Moderater Einstieg:

Die Sparkasse Landsberg-Dießen reduziert

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Vorstandsvorsitzender Thomas Krautwald (rechts) und Vorstand Roland Böck (links) erläuterten den „moderaten Einstieg“ in die Sparmaßnahmen der Sparkasse Landsberg-Dießen.

Landkreis – Die Sparkasse Landsberg-Dießen reagiert auf die Herausforderungen im Bankensektor mit einem „moderaten Einstieg“ in Sparmaßnahmen. Vier Geschäftsstellen, in Sankt Georgen, Igling, Scheuring und Greifenberg, werden zu SB-Geschäftsstellen. Die Mitarbeiterkapazität wird „aus der Fluktuation heraus“ bis zum Jahr 2020 um 25 Stellen vermindert. Das teilten der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Thomas Krautwald, und Vorstandsmitglied Roland Böck in der vergangenen Woche den Mitarbeitern, den Kunden und der Presse mit.

Ab 1. Juli wird die Sparkasse im Landkreis daher 23 statt 27 Geschäftsstellen haben, in der Mitarbeiter zum persönlichen Gespräch zur Verfügung stehen. Die Zahl der mit Geldautomaten und Kontoauszugsdruckern bestückten „Selbstbedienungs-Geschäftsstellen“ erhöht sich von drei auf sieben.

Gleichzeitig verändert der Vorstand in Abstimmung mit dem Verwaltungsrat das bisherige „Switch“-Modell. Wie bisher werden zwei Drittel der Geschäftsstellen in Teilzeit betrieben – statt einem Vormittag/Nachmittag-Wechsel wie bisher bleibt die jeweilige Geschäftsstelle nun aber den ganzen Tag geöffnet und pausiert am Tag darauf. „Das ist für die Kunden leichter merkbar und reduziert unsere Kosten; wir haben weniger Rüstzeiten und keinen Arbeitsplatzwechsel mitten am Tag“.

Neue Bankenregeln

Drei Entwicklungen veranlassen die Sparkasse zu diesen Maßnahmen. Die erste ist das niedrige Zinsniveau. Entwicklung Nummer zwei: Geldinstitute, die nicht der unmittelbaren Aufsicht durch die Europäische Zentralbank unterstehen, sogenannte „Less Significant Institutes“, unterliegen seit 2016 einer verbindlichen Kapitalanforderung, dem SREP-Konzept. „Das bindet bei uns einen zweistelligen Millionenbetrag“, so Krautwald. Die zunehmende Regulatorik schmälere nicht nur das Betriebsergebnis, sondern führe auch zur Notwendigkeit, Spezialisten einzustellen, die allerdings schwer zu finden seien.

Der dritte Grund: Das Kundenverhalten verändert sich. „Unsere Kunden kommen in der Regel nur noch ein bis zwei Mal im Jahr in die Geschäftsstelle“. Die Sparkasse habe 50 Prozent Online-Kunden. Überweisungen, Daueraufträge, Geldab­hebungen – das alles mache man heute vom Computer oder vom Smartphone aus. Inzwischen ist es sogar schon möglich, mit dem Handy eine Rechnung abzufotografieren, woraus die Software eine Überweisung generiert. „Der Servicebedarf sinkt. Aber der Beratungsbedarf“, zum Beispiel zur Baufinanzierung, zur Altersversorgung und zu Geldanlagen, „bleibt unverändert hoch“.

Daher werden die klassischen Berater weiterhin benötigt. Sie werden aber durch ein „eigenes“ Kundenservice-Center flankiert werden. „Damit meinen wir ein örtliches Center, nicht ein Call-Center irgendwo anders“. Von 8 bis 18 Uhr soll man dort „per E-Mail, Telefon und Chat“ Unterstützung erhalten; das Kundencenter nehme auch Aufträge entgegen und bearbeite sie „möglichst fallab­schließend“.

Zu hohe Dichte

Die Mitarbeiter hätten die Maßnahmen positiv zur Kenntnis genommen, berichteten Krautwald und Böck, zumal niemand gehen müsse, der nicht ohnehin ausscheide. Beide machten allerdings auch deutlich, dass das Ende der Maßnahmen möglicherweise noch nicht erreicht sei. Gemessen an den Empfehlungen des Sparkassenverbandes habe die Sparkasse Landsberg-Dießen auch ab Juli immer noch eine zu hohe Geschäftsstellendichte.

Anzunehmen ist, dass das Thema im Rahmen der angestrebten Fusion mit den Sparkassen Fürstenfeldbruck und Dachau (der KREISBOTE berichtete) noch einmal auf die Tagesordnung kommt. Die Gespräche dazu fänden im Moment allerdings nur auf der Fachebene statt – in Fürstenfeldbruck wird im Mai erst mal ein neuer Oberbürgermeister gewählt.

Werner Lauff

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