Energie aus der Kiesgrube

Der Gemeinderat beschließt, in Denklingen keine Freiflächen-Fotovoltaikanlage entlang der Bahnlinie zu bauen. Foto: Schmid

Wo sollen auf Denklinger Gemeindeflur künftig Freiflächen-Solaranlagen stehen dürfen, und wo nicht? Darüber diskutierte der Gemeinderat in der letzten Sitzung und fällte dabei eine Grundsatzentscheidung: Die Fotovoltaikanlagen werden nur auf Konversionsflächen zugelassen, sprich in den beiden Kiesgruben der Gemeinde.

Zu diesem Entschluss kamen die Räte mit acht zu vier Stimmen. Abgelehnt hat es das Gremium jedoch mit zwei zu zehn Stimmen, dass die freistehenden Solaranlagen nicht nur auf Konversionsflächen, sondern zusätzlich auch an der Bahnlinie erlaubt sein dürfen: Entlang der Bahngleise sind Solaranlagen nicht erwünscht. Anlass der Diskussion war eine Projektanfrage eines Ingenieurbüros aus Kelheim zur Errichtung von Fotovoltaikanlagen entlang der Bahnlinie in Denklingen. Über die Anfrage an sich wollte Bürgermeisterin Viktoria Horber jedoch noch nicht abstimmen: Vielmehr stellte sie dem Gemeinderat erst einmal die Frage, ob überhaupt im Gemeindegebiet Freifächen-Solaranlagen erwünscht sind. Josef Herz war gänzlich gegen Freiflächen-Solaranlagen: „Wir haben schon genügend Maisfelder-Monokulturen für Biogasanlagen – wir brauchen nicht auch noch Solaranlagen, um unsere Landschaft zu verschandeln.“ Hedwig Eberle meinte, man sollte weniger auf Solar, sondern eher auf Windkraft setzen. Andreas Horber stellte fest, dass die Gemeinde heutzutage kaum mehr Einfluss auf das Landschaftsbild habe und entweder mit Maisfeldern, oder aber mit Solaranlagen vorlieb nehmen müsse. Josef Rapp plädierte dafür, die Freiflächen-Fotovoltaikanlagen nur auf den Kiesgruben zuzulassen. Werner Brich stellte fest, dass die Grundstücke an der Bahnlinie zu nah am Ort seien. Insbesondere bei Erweiterung des Dorfes würden die Häuser dann zu nahe am Solarfeld stehen. Werner Dacher sah keinen Vorteil bei einer Solaranlage in Denklingen, da diese weniger effizient sei als andere alternative Energien. Verwaltungschef Johann Hartmann erläuterte, dass die Gemeinde bei den Freiflächen-Solaranlagen (anders als bei den privilegierten Windrädern) ein Mitspracherecht habe: „Wenn die Gemeinde nicht will, dann kommt auch keine Solaranlage.“

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