"Energie sparen ist nicht sexy!"

Wolfgang Buttner, Jochen Müller und Peter Satzger (von links) von der BN-Kreisgruppe zeigen verschiedene Strommessgeräte, mit denen man den Energieverbrauch seiner Haushaltsgeräte überprüfen kann. Foto: Osman

Der durchschnittliche Landkreisbürger verbraucht etwa 2000 Kilowatt­- stunden Strom im Jahr. „Mindestens die Hälfte davon kann man locker einsparen“, sagt Wolfgang Buttner, Energiereferent der Stadtrates und Vorstandsmitglied der Kreisgruppe des Bund Naturschutz (BN). „Und zwar ohne Einbußen an Lebensqualität.“ Ein gewaltiges Einsparpotential also. Um es zu wecken, startet der BN jetzt einen Strom­sparwettbewerb, bei dem auf die Gewinner auch Geldpreise warten.

„Energie sparen ist nicht sexy“, meint Peter Satzger, stellvertretender Vorsitzender der BN-Kreisgruppe. Wohl deshalb ist das Thema bisher weder im öffentlichen Bewusstsein noch in der Politik besonders präsent. Dabei würde ein reduzierter Stromverbrauch der Energiewende helfen und natürlich den Geldbeutel schonen. Im besten Fall entwickelt der Einzelne einen geradezu sportlichen Ehrgeiz, seinen Energiekonsum zu drosseln. Darauf zielt der BN mit seinem Wettbewerb. Mitmachen können alle privaten Haushalte im Stadtgebiet Landsberg und alle BN-Mitglieder im Landkreis. Um nachzuweisen, wie viel Energie einge­spart wurde, sollen Kopien der Jahresabrechnungen für 2011 und 2012 beim BN eingereicht werden. Außerdem müssen auf einem Fragebogen die Maß­nah­men beschrieben werden, die zu der Reduzierung geführt haben. Je origineller und nachhaltiger diese sind, desto größer die Gewinnchance. Außer­- dem entscheidend ist die prozentuale Senkung des Stromverbrauchs im Vergleich zum Vorjahr. Der 1. Preis beträgt 400 Euro, der zweite 200 und der dritte 100 Euro. „Uns ist klar, dass es schon relativ spät im Jahr ist und dass große Einsparungen deshalb heuer nicht mehr zu erzielen sind“, meint Satzger. Dies werde bei der Preisvergabe berücksichtigt. Der Wettbewerb befinde sich erst in der Pilotphase. „Wir wollen zunächst sehen, wie die Idee überhaupt angenommen wird“, sagt der Pitzlinger Jochen Müller, der den Anstoß zu der Aktion gab und sich in Sachen Energietechnik als „Kümmerer im Landkreis“ versteht. Damit der Einzelne die Einsparpotentiale in den eigenen vier Wänden entdeckt, muss er sich zunächst einmal bewusst machen, wie viel Strom er tagtäglich verbraucht und wie viele Geräte vielleicht unnötig laufen. Typisches Beispiel: Stand-by-Schaltungen, aber auch dauerhaft eingesteckte Ladegeräte, brennende Lampen in Zimmern, in denen sich niemand aufhält, das im Hintergrund dudelnde Radio, dem niemand zuhört. Auch in Kühl- und Gefrierschränken stecken Spar-Chancen. In Sachen Effizienz schla­- gen die neuesten Modelle ältere Geräte um Längen. Manches, was noch vor wenigen Jahren als Vorzeigemodell galt, ist inzwischen vergleichsweise schon ein Stromfresser. Das Problem ist, dass die sparsamsten Geräte oft in der Anschaffung teurer sind. Das gilt auch abseits von Kühlen und Gefrieren. Eine LED-Leuchte kostet 40 bis 60 Euro, ist aber im täglichen Betrieb unschlagbar günstig. „Es rechnet sich“, betont Buttner. „Eine Leuchtdiode für 50 Euro bringt einen besseren Kapitalertrag als jedes Sparbuch.“ Um sich einen Überblick über die Lage im eigenen Haushalt zu verschaffen, rät er, den Energieverbrauch aller Geräte nachzumessen. Messgeräte gibt es im Baumarkt günstig zu kaufen, außerdem verleiht Buttner sie gegen Pfand. Wer schon längst ein Sparfuchs ist und seinen Stromverbrauch bereits auf das Minimum reduziert hat, kann sich ebenfalls am Wettbewerb beteiligen. Für den vorbildlichsten Energiehaushalt gibt es einen Sonderpreis in Höhe von 300 Euro. Wer mitmachen möchte, findet auf www.BN-Landsberg.de den Fragebogen zum Down­load. Dieser soll ausgefüllt und mit Kopien der Stromrechnungen für 2011 und 2012 an den Bund Naturschutz, von Helfensteingasse 414, 86899 Landsberg, oder einfach per e-Mail an Stromsparwettbewerb@BN-Landsberg.de geschickt werden. Einsendeschluss ist der 28. Februar 2013, die Preisverleihung erfolgt im März.

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