Start in die 19. Spielzeit

Elefantöses im Landsberger Kunstautomaten

Ulrich Bode
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Ulrich Bodes Serie „Elefant*ös“ kommen die großen, grauneRiesen im neuen bunten Kleid zur Geltung.

Landsberg – Der Landsberger Kunstautomat, – umstritten und geliebt, stets ein Vabanquespiel zwischen Ernsthaftigkeit und Albernheit –, aber auf jeden Fall Kunst rund um die Uhr. Für jeden zugänglich ist er zu einer nicht mehr wegzudenkenden Institution in Landsberg geworden. Seit dem 21. Mai läuft die neue und bereits 19. Spielzeit.

Und wieder schauen der Kunstautomat und sein Betreiber Gregor Netzer vom Verein Künstlerforum Kunstautomat mit den sechs Serien in den sechs Schächten weit über die Landkreisgrenzen hinaus. Wie Netzer beteuert, bleibt ‚Grenzen überwinden‘ auch Programm: „Andere Künstler reinholen in unsere Region, auch eine Plattform bieten für jene, die sich mit ihrer Kunst noch nicht an die Öffentlichkeit gewagt haben.“ Marlen Peix aus Starnberg hat für den Kunstautomaten Fotografien mit der Camera Obscura geschaffen. Bewegtes wird verwischt und Unbewegliches deutlich. Ihre Serie trägt den Titel „Dahoam“.

Elefanten, „die großen grauen Riesen“, kommen in den Arbeiten von Ulrich Bode aus Wolfsburg ganz anders daher. „Elefant*ös“, bunt, teilweise glänzend durch die Auflage von Blattmetallen und Blattgold passen gleich zwei dieser Spezies in eine der kleinen Schachteln.

Die Starnberger Künstlerin Simone Hübner beschäftigt sich in ihrer Serie mit dem „inneren Portrait“. Auf vorbearbeiteter Wellpappe malt sie in Linien und Flächen Gesichter. Die farbigen Miniaturarbeiten öffnen einen Blick, der über die reine Betrachtung des anderen weit hinausgeht.

Mit den Arbeiten von Anne Kerber aus Saarbrücken hat eine Verbindung aus Kunst und Wissenschaft im Automaten Premiere. Was auf den ersten Blick farbig-abstrakt aussieht, offenbart einen tiefen Blick in das Innere des Menschen: In „HistoPopArt“ wird die Wissenschaft vom Aufbau biologischer Gewebe mit Pop Art kombiniert.

Ilka Pia Claren setzt sich in ihrer Kunst mit dem Thema Weiblichkeit auseinander. Mit der „Mondschein Göttin“ schenkt die Landsbergerin der Frau auf ihren Drucken ein besonderes Augenmerk – und formuliert damit die Frage, was es bedeutet, Frau zu sein in dieser Welt.

Last but not least das „Seeflimmern“: Blicke auf die Heimat von Edwin Kunz aus Berg. Ganz und gar nicht kitschig, wie der Titel vermuten lassen könnte, dient hier der gleichnamige Bildband des Landschaftsfotografen als Vorlage für die Serie. Kunz ist vom Prinzip Kunstautomat überzeugt: „Jeder soll sich Kunst leisten können.“

Auch wenn die Automaten-Organisationen Elke Jordan und Gregor Netzer in ihrem Vorstellungsfilms auf dem Facebookprofil Kunstautomat Landsberg traditionell kräftig jammern, freuen sie sich, dass es mit der Kultur und der Kunst wieder losgeht – auch wenn der Kunstautomat seinen „Coronavorteil‘ verliert. Einzigartig in der Region bleibt er ja trotzdem.

Kunst gibt es für fünf Euro im Kunstautomaten am Spitalplatz 393. Weitere Informationen zu den einzelnen Serien finden sich auf www.kunstautomat.net.

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