke Pröbstl

Weg vom typischen Sägewerk

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Das Bild in der Produktion der Holzwerke Pröbstl hat sich verändert: Hier werden Lamellen vorbereitet, die für Dreischichtplatten erforderlich sind. Stets ein Auge auf die Qualität der Produkte hat Geschäftsführer Helmut Pröbstl (rechts)

Asch – Von zwei wichtigen Entscheidungen beziehungsweise Investitionen geprägt ist das Frühjahr 2015 bei den Holzwerken Pröbstl in Asch: Nach den Großbränden im Mai 2012 und Oktober 2013 ist es von einschneidender Bedeutung, dass zum März eine mehrere Millionen teure Anlage in Betrieb geht. Es handelt sich um eine Mittel-lagenfertigung für Massiv-holzplatten. Zum Zweiten konnten langwierige Gespräche mit den Versicherungen nun abgeschlossen werden.

„Das hat sich gezogen“, kommentieren Firmenchef Helmut Pröbstl (60) und seine Tochter Irmi Merkle-Pröbstl auf Anfrage des KREISBOTEN die Verhandlungen mit einem Konsortium. Der personelle Aufwand sei beträchtlich gewesen. Rechne man die Stunden zusammen, so seien zwei Mitarbeiter im Unternehmen die letzten 15 Monate ausschließlich mit dieser Thematik befasst gewesen. Versichert werden bei den Holzwerken drei Bereiche: die Gebäude, die Einrichtung und der betriebliche Ausfall.

Bei Pröbstl werde konsequent der Weg weg vom typischen Sägewerk hin zu einem Spezialisten in der Weiterverarbeitung beschritten. Dies betont Irmi Merkle-Pröbstl; die 34-jährige Holzbetriebswirtin arbeitet in dem Familienbetrieb, der 135 Mitarbeiter zählt, als Assistentin in der Geschäftsleitung.

Im Bemühen, den Prozess der Weiterverarbeitung zu optimieren, komme der neuen Mittellagenfertigung entscheidende Bedeutung zu, schildert Geschäftsführer Helmut Pröbstl. Die 40 Meter lange Anlage ist in der Produktionshalle aufgestellt worden. Sie wird im März in Betrieb genommen und soll nach mehrwöchiger Anlauf-phase im Mai „rundlaufen“.

Ilim Timber liefert

Früher war Klausner-Nachfolger Ilim Timber Bavaria in Landsberg ein Hauptkonkurrent. Pröbstl und andere Sägewerks-Betreiber kritisierten vor allem die Tatsache, dass dieser Konzern durch einen langfristigen Vertrag mit den Bayeri-schen Staatsforsten mit einem deutlich niedrigeren Einkaufspreis kalkulieren könne.

Doch die Zeiten ändern sich. Inzwischen ist das Werk von Ilim Timber im 15 Kilometer entfernten Industriegebiet Frauenwald der Hauptlieferant bei dem Schnittholz, das die Holzwerke Pröbstl weiterverarbeiten. Mehr als die Hälfte der zugekauften 50000 Kubikmeter pro Jahr gelange von Ilim Timber aus Landsberg in den Betrieb nach Asch. Dennoch sei es langfristig das Ziel, wieder ein eigenes Sägewerk zu betrei-ben. Das betont Helmut Pröbstl im Gespräch mit dem KREISBOTEN ausdrücklich.

Stichwort Investitionen: Pröbstl hat im vergangenen Jahr bei Brandmeldeanlagen und bei der Sprenkleranlage nachrüsten müssen. Zudem ist das Energiemanagement samt Zertifizierung forciert worden. Auch wurde auf dem Firmen­areal östlich von Asch eine Logistikhalle errichtet, in der das angelieferte Schnittholz gelagert werden kann.

Das Unternehmen vertreibt seine Produkte – die Palette reicht von Latten über Drei-schicht-Naturholzplatten bis zu Konstruktionsvollholz – in ganz Europa. Die Hälfte des Absatzes erfolgt in Deutschland. 20 Prozent werden in die Schweiz gebracht, 15 Prozent nach Italien. Abnehmer hat der Fuchstaler Betrieb auch in Frankreich und Spanien.

Übrigens: Von dem Großbrand im Oktober vor zwei Jahren nicht beeinträchtigt wurde die Starkholzsäge der Genossenschaft Waldsäge Fuchstal. Auf ihr werden pro Jahr rund 80000 Kubikmeter Rundholz aus heimischen Wäldern zugeschnitten.

Johannes Jais

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