Aufatmen beim HC Landsberg:

Die Gebührenerhöhung schlittert übers Eis

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Die Verantwortlichen des HC Landsberg, die Eltern der jungen Kufenflitzer und auch der Nachwuchs selbst dürfen erst mal tief durchatmen: Bis auf wenige Ausnahme hat im Moment offensichtlich niemand Lust, an der Gebührenschraube für die Eishalle zu drehen

Landsberg – Der Eishockey-Nachwuchs in der Lechstadt muss voraussichtlich nicht mit wesentlichen Steigerungen bei den Gebühren für die Nutzung der Eishalle rechnen. Das wurde jetzt aus den Stellungnahmen der Fraktionen im Finanzausschuss des Stadtrats deutlich.

Dort ging ÖDP-Rat Stefan Meiser noch einmal ausführlich auf die Betriebskosten und das Defizit der Halle ein. Unter Hinzurechnung von Heizkosten und Abschreibungen gebe es keineswegs größere Sprünge beim Verlust, argumentierte er. „Das werden jedes Jahr so 350000 bis 380000 Euro sein“, bestätigte Kämmerer Peter Jung auf Nachfrage – für 2015 sind allerdings über 500000 Euro Defizit im Haushalt angesetzt.

„Mich würde interessieren, wo die große Steigerung bei den Energiekosten herkommt“, stellte Christian Hettmer (CSU) einen Prüfungsantrag an die Verwaltung. Einen anderen Sparvorschlag unterbreitete Jost Handtrack (Grüne). „Im September kostet es doppelt so viel, Eis zu machen wie im Januar. Vielleicht könnte man später mit der Saison beginnen.“ Allerdings dürfte das daran scheitern, dass die Nachwuchs-Mannschaften terminlich mit den bereits mehrfach verkürzten Eiszeiten schon jetzt an der Grenze angelangt sind.

Beim HC Landsberg dürften Vorsitzender Markus Haschka und Marketingchef Frank Kurz nach der Ausschusssitzung immerhin aufgeatmet haben. Die von Meiser für eine der nächsten Stadtratssitzungen beantragte Gebührenerhöhung für den Nachwuchs scheint derzeit nicht durchsetzbar zu sein. Man habe den Preis für eine Stunde schon von 8 auf 10 Euro angehoben, erinnerte OB Mathias Neuner (CSU). „Das hat nicht die Riesensumme eingebracht, ist aber eine Erhöhung um 20 Prozent und auch eher symbolisch als Sparbeitrag zu sehen.“

An dieser Schraube will nach Informationen des KREISBOTEN nicht nur in der CSU-Fraktion niemand ernsthaft drehen. Auch für die SPD stellte Margit Däubler klar: „Wenn man bedenkt, was auch die Schulturnhallen an Unterhalt und Reini- gung kosten, müsste man ja alles auf den Prüfstand stellen. Die Frage ist nur, wo betreibe ich dann überhaupt noch Jugendförderung?“

Den Gleichheitsgrundsatz stellte auch Dr. Reinhard Steuer (UBV) in den Vordergrund. „Wenn wir anfangen, über Subventionierung zu reden, müssten wir auch fragen, wie der Sohn eines Milliardärs in unserer Singschule subventioniert wird, oder ein Spitzenverdiener mit einer Theaterkarte.“

Zudem, so Steuer weiter, sei die Erkenntnis, dass eine Eishalle grundsätzlich defizitär arbeite, „inzwischen 40 Jahre alt und nichts Neues.“ Man habe vor einigen Jahren die Halle für über drei Millionen saniert. „Das war eine bewusste politische Entscheidung von uns allen. Ich frage mich schon, ob da jetzt plötzlich niemand mehr Eishockey spielen soll.“

Christoph Kruse

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