Italienisches Flair

Eisdiele am Hauptplatz will Außenbewirtung erweitern

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Bereits bestuhlt, obgleich die Außenbewirtung erst ab 1. April erlaubt ist: Mr. Gelato setzt auf italienisches Flair am Hauptplatz und möchte sein Geschäft im Freien ausbauen.

Landsberg – Wie viel Hauptplatz darf ein Gastronom für die Bewirtung im Freien nutzen? „Mr. Gelato“ wirft diese Frage auf. Der Bauausschuss des Stadtrats wird sie am Mittwoch kommender Woche diskutieren. Der Betreiber der Eisdiele möchte den Status quo dauerhaft gesichert wissen, stößt damit aber auf Widerstand in der Stadtverwaltung.

Zunächst das Grundsätzliche. Die Außenbewirtung auf dem Hauptplatz – es ist eine Sondernutzung und bedarf der städtischen Erlaubnis – darf nicht breiter angelegt sein, als das Gebäude, in dem sich die Gastronomie befindet. Und die Tiefen hat das Stadtbauamt mit dem Hauptplatzumbau festgelegt, wobei unter anderem Fahrgassen für die Anlieferung und für Feuerwehr zu berücksichtigen sind. Weiterhin gilt: Die Zahl er Gäste­plätze darf außen nicht höher sind als innen. Und: Die Außenbewirtung ist nur vom 1. April bis 30. Oktober erlaubt.

Soweit die Theorie, jetzt die Praxis. Wer an warmen und sonnigen Tagen in aller Ruhe den italienischen Eisbecher gleich neben dem Rathaus genießen möchte, der hat nicht selten ein Problem: die Schlange vor dem Mr. Gelato ist elend lang, an einen Sitzplatz unter dem Sonnenschirm ist oft nicht zu denken. Das Geschäft boomt. Eiseslust auf dem Hauptplatz.

Wer möchte da nicht gleich erweitern, um die Freunde des mediterranen Flairs am Lech zu beglücken? Vor fünf Jahren genehmigte die Stadt dem Eisdielen-Betreiber 50 Gastplätze und zwei Sonnen­schirme (5x5 Meter) im Außenbereich. Auf 50 Quadratmetern. Für den Anfang ausreichend, mehr aber auch nicht. Längst ist mehr daraus geworden. Und im vergangenen Jahr habe Mr. Gelato die Fläche „eigenmächtig“ erweitert, ist der Sitzungsvorlage des Ordnungs- und Marktamtes zu entnehmen, auf etwa 80 Quadratmeter mit 20 Tischen und 80 Stühlen.

Der förmliche Antrag für die Erweiterung der Sondernutzungsfläche indes ging via Rechtsanwalt Ende 2018 in der Stadt ein. Erst vollendete Tatsachen schaffen, dann Genehmigung einholen – das kommt im Ordnungs- und Marktamt gar nicht gut an. Das Beantragte ohnehin nicht: 78 Quadratmeter, das reicht für 19 Tische, 76 Stühle und drei Sonnenschirme, sowie die Außenbewirtung von 1. März bis 30. November, also zwei Monate länger als üblich.

Das alles passe nicht, ist der Sitzungsvorlage zu entnehmen: mehr Gäste außen als innen, Bewirtung in den freizuhaltenden Fahrgassen und zu wenig Toi­letten. Die Verwaltung empfiehlt dem Bauausschuss, Mr. Gelatos Wunsch nicht zu folgen.

Toni Schwaiger

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