Wechsel in der Lechstadt:

Neuer Betreiber für Landsbergs Stadtbusse

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Ein Jahr noch, dann erfolgt nach europaweiter Ausschreibung der Wechsel im Betrieb der Landsberger Stadtbusse: auf Eisele folgt Waibel.

Landsberg – Nach gut zwei Jahrzehnten ist Schluss: Die Landsberger Stadtbusse werden ab 5. Februar 2018 nicht mehr von der Firma Eisele betrieben. Neuer Partner von Stadt und Landkreis ist das Landsberger Unternehmen Waibel Bus. Dies ist das Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung und eines daraufhin erfolgten Beschlusses, den der Kreisausschuss am Dienstag in nichtöffentlicher Sitzung getroffen hat. Eine offizielle Bekanntgabe des Wechsels ist zur Stunde noch nicht erfolgt.

Stadt und Kreis hatten sich zunächst bemüht, die europaweite Ausschreibung auf das Unternehmen Eisele zuzuschneiden. Denn „ein Unternehmen aus der Stadt ist viel besser als ein Konzern von irgendwo, der einen Ort nach dem anderen erobern will, mit Niedriglöhnen arbeitet und nicht flexibel ist, wenn mal vom Plan abgewichen werden soll“, hieß es im Herbst 2015 in Verwaltungskreisen. Ein erster Versuch bestand darin, festzulegen, dass der Betrieb auch mit bis zu acht Jahre alten Bussen erfolgen könne. Da Eisele Busse mit dieser Laufzeit in Betrieb hat, wäre er gegenüber Mitbewerbern begünstigt gewesen, die für den Landsberger Auftrag neue Busse benötigt hätten. Dieser Ansatz erwies sich jedoch als rechtlich nicht haltbar – die Ausschreibung wäre mit dieser Formulierung anfechtbar gewesen.

Der zweite Versuch bestand darin, den Einsatz von Hybridbussen, über die Eisele bis dato noch nicht verfügte, als unwirtschaftlich darzustellen. Pro Bus fielen Mehrkosten von 30.000 Euro an, bei sechs Bussen mache das 180.000 Euro, argumentierten Landratsamt und Stadtverwaltung. Dagegen protestierten vor allem die Stadträte Stefan Meiser (ÖDP) und Wolfgang Weisensee (Landsberger Mitte), indem sie eigene Recherchen vornahmen und abweichende Ergebnisse präsentierten. Am Ende setzten sich die Befürworter von Hybridbussen mehrheitlich durch. Eisele testete daraufhin Hybridbusse und beteiligte sich dennoch an der Ausschreibung.

Nunmehr scheint es so zu sein, dass die Mehrkosten doch nicht so dramatisch sind – die Ausschreibung soll dem Vernehmen nach sogar zu einer deutlichen Kostenreduzierung geführt haben. Auch die Befürchtung, dass die Landsberger Busse bei einer „neutralen“ Ausschreibung künftig von ortsfernen Konzernen betrieben würden, hat sich nicht bestätigt. Die Waibel Bus GmbH gehört zwar seit 2008 zu einem größeren Unternehmen, der deubus AG mit Sitz im hessischen Kirchhain, die 850 Busse besitzt. Gesellschafter sind aber mittelständische Busunternehmen, die sich im Jahr 1997 zur Abwehr der Konzerne zusammengeschlosen haben.

Waibel selbst ist eher ein kleiner Betreiber; die in den 50er Jahren von Karl Waibel gegründete Firma hat acht Busse und elf Mitarbeiter. Sie ist im Landkreis Landsberg als Mitglied der Landsberger Verkehrsgemeinschaft (LVG) aktiv und betreibt die Linie 70 (Landsberg - Weil - Scheuring - Prittriching - Mering). Weitere Einsatzgebiete sind unter anderem Starnberg und Fürstenfeldbruck. Waibel ist auch im Rahmen des Münchener Verkehrsverbunds (MVV) im Einsatz. Von den Standorten Lochhausen, Maisach, Geretsried und Wolfratshausen aus bedient das Unternehmen fünf Linien im MVV, teilweise mit Subunternehmern.

In Stadtratskreisen wird das Ergebnis der Ausschreibung mit einer gewissen Genugtuung gesehen. So sehr die Stadt mit Eisele zufrieden gewesen sei – andere Unternehmen müssten ebenfalls die Chance haben, an öffentliche Aufträge zu kommen. Dies gelte um so mehr, wenn sich damit Kosten einsparen ließen. Es sei außerdem gut, dass Kreis und Stadt letztlich offen an das Thema herangegangen seien, ohne zu versuchen, das Ergebnis zu beeinflussen. Und wenn denn auch noch etwas gegen den Lärm und für die Umwelt getan werde, sei das Ergebnis zu begrüßen. An der Zuverlässigkeit von Waibel Bus habe man keinen Zweifel – die Qualität des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) werde unter dem Wechsel nicht leiden.

Werner Lauff

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