Kein Ballermann im Summerpark

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So könnte es in der nächsten Saison im Uttinger Summerpark aussehen: Privater Sicherheitsdienst und Verbotsschilder für exzessives Feiern.

Utting – Es scheint ein Geheimtipp unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Region zu sein: „Auf in den Summerpark Utting, hier können wir ungestört feiern und die Sau rauslassen!“ Das begehrte Ziel im Landschaftsschutzgebiet Ammersee-West war in diesem Jahrhundertsommer besonders nachts extrem frequentiert – entsprechend sah es morgens aus: „Eine Schneise der Verwüstung“, wie Gemeinderat Florian Hoffmann (LW) bei der letzten Sitzung konstatierte. Wobei man aber eine Lanze für die Uttinger Jugend brach, die hier zum geringsten Teil beteiligt ist. „Die Leute kommen meist von auswärts, weil es mit der Bahn hier so praktisch ist.“

Höchste Zeit zu reagieren und den maßlosen Saufgelagen ein Ende zu bereiten befand denn auch geschlossen der Gemeinderat unter Vorsitz von Bürgermeister Josef Lutzenber-ger. Angeregt durch die massive Beschwerde eines Anliegers mit einer Unterschriftenliste von 55 Bürgern war der Summerpark ein Topthema auf der Agenda. Man müsse mit aller Vehemenz eine weitere „Ballermannisierung“ des Summerparks verhindern. Eine der möglichen Gegenmaßnahmen wäre die regelmäßige Doppel-patrouille eines Wachdienstes, was im Gemeinderat aber kontrovers diskutiert wurde. 

Renate Standfest (GAL) würde lieber die Polizei mehr einbinden und abschreckende Strafen androhen, was aber bislang aus Gründen wie auch immer scheiterte. Bei dem Gedanken an „Schwarze Sheriffs“ im Summerpark sei ihr nicht wohl. Die Beschwerden der Anlieger und Bürger wiegen massiv. Erhebliche Ruhestörung durch laute Musik und Gegröle sind noch der geringste Beschwerdepunkt. Es geht weiter mit Verschmutzung der Grünanlagen durch Flaschen, Glasscherben, Grillresten und sogar Fäkalien. Der Vandalismus der meist alkoholisierten Besucher gipfelt in der Beschädigung von Bänken und Tischen, Entzünden von Mülleimern, Herausreißen von Zaunlatten und Absperrpfosten usw. Obwohl eine Parksatzung explizit regelt, was im Summerpark erlaubt ist und was nicht, hält sich scheinbar niemand daran. 

Anlieger, die auf die Missstände hinweisen, würden angepöbelt und bedroht. Und bei allem zeige die Polizei kaum Präsenz. Finanzausschuss sowie Bau- und Umweltausschuss schlugen deshalb dem Gemeinderat vor, für die Saison 2016 einen privaten Sicherheitsdienst zu beauftragen, der während der Sommermonate maximal 1800 Stunden im Summerpark patrouilliert und zu ausgelassene Besucher in die Schranken weist. Orientieren könne man sich hier an der Gemeinde Herr-sching, wo im Park am Seeufer ein privater Sicherheitsdienst mit Erfolg für Ordnung sorgt. 

Mit 11 zu 5 Stimmen wurde die Gemeindeverwaltung beauftragt, entsprechende Angebote einzuholen und die Mittel im Haushalt 2016 zu berücksichtigen. Die Kosten würden nach ersten vorsichtigen Schätzungen rund 35000 Euro betragen. Ebenfalls um ungezügeltes und unerlaubtes Partytreiben ging es beim Thema „Uttinger Sonnendachl“. Der westlich der Gemeinde gelegene Aussichtspunkt kann für private Feiern gegen Kautionshinterlegung gebucht werden. 

In diesem Jahr waren ganze sieben Veranstaltungen angemeldet, es fanden aber tatsächlich viel mehr unerlaubte Partys mit zum Teil großer Lärmbelästigung statt. Um dem künftig wirksam entgegen zu wirken, beschloss der Gemeinderat die Ausarbeitung neuer Hinweisschilder, ein erweitertes Merkblatt mit detaillierter Anmeldung sowie eine eventuelle Erhöhung der Kaution. Die endgültige Entscheidung über die künftige Nutzungsmöglichkeiten des Sonnendachls wurde auf eine der nächsten Gemeinderatssitzungen vertagt.

Dieter Roettig

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