Kunst neben Teppichkehrer

Elektro Hilscher wird mit Kunst-O-Rama zur Kunstgalerie

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Kunst zwischen Waschmaschinen: Kunst-O-Rama mit Arbeiten von Monika Brüning, Claudia Helmer, Elke Jordan, Brigitte Müller, Gregor Netzer und Roland Schappele ist noch bis zum 2. November bei Elektro Hilscher zu sehen.

Kaufering – Wie bitte, Kunst-O-Rama? Panorama ja, aber Kunst? ‚Orama‘ steht im Griechischen für ‚Vision‘. Etwas Besonderes wie das Riechkino Smell-O-Rama, der Trail-Event der Extraklasse Trail-O-Rama. Oder eben das Kunst-O-Rama bei Elektro Hilscher. Denn was dort zu sehen ist, ist keine Ausstellung. Vielmehr wird der Laden zum Gesamtkunstwerk.

An der Wand türmen sich Waschmaschinen, im Schaufenster Staubsauger, Nachttischlämpchen leuchten neben Wasserkochern – und mittendrin die Kunst. Abstraktes neben Tierischem, Puppen neben Landschaftspanoramen. Die Stimmung bei Elektro Hilscher ist angenehm – seltsam. Manch Kunstwerk bemerkt man erst beim zweiten Blick. Manch Elektrogerät auch. Wer würde schon dem Leifheit-Teppichkehrer in Ziegelrot die Kunst absprechen?

Organisiert hat die Ausstellung Brigitte Hübner, auch als Gründerin der Facebook-Gruppe „Du kommst aus Landsberg, wenn…“ bekannt. Hauptberuflich ist sie eine der Hilscher-Mitarbeiterinnen, die zusammen mit Ladenbesitzer Hubert Rauch aus dem Elektrogeschäft immer wieder etwas Besonderes machen. Zum Beispiel eine 80er-Jahre-Disco zu Ehren des guten alten Plattenspielers – mit abgehängtem Raum und Diskokugel. Oder ein Fifties-Museum. „Dafür haben wir einen Raum abgetrennt“, erzählt Hübner. Der mit Originaltapete, Original-Kleidung und Elektrogeräten aus Hübners historischer Sammlung gefüllt wurde. „Wir hatten dann zwei Seniorennachmittage hier: Frauen und Männer getrennt“, lacht die Organisatorin. Sie habe das spannend gefunden. Die Senioren offensichtlich auch: Vor Kurzem fragte das Seniorenstift Kaufering an, ob man nicht ein Nostalgiecafé im Stift machen könne. Einen Tag aus der Vergangenheit ins Jetzt holen. Klar konnte man. Mit Erfolg.

Hübner arbeitet seit 35 Jahren in dem Geschäft. Natürlich mache man diese Events, um sich von der Masse abzuheben. Aber die Ware stehe nicht im Vordergrund: „Vor allem liebe ich Kunst!“, gibt Hübner zu, die selbst fotografiert. Schon früher habe sie im Schaufenster Kunst ausgestellt. „Aber in diesem Ausmaß mit sechs Künstlern haben wir es noch nie gemacht.“ Beworben hätten sich rund 15 Interessierte. Bei der Auswahl sei ihr vor allem eins wichtig gewesen: „unterschiedlichste Menschen ansprechen.“ Auch den älteren Herrn, der während der Vernissage unbedingt eine Batterie braucht. Und natürlich auch bekommt. Immerhin ist er Stammgast. Etwas, das Läden wie dieser noch haben.
Susanne Greiner

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