Ausnahmsweise mal erfreulich:

Schlangestehen im Denklinger Dorfladen

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Hoffentlich nicht nur am Eröffnungstag (Foto): richtig viel Betrieb im Denklinger Dorfladen.

Denklingen – Mit so einem Andrang haben weder die sechs Beschäftigten noch die Frauen und Männer der Initiative gerechnet: Unerwartet groß war die Resonanz, als in Denklingen in den Räumen der ehemaligen Metzgerei Baumann am Samstag der Dorfladen eröffnet wurde. Zeitweise befanden sich mehr als hundert Leute vor den Regalen und hinter den Theken. Die interessierten sich nicht nur für das Angebot, sondern füllten auch Körbe und Einkaufswagen.

An der Kasse – sie steht am Ende der Theke, in der Wurst und Fleisch sowie Brot und Backwaren angeboten werden – bildeten sich zeitweise lange Schlangen. Das hatte mit dem großen Andrang zu tun; aber auch damit, dass es mit dem Kassensystem zwischendurch noch ein wenig haperte. Katja Egner, die ebenso wie Robert Merkle ehrenamtlich die Geschäfte für den Dorfladen führt, warb anfangs im Lechrainer Dialekt um Verständnis dafür, „wenn’s no a bissla schoppat“.

Waren im Niedrigpreis-Segment werden ebenso angeboten wie Markenprodukte oder Angebote der Bioschiene. Obst- und Gemüse bezieht man aus Kempten; Honig, Eier und Nudeln bringen Lieferanten aus der näheren Umgebung. Fleisch und Wurst sind vom Metzger aus Altenstadt. Brot, Semmel und Brezen sowie Backwaren sind von den Bäckereien in Denklingen und Epfach.

Ein wesentlicher Partner für den Dorfladen in Denklingen ist der Einzelhandel Utz aus Och­sen­hausen. Er liefert –wie mittlerweile bei 400 anderen Geschäften und bei 40 Dorfläden – das „Trockensortiment“, wie die Experten den Bereich neben den Frischeprodukten nennen.

Freilich werde beim Angebot noch „durchgespielt“, wie es Katja Egner erklärte. Sie verwies auf ein Buch an der Kasse, wo Kunden ihre Wünsche hineinschreiben können. „Wir sind für alles offen“, so Egner und ergänzt: „Wir haben so viel Herzblut reingesteckt“.

Robert Merkle, der sich im Dorfladen-Vorstand wesentlich um organisatorische und finanzielle Belange kümmert, erinnerte an die immensen Vorbereitungen, insbesondere in den letzten Wochen. Besonders würdigte er den Einsatz von Max Ebner aus Dienhausen und von Franz Stahl bei den handwerklichen Arbeiten, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass aus der ehemaligen Metzgerei Baumann ein zirka 160 Quadratmeter großer Verkaufsraum geworden ist. „Was ihr zwei malocht habt, das verdient allen Respekt“, wandte er sich an Ebner und Stahl. Alle Hände voll zu tun hatten in den letzten Tagen neben den Helfern auch die Beschäftigten mit Marktleiterin Michaela Herz.

„Eine bessere Chance bekommen wir nicht. Jetzt liegt’s an uns.“ Mit diesen Worten wandte sich Bürgermeister Michael Kießling an die Gäste in dem kleinen Zelt, das im Hof aufgestellt wurde. Am Dorfladen sehe man, was sich durch eine „Mannschaftsleistung“ auf die Beine stellen lasse. Kießling erinnerte daran, dass nach der Schließung des Edeka-Ladens 2014 auch „Tiefschläge“ nicht ausgeblieben seien, die an der Motivation der Dorfladen-Initi­a­toren gezehrt hätten. Aber die Beharrlichkeit habe sich ausgezahlt.

Rainer Utz aus Ochsenhausen – dessen Firma ist seit über 100 Jahren im Lebensmittelhandel tätig – zeigte sich „guter Dinge“. Der Dorfladen liege zentral in Denklingen, das durchaus eine solide Struktur habe. Er erwähnte, dass Dorfläden auch in Ortschaften mit weniger als 1000 Bewohnern funktionieren würden – Denklingen habe mit Dienhausen doppelt so viele.

Der Denklinger Dorfladen war nach dem in Thaining der zweite, der innerhalb von zehn Tagen im Landkreis Landsberg eröffnet wurde.

Johannes Jais

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