Die 17-Jährige Ella Bakenecker aus Dießen zeigt Mut

Benefizkonzert für Kreiskulturtage - von Jugendlichen organisiert

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Die gerade mal 17 Jahre alte Ella Bakenecker aus Dießen macht sich bei den Kreiskulturtagen für ein Benefizkonzert stark - ohne die Hilfe von Erwachsenen.

Landkreis/Dießen – Ein bisschen Angst hat sie schon vor dem Konzert. „Oder vielleicht bin ich auch nur sehr aufgeregt.“ Um aufgeregt zu sein, hat Ella Bakenecker aus Dießen auch allen Grund: Sie organisiert bei den Kreiskulturtagen ein Benefizkonzert. Und das ganz ohne die „Großen“. Auch wenn sie vor Kurzem erst 17 geworden ist. Aber bisher läuft alles. Inzwischen hat sie schon rund 20 Musiker zusammen, alle zwischen 14 und 20. Jetzt sucht sie noch ein paar Jüngere. Denn nicht umsonst nennt sie das Konzert „Viel Jugend“.

Das Foto zum Konzert am 16. Mai im Programmheft der Kreiskulturtage könnte passender nicht sein: Ella und ihre Freundin stehen am Ammerseeufer, an einem Steg. Und auf dem Steg jede Menge Musik: Gitarre, Trommel, Geige, Cello oder auch ein Akkordeon. „Das wird ein Konzert von mutigen Jugendlichen und Kindern für mutige Kinder“, sagt Ella. Denn der Erlös geht an das Projekt „Friedensdorf International“, ein Verein, der kranke Kinder aus Kriegs- oder Krisenregionen nach Deutschland holt und sie hier medizinisch behandeln lässt. Die Organisation kennt sie von ihren Eltern, die damals ihr Hochzeitsgeschenk dafür gespendet haben. „Für die Kinder ist es auch eine Mutprobe, aus ihrer Heimat ganz alleine zur Behandlung nach Deutschland zu gehen.“ Mut sei vielfältig, in jeder Situation könne man Mut beweisen. „Sei es ein Schüler, der eine Präsentation macht. Oder auch von einer Stadt in eine andere umziehen, auch das erfordert Mut.“

Ella selbst wird Klavier spielen – sie spielt schon, seit sie fünf Jahre alt ist. Die anderen Musiker kennt sie zum Teil persönlich, andere hat sie einfach so angeschrieben und gefragt. „Das war für die alle kein Problem, also auch, dass sie für den Auftritt kein Geld bekommen.“ Stilrichtungen werden so ziemlich alle vertreten sein: Jazz, Klassik, Pop, Rock. Die lokale Hard-Rock-Band „Beyond Brightness“ will auftreten. Oder auch „A Story for Reflection“, eine Popband aus der Umgebung. Selbst eine Ukulelen-Band hat die 17-Jährige schon an der Hand. „Aber ich lass denen die Freiheit das zu spielen, was sie selbst spielen wollen.“

Alle Musiker werden im Augustinum zu hören sein, moderieren wird Ella mit einer Freundin. Ganz am Anfang wollte sie das Konzert eigentlich im Craft-Bräu machen, der Kneipe ihrer Eltern. „Aber dann hab ich von den Kreiskulturtagen gehört, habe Annunciata Foresti angerufen und jetzt sind wir im Augustinum.“ Die älteren Leute würden sich sicher auch auf die Musik freuen. Und der Theatersaal sei eben auch etwas größer als das Craft-Bräu. Die Kreiskulturtage findet sie klasse, „aber Jugendliche erreicht das nicht so.“ Dazu müsse man eben auf anderen Kanälen werden. „Facebook ist für uns nicht mehr so prickelnd.“ Oder einfach mehr Flyer in Schulen auslegen.

Die Jugend genießen

„Ich mag es, Sachen zu organisieren. Und wenn es dann für einen guten Zweck ist, mach ich es noch lieber.“ Turnen mag Ella auch. Leistungsturnen. Und mit ihren Freunden ist sie viel unterwegs. „Wenn ich krank bin und nichts machen darf, das ist furchtbar!“ Außerdem müsse sei einmal am Tag an die frische Luft. Und im Sommer liebt sie es, abends am Lagerfeuer zu sitzen. „Ich will meine Jugendzeit genießen“, sagt Ella. Das sei ihr wichtiger als gute Noten. Aber ihr Abi will sie natürlich schaffen, nächstes Jahr.

Nach dem Abi will sie aber erst mal reisen. Gerne gleich vier Jahre lang. Zum Beispiel nach China, dafür hat sie auch schon die ersten Worte Chinesisch gelernt. Reisen liegt Ella im Blut: mit sechs Jahren, ihr Bruder war gerade vier, ging es mit den Eltern drei Monate nach Neuseeland. Und dort samt Zelt auf einem Vierer-Tandem einmal um die Insel herum.

In der Schule mag die 17-Jährige Sozialkunde, Geschichte, Sport, Deutsch. Und Sprachen. Musik früher auch, „aber da fällt inzwischen die ganze Praxis wegen G8 weg.“ Beim zweieinhalb Monate langen Schüleraustausch in Melbourne war das anders: „Da haben wir gelernt, wie man mit einem Computerprogramm Stücke schreiben kann.“ Sowas wäre hier auch mal toll. „Aber G8 lässt den Schülern keine Zeit mehr für sich selber. Das wäre wichtig!“ Als Beruf fände sie Journalistin gut, auch Moderatorin. Oder etwas im sozialen Bereich. „Aber nicht das ganze Leben lang.“ Vielleicht werde sie ja Autorin, sagt Ella lachend.

Jetzt ist sie erst einmal Konzert-Organisatorin. Auch wenn sie dafür ein bisschen Angst überwinden muss. Oder zumindest die Aufregung. Mut genug hat sie auf jeden Fall.

Susanne Greiner

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