Ende der Testphase

Ab 1. Januar muss für den Ortsbus in Kaufering bezahlt werden. Der Gemeinderat einigte sich jetzt auf ein Tarifmodell, das eine verbilligte Monatskarte für Schüler bereitstellt. Foto: Weh

Seit September befindet sich die neue Kauferinger Ortsbuslinie im Probelauf – kostenfrei. Doch das wird sich ab 1. Januar ändern, denn dann startet die kürzlich vom Marktgemeinderat festgelegte Tarifierung. Für die Schüler zeigt sich die Marktgemeinde hier von ihrer großzügigen Seite: Entgegen des von der Landsberger Verkehrsgemeinschaft (LVG) vorgegebenen Tarifs wird die Monatskarte für Schüler statt 22 Euro nur 11 Euro kosten.

Wie Marktgemeinderat Hans Koch (SPD), Beauftragter für die Verkehrsentwicklung, in der jüngsten Sitzung erläuterte, sei die neue Ortsbuslinie, die die bisherige Bahnhofslinie abgelöst hat, in den vergangenen fast vier Monaten gut angenommen worden. Eine Zählung des Landratsamtes im Zeitraum von 15. bis 19. November hat ergeben, dass der Ortsbus von rund 2800 Fahrgästen in der Woche und im Schnitt von 565 Fahrgästen pro Tag genutzt wird. Dieser verkehrt morgens sowie nachmittags und abends auf den Linien A (Bahnhof-Dorf-Bahnhof) und B (Bahnhof-Löhestraße-Bahnhof). Mittags fährt ein Bus allein die gesamte Route ab. Die künftigen Fahrpreise richten sich nach dem Tarif der LVG für die Zone 0. Ein Einzelfahrschein für Erwachsene kostet 1,10 Euro, für Kinder 55 Cent. Angeboten werden auch eine übertragbare Streifenkarte für 4,40 Euro (Erwachsene) bzw. 2,20 Euro (Kinder), eine Tageskarte für 2,20 Euro, eine Wochenkarte für 7,70 Euro (Jeder) bzw. 7,30 Euro (Schüler) sowie eine Monatskarte für 27,50 Euro (Jeder) bzw. 15 Euro (Inhaber einer Bahncard). Schüler müssten laut diesem LVG-Tarifsystem 22 Euro für eine Monatskarte berappen. „Es hat sich gezeigt, dass derzeit rund 160 Schüler mit dem Bus fahren“, erklärte Koch. Würde die Marktgemeinde die Schülermonatskarte für 11 Euro anbieten, bliebe die Gemeinde auf einem zusätzlichen jährlichen Defizit von rund 20000 Euro sitzen. Laut Kostenschätzung kostet das Projekt Ortsbus im Jahr rund 274000 Euro. Bei erwarteten Einnahmen von rund 78000 Euro verbleibt ein Defizit von rund 196000 Euro, das Marktgemeinde und Landkreis zu gleichen Teilen übernehmen. Gleichzeitig wäre die verbilligte Monatskarte aber auch ein Anreiz für andere Schüler, beispielsweise bei schlechtem Wetter statt dem Radl den Bus zu nehmen. „Das betrifft ohnehin nur die Schüler, deren Weg zur Schule unter der Strecke von zwei Kilometern liegt“, sagte Koch. Denn andernfalls zahle der Landkreis die Schulbeförderung. Derzeit gehen insgesamt 840 Kinder in Kaufering zur Schule. In der anschließenden Diskussion monierte GAL-Marktgemeinderat Alex Glaser: „Was mir persönlich nicht gefällt, ist, dass ein gut verdienender Familienvater die Monatskarte für seine Kinder für 11 Euro auch fast geschenkt kriegt. Dieses Gießkannenprinzip ist heute nicht mehr zeitgemäß.“ Er schlug daher vor, finanziell benachteiligte Kinder kostenlos fahren zu lassen. Dies sei angesichts des erhöhten Verwaltungsaufwandes kaum machbar, entgegnete Bürgermeister Dr. Klaus Bühler. Auch die von Marktgemeinderätin Gabriele Hunger (CSU) vorgeschlagene Geschwisterermäßigung ab dem dritten Kind hielt der Rathauschef für „ein schwieriges Modell“. Mit 22:1 stimmte der Marktgemeinderat schließlich für das vorgeschlagene Tarifmodell mit der vergünstigten Schüler-Monatskarte.

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