Am Ende fehlt das Glück

Das schmerzt: Xaver Egger (am Ball) wartete oft vergeblich auf einen Foulpfiff des Schiedsrichters. Foto: Krivec

Die nicht überzeugenden Leistungen in den beiden letzten Spielen hatten offenbar Wirkung gezeigt: Die Zuschauerränge beim Regionalligaspiel der DJK Landsberg gegen die SB DJK Rosenheim waren etwas dünner besetzt. Zu Unrecht dieses Mal. Denn die Anwesenden sahen ein packendes Basketballspiel, das viel von dem enthielt, was diesen Sport so attraktiv macht.

Voraussetzung dafür war, dass Trainer Roman Gese mit Xaver Egger, dessen Bruder Joseph und Eugene Hostettler wieder mehr Alternativen auf der Spielerbank zur Verfügung standen. Dazu präsentierten sich die Akteure auf dem Spielfeld nicht mehr als das Ein-Mann-Team um Xaver Egger sondern als richtige Mannschaft, in der jeder die Initiative ergriff. Die DJK begann sehr konzentriert, ohne die störenden Fehlpässe und Ballverluste. Mit schönen Assists setzte Xaver Egger seine Mitspieler in Szene, was mit einer 15:9 Führung nach dem ersten Viertel belohnt wurde. Dabei zeigte sich jetzt schon, dass mit Rosenheim eine Spitzenmannschaft zu Gast war, die über gutes Wurfvermögen und solide Freiwurfsicherheit verfügte. Gute Abwehrarbeit der Gastgeber ließ den Gegner aber nicht zur Entfaltung kommen. In der Offensive wurde die Strategie des Trainers sichtbar, man versuchte vehement in die Zone der Rosenheimer einzudringen und durch schnelle Ballstafetten einen Spieler frei zum Wurf zu bringen. Und diese Würfe fanden nun endlich auch wiederholt ihr Ziel. Noch hatte Geidosch, obwohl er sich redlich mühte, mit seinen chronischen Offensivfouls zu kämpfen. Besser lief es da bei Migalla, der von seinen Gegenspielern kaum zu halten war. Mit 37:32 ging es in die Halbzeit. Rustikale Spielweise Die Gäste schlugen nun eine härtere Gangart an, die von den Unparteiischen nicht immer geahndet wurde. Ein Lob verdient, dass sich die Landsberger durch die aggressive Pressdeckung nicht beeindrucken ließen und den Ball sicher und schnell in die gegnerische Hälfte brachten. Hier war Joseph Egger eine echte Hilfe für seinen Bruder. Rosenheims exzellenter Dreierschütze Mulalich war nun wiederholt erfolgreich. Dass auch Xaver Egger nach seiner Krankheit noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war, trug dazu bei, dass die Gäste mit zwei Steals zum 53:53-Gleichstand kamen. Vielleicht war auch Migalla etwas zu lange auf der Bank gesessen, ein Vorwurf an den Coach, der seiner Mannschaft durch eine überzeugende Wechseltaktik großen Rückhalt gab, soll das nicht sein. 57:55 endete das dritte Viertel. An Spannung waren die letzten zehn Minuten nicht zu überbieten. Verbissen kämpften beide Mannschaften um jeden Ball. Geidosch kam nun immer besser ins Spiel. Vier Minuten waren gespielt – 63:63. Auch die nächsten drei Minuten brachten für kein Team einen Vorteil – 69:69. Dann setzte sich Rosenheim durch einen Landsberger Ballverlust und erfolgreiche Freiwürfe etwas ab – 69:73. Als die Gäste zudem eine Defensiv-Rebound-Schwäche der DJK nutzen konnten, schien das Spiel, zwei Minuten vor Spielende, gelaufen zu sein. Doch die DJK kämpfte sich wieder heran. 76:77 und noch 30 Sekunden Spielzeit. Ballbesitz für Landsberg nach einem Schrittfehler der Gäste. Lukas Klocker, der bis dahin auch als Distanzschütze überzeugt hatte, erhielt die Wurfchance zur Führung – doch der Ball sprang von der Kante zurück. Spannende Schlussphase Rosenheim führte sicher mit 76:79, als Xaver Egger in letzter Sekunde gefoult wurde und mit drei Freiwürfen die Chance zum Ausgleich erhielt. Größer konnte die Spannung nicht mehr sein. Den ersten verwandelte er sicher. Doch die beiden nächsten fanden ihr Ziel nicht, weshalb die Gäste schließlich mit 77:79 die Oberhand behielten. Trotzdem hat die DJK anklingen lassen, wozu sie in der Lage ist. Das Landsberger Basketballpublikum darf sich auf packende Spiele freuen.

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