Fußgänger oder Einbahn?

Diskussion nach Ende der Testphase der Dießener Fußgängerzone 

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Ein Sonntag während der testweisen Fußgängerzone in Dießen: Autos und Motorräder ignonieren trotz Ausschilderung Einfahr- und Parkverbot in der Mühlstraße. Jetzt fordert der Gewerbeverband statt einer Fußgängerzone eine Einbahnregelung.

Dießen – In die kontrovers geführte Diskussion um die temporäre Dießener Fußgängerzone in der Mühlstraße und am Untermüllerplatz mischt sich jetzt der Gewerbeverband ein. Uschi Wacke, die erste Vorsitzende, schrieb einen Brandbrief an Bürgermeister Herbert Kirsch. Aufgrund zahlreicher Beschwerden ihrer Mitglieder bat sie dringlich um ein gemeinsames Gespräch am runden Tisch, um aus den Erfahrungswerten einen zukunftsfähigen Konsens zu finden.

So wie es aussieht, wird der Gewerbeverband noch warten müssen. Denn die mit den Beobachtungen beauftragte Planungsgesellschaft Stadt-Land-Verkehr hat die Auswertungen noch nicht abgeschlossen. Vorgesehen ist der finale Bericht von Verkehrsplaner Robert Ulzhöfer erst in der Marktgemeinderatssitzung am 26. November.

Wie berichtet, ist die testweise Wochenendfußgängerzone am 30. September beendet worden. Ob sie im kommenden Sommer, eventuell mit strengeren Absperrmaßnahmen, in eine zweite Runde geht, wird der Prüfbericht zeigen. Tatsache ist, dass sehr viele Auto- und Motorradfahrer trotz überall aufgestellter Hinweisschilder „Fußgängerzone“ das Durchfahrts- und Parkverbot einfach ignoriert haben. Die Polizei kam nur selten zum Kontrollieren und der für die Parkknöllchen zuständige Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland tauchte nur sporadisch auf, angeblich auch wegen Personalknappheit.

Trotz Wochenend-Fußgängerzone mußten sich die Spaziergänger in Acht nehmen, weil nach wie vor zum Teil reger Auto- und Motorradverkehr in alle Richtungen herrschte, der durch die Rettungsgassen einfuhr.

Die Befürworter der Zone wie Marktgemeinderat Michael Hofmann bemängelten, dass nicht rigoros abgesperrt wurde, es also letztendlich nur eine „Fußgängerzone light“ war. Gastronomen wie Michaela und Michael Risch von „Michi hoch 2“ verzeichneten nach eigener Aussage erhebliche Umsatzeinbußen und bezeichnen in einem Schreiben an Bürgermeister und Gemeinderat das Projekt als gescheitert.

Es sei ihnen auch nicht klar, warum das beschlossene Parkleitsystem nicht zeitgleich mit der Fußgängerzone in Betrieb gegangen ist. Die Rischs schlossen sich dem Lösungsvorschlag des Gewerbeverbandes nach einer Einbahnregelung und mehr Parkplätzen anstatt einer Fußgängerzone an.

Wie Uschi Wacke betonte, habe der Gewerbeverband in der Vergangenheit mehrere Anträge zur Umwidmung der Mühlstraße in eine Einbahnstraße unter Beibehaltung der verkehrsberuhigten Zone gestellt. Für die anliegenden Gewerbebetriebe sei es existentiell wichtig, dass es neben der Fahrmöglichkeit auch wieder mehr Parkplätze in der Mühlstraße gibt. Bei einer Einbahnregelung könnten die Ausweichplätze wieder als Parkplätze ausgewiesen werden. Uschi Wacke: „Das erhöht zudem die Verkehrssicherheit für alle Teilnehmer, wenn man weiß, dass der fahrende Verkehr nur aus einer Richtung kommt.“

Die Einbahnregelung sollte laut Gewerbeverband unbedingt vom Planungsbüro berücksichtigt werden.

Dieter Roettig

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