Caritas baut Seniorenheim

Spital mitten im Grünen

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So präsentiert sich das geplante Caritas-Seniorenheim im Jesuitengarten am Heilig-Geist-Spitals von Süden aus gesehen; rechts vorne der sogenannte „Gradl-Bau“, rechts hinten die Stadtmauer.

Landsberg – Das neues Seniorenheim am Heilig-Geist-Spital nimmt weiter Gestalt an. Jetzt stellte Architekt Christian Taufenbach vom Büro „hübner+erhard und partner“ die Pläne für den Caritas-Neubau im Bauausschuss vor. Dieser bemängelte nur Details und wünscht sich eine erneute Beratung im Gestaltungsbeirat.

Unmittelbar neben der alten Stadtmauer, im ehemaligen Jesuitengarten, soll das neue Gebäude stehen und sich in das Gelände und den Hang gut einfügen. Der Gestaltungsbeirat der Stadt, welcher die Pläne bereits drei Mal diskutiert hat, wünscht sich zudem, den ehemaligen Garten wiederzubeleben – möglicherweise auch in Form eines Bürgerparks.

Umgeben vom Grün

Das neu gestaltete Areal wird sehr offen gehalten, es gebe viele freie Räume um das Gebäude selbst. „Die städtebauliche Kante setzt sich vom Hang zurück, um das Areal ist auf der einen Seite ein Saum aus Gehölz“, erklärt Architekt Christian Taufenbach. „Und den öffentlichen Grünraum möchten wir noch deutlich stärken.“ In das Gebäude ist eine Cafeteria mit Terrassse integriert, sie soll öffentlich zugänglich sein. Die Landschaftsarchitekten des Büros „mahl.gebhard.konzepte“ aus München wollen die Gestaltung des ehemaligen Jesuitengartens aufgreifen. „Obst­bäume und Staudenbeete sowie Grasbepflanzung ergeben ein schönes Bild in der Stadt“, meinte Taufenbach. Die Gärten sollen aber auch recht einfach gehalten werden.

Lange haben sich die Architekten und nicht zuletzt der Gestaltungsbeirat mit dem Neu­- bau befasst. Betreiber des Pflegeheims wird die Caritas-Tochter CAB, welche besonderen Wert auf die Anforderungen für das Heim legt. Der Eingang des neuen Hauses richtet sich zum alten Heilig-Geist-Spital aus. Betritt man das Gebäude, so Taufenbach, so gelangt man direkt in ein großes Foyer. Von dort aus sieht man bereits das Sekretariat als erste Anlaufstelle, den Veranstaltungsraum, die Cafeteria sowie die Kapelle.

In den Obergeschossen finden sich die Wohnräume und im Dachgeschoss Räume für den Hausmeister und Lager. Die Dachform hat der Architekt asymetrisch gewählt, um Höhe zu sparen.

Dass der Neubau an dieser Stelle auf großes Interesse stößt, zeigte auch die Diskussion der Bauausschuss-Mitglieder. Kritik bekam der Architekt von ÖDP-Vertreter Wolfgang Buttner, der sich ein Passivhaus an der Stelle wünscht. „Die Caritas hat nirgends ein Passivhaus realisiert“, erklärte Taufen­bach. Denn in Seniorenwohnheimen herrsche „ein schwieriges Nutzerverhalten“ – gerade was Belüftung und Heizung anbelangt. Ein eigenes Blockheizkraftwerk im Pflegeheim deckt die grundsätzliche Stromversorgung und dient als Notstromaggregat.

„Das Projekt hat sich wirklich toll entwickelt“, lobte Dr. Andreas Hartmann (Grüne), doch einige Details seien noch zu wage, etwa bat Hartmann – wie zuvor der Gestaltungsbeirat – um eine Überarbeitung der Fassaden. Sigrid Knollmüller (CSU) fand diese ebenfalls „zu fabrikartig“. Auch die Jalousien gefielen Dieter Völkel und Ann-Marie Rist (SPD) noch nicht – einhelliger Wunsch war die erneute Beratung im Gestaltungsbeirat.

Straffer Zeitplan

„Wir wollen im Oktober anfangen zu bauen“, erinnerte der Architekt. „Wir müssen jetzt in Schwung kommen.“ Die Bauleitplanung sei laut Stadtbaumeisterin Annegret Michler umgehend durchzuführen, zudem müsse die Regierung von Oberbayern noch den Flächennutzungsplan absegnen – das dauere insgesamt rund acht Monate. Bezüglich der Außenanlagen müsse ein städtebaulicher Vertrag mit der Caritas ge­schlossen werden.

Im Großen und Ganzen stimmte der Bauausschuss den Plänen einstimmig zu. Auch mit der asymetrischen Dachform – die sonst nirgends im Altstadtgebiet zu finden ist – konnte sich das Gremium anfreunden. Für den nördlichen Bereich des Areals soll der Stadtrat zudem laut Empfehlungsbeschluss weitere Planungen für einen Bürgerpark veranlassen.

Janina Reich

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